Normal sein

 

Kenneth Wapnick weist in seinen Büchern immer wieder darauf hin, dass wir als Kursschüler ganz normal bleiben (sollen). Aber was meint er damit genau? Das Normale in dieser Welt ist, im Ego zu sein. Aber davon will uns der Kurs doch gerade wegführen! So sind wir mit der Kurstheorie und deren Anwendung alles andere als normal. Und wir können Nicht-Kursschülern kaum erzählen, dass die Welt eine Illusion und Ärger nie gerechtfertigt ist, ohne dass sie uns ungläubig anschauen.

Nun, Kenneth Wapnick bezieht sich genau darauf. Dass wir eben nicht durch die Welt spazieren und allen ungewollt den Kurs verkünden, weil wir meinen, etwas Besonderes an der Hand zu haben oder nur dann könne Erlösung geschehen. Sondern dass wir den Kurs innerlich für uns selbst leben, ohne äußerlich ein Ding daraus zu machen. Nur im Innern, im Geist  liegt die Erlösung. Aus dem eigenen Frieden werden dann der jeweiligen Situation angepasst immer die liebevollsten Worte und Handlungen kommen. Mal sind darin auch Kursaussagen enthalten, mal nicht.

Wir werden einem kranken Menschen eben nicht hinwerfen, dass er doch eigentlich kein Körper ist und daher Leiden und Angst nicht berechtigt seien. Sondern wir werden einfühlsam den kranken Menschen begleiten wie jeder Nicht-Kursschüler auch. Doch wir selbst werden womöglich weniger in Angst und so für den anderen viel hilfreicher sein.

Wir werden weiterhin unsere Haustür abschließen, uns an die Verkehrsregeln halten, für die Versorgung des Körpers Geld verdienen gehen, in Partnerschaften und Familien leben, Hobbys und Vorlieben haben.  Unser Ego wird weiterhin immer zuerst sprechen, wir werden mit unseren Gedanken und Gefühlen konfrontiert sein, Veränderungen im Leben erfahren und Pläne machen. Wir werden nicht drei Meter über den Boden schweben, wir werden auch nicht immer gut drauf sein und wir werden keinesfalls nie mehr krank werden. Wir werden in Gesprächen normal antworten und andere Meinungen und Wege zulassen. Wir bleiben in unserem ganz normalen Menschenleben.

Der äußeren Form nach machen und erleben wir nichts anderes als alle Menschen.
Denn es geht im Kurs nicht um die Veränderung der Form,
sondern dass die Form von einem anderen Inhalt begleitet wird.
Und dieser Inhalt ist Frieden, Liebe, Verständnis und Verbundenheit.

Somit wenden wir uns als Kursschüler immer nur nach innen,
um in uns selbst den Wandel von der Angst zur Liebe,
vom Ego zum Heiligen Geist anzustreben.
Und dann sind wir scheinbar ganz normal hier,
– und sind doch im Geist anders hier.
„Es gibt eine Art, in dieser Welt zu leben, die nicht hier ist, auch wenn sie es zu sein scheint. Du veränderst deine Erscheinung nicht, obschon du öfter lächelst. Deine Stirn ist heiter, deine Augen blicken ruhig.“ (Ü-I.155.1:1-3 / S. 291)

Mit der Zeit und unserem Umlernen lächlen wir öfter, streiten wir weniger, haben wir seltener Angst. Wir erfahren, wir müssen niemanden beurteilen, niemanden etwas beweisen, niemanden in irgendeine Richtung bewegen, um glücklich zu sein.
Und das ist aus Egosicht ganz und gar nicht normal!
Doch mit dem Heiligen Geist ist es das wirklich Normale,
weil es aus unserer wahren Natur gespeist ist.

Und alle werden uns dennoch als normal empfinden, ob sie selbst den Kursweg oder andere spirituelle Wege gehen oder nichts dergleichen. Weil wir eben keinen Hokuspokus in der Form, keine sichtbaren Rituale machen und brauchen oder in völlig anderen Umständen leben. Und weil jeder den anderen immer nur von dort aus wahrnimmt, wo er selbst steht. Und zudem weil jeder das Ego und den Heiligen Geist in sich hat.
„Und diejenigen, die wie du die Welt durchschreiten, erkennen die Ihren wieder. Diejenigen aber, die den Weg noch nicht gesehen haben, werden dich auch wiedererkennen und glauben, dass du bist wie sie, wie du es vorher warst.“ (Ü-I.155.1:4-5 / S. 291)

Das bedeutet also, dass wir für alle normal wirken,
ob egonormal oder Heiliger-Geist-normal.
Wir sind als Kursschüler eben gerade nicht besonders.

