Haarverlust und Frieden

Ich lebe schon seit 21 Jahren mit meinem bleibenden Haarverlust am Hinterkopf,
nach Bestrahlungen wegen einer Krebserkrankung.
Ich meinte, den Haarverlust von Anfang an akzeptiert zu haben,
war mir mein Überleben doch tausendmal wichtiger.
Es war okay, die kahle Stelle mit meinem übrigen Haar abzudecken.

Doch nach 21 Jahren
und inzwischen mit dem Kurs an meiner Seite begriff ich noch mehr.
Als ich ein mir unbekanntes Friseurgeschäft aufsuchen wollte,
tauchte plötzlich ein ängstlicher Gedanke auf:
„Oh je, wenn ich den Termin jetzt bei einem Auszubildenden habe,
der sich total verschneidet, so dass meine Lücken unbedeckt bleiben…?!“
Da folgte der vollkommen friedliche Gedanke:
„Dann ist es so. Ich werde damit friedvoll umgehen können.“
Mit diesem friedvollen Gedanken spürte ich,
dass nach 21 Jahren zutiefst eine wirkliche Befreiung zu diesem Thema geschehen war.

(Notiert am 25.05.2012)

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