7 Gedanken zu „Normal sein

  1. Liebe Katja, ein Beispiel, bin im Arztzimmer habe Notdienst, es ist Sonntag 13:10 Uhr Urlaubszeit keiner sonst da alle weg im Urlaub, Herr Dr. “ schnell Zi. 01 Atemstillstand wir sind nur zu zweit“ in der Zeit zum Zimmer-Sprint, bin ich im Frieden und bin Präsent genau wie immer, übe im Selbstgespräch die Vergebung, sehe mich als Sohn des Vaters stehe jetzt am Bett, sehe den „Strahlenden Sohn“ vor mir, mein Licht-Bruder vollkommen im Glück. „20ml Adrenalin aufziehen, isol, phenoz7, usw,,,,zur Schwester, bin immer noch im Frieden,“ Alles geht „wie von selbst durch mich durch wie im Film Sein Wille geschieht jetzt“ Herzstillstand, Atem ist weg, du wirst gelenkt zum Besten, plötzlich Augen auf er ist wieder da höre ich, meine Arbeit ist zu Ende bin wieder genau so wie immer im Frieden Nichts war, „danke innerlich vergebe“ und bin wunschlos glücklich, tüt tüt der nächste Fall zwei schwerverletzte alles klar, komme sofort,,,,,,während der Fahrt „vergeben, danken dein Wille“ usw,,,,,,,,,,,,Alles Liebe wolfgang

    1. Wow, lieber Wolfgang, ich bin beim Lesen regelrecht atemlos mitgehetzt mit dir und tief berührt, wie du den Kurs in solch akuten und hektischen Situationen umsetzt. Ein ganz tolles Beispiel, sehr, sehr anschaulich. Genau so: ganz normal unnormal. 😉 Ich danke dir.

      1. Liebe Katja,Lieber Tom, danke; Du Katja hast den „wichtigen Punkt“ ja schon gesagt: unnormal im normalen Sein, das ist gaaaannz „wichtig“,wenn Du im wunschlosen Glückszustand bist, kann es Dir passieren das Du einen Lachanfall bekommst, so war es bei mir.Beispiel: Hallo, ich bin Lena ich freue mich so Dich zu sehen gut das es Dich gibt, jetzt kommen 2 Personen dazu: „nawas, sind wir hier im Lachklub, „der hat 48 stunden non-stop durch“, „der war bestimmt auf dem Oktoberfest“, usw,,,über diese Ego-Sprüche lachst Du innerlich und umarmst dein Gegenüber in Licht und Liebe und vergibst. Du tötest das Ego durch lachen es wird totgelacht.“Vater vergib Ihnen denn Sie wissen nicht,,, sobald Du merkst Du bist im Ego, vergib das sofort im Geist, fühle die Ausdehnung von Liebe, alles ist gut,das ist das Leben Lieben Lachen vergeben im Hl. Augenblick alles Liebe Wolfgang

  2. Hallo Katja!
    Deine Gedanken über das Normalsein haben mir sehr gut getan und geholfen, mich als Kursschüler von dem Gefühl des Nichtschaffens bzw. Versagens zu befreien. Es ist für mich wunderbar zu erfahren, daß ich versagen darf, danke. Mein Weg ist jetzt viel leichter, deine Gedanken sind für mich fast wie ein wenig Erlösung,danke.
    Liebe Grüße Hans

  3. Hallo lieber Hans, das freut mich, dass du nun Erleichterung hast. Ja, klar stecken wir immer wieder im Egodenksystem, sogar die allermeiste Zeit. Wir haben es uns zu unserer zweiten Natur gemacht und es steckt sehr viel tief verborgene Angst und Schuld darin, die wir nur schrittweise ans Licht holen können, weil sie uns sonst völlig überwältigen würden. Deshalb ist der Weg des Kurses sanft, geduldig, liebevoll und führt uns eben gerade nicht zu einer Vermehrung von Angst und Schuld. Sobald wir in uns Angst und Schuld, Versagensgefühle und Gefühle des Nichtschaffens finden, wissen wir, wir sind im Ego. Super, es kann uns bewusst werden. Beobachten wir dies einfach: „Aha, das Ego! Nun gut, dann lade ich jetzt mal den Heiligen Geist / den Frieden ein, in meinem Geist zu wirken.“
    Das Tolle ist ja auch, dass wir gar nichts schaffen müssen im Sinne von immer mehr ansammeln, etwas erreichen, mit noch mehr Menschen in Frieden sein, auf noch mehr Situationen friedlich reagieren… Weil alles jedes Mal enthalten ist, wenn wir in Frieden sind. Sind wir im Ego ist es 100% und wir sind mit allem und jedem im Ego. Sind wir mit dem Heiligen Geist, ist auch dieser zu 100% und ich bin mit allem und jeden in Frieden. Ich kann nur in Angst ODER Liebe sein. Nur diesen Switch üben wir immer und immer wieder, weil wir aus Angst und Schuld eben doch noch immer wieder zum Ego zurückkehren. Und so wird dennoch einfach allmählich die Zeit mehr, die wir im Heiligen Geist verbringen, bis wir ihn nicht mehr verlassen. Und das ist gewiss, sagt uns der Kurs. Also entspannen und immer hier und jetzt meine innere Arbeit tun und so ist in jedem Augenblick die Erlösung möglich und da. Sei herzlich gegrüßt und danke für dein Zeigen, es bringt uns alle weiter.

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