Ich bin der Bildermacher

In den Lektionen 15, 16 und 18 wird sehr eindringlich dargelegt, dass ich als Geist durch meine Gedanken diese Welt als Bild mache. Natürlich bin nicht ich als Körper gemeint, sondern ich als der Träumer-Geist der ganzen Welt, aber das erscheint mir so abstrakt und nicht fassbar. Denn das ist eine komplett gegenteilige Aussage zu meiner üblichen bewussten Erfahrung des Menschseins, dass scheinbar erst die Welt unabhängig von mir da ist und ich dann als Mensch hier her komme und als Reaktion auf sie etwas über sie denke!

Wie kann ich das auch als Erfahrung erfassen, dass aber in Wahrheit mein Geist die Ursache der Welten-Bilder ist, einschließlich meines Menschseins?

Ja, durch die nächtlichen Träume kann ich mich dem verstehend nähern. Jede nächtliche Traumbilderwelt wird nur in und von meinem schlafenden Geist erdacht. Und mein Geist kreiert und verliert sich darin als Traumfigur. So fühle ich mich als solche dem Traum ausgeliefert. Ich scheine nun wiederum nur noch gedanklich als Traumfigur darauf reagieren zu können. Ich weiß nicht mehr, dass ich selbst den Traum produziere.
In Wirklichkeit jedoch denkt mein träumender Geist etwas scheinbar durch die Traumfigur und über den Traum und erinnert sich nicht mehr, dass er selbst den Traum macht. So soll es auch mit der ganzen Welt sein, die nur ein Traum ist. Soweit das theoretische Nachvollziehen am Erleben des nächtlichen Traumes.

Neulich bin ich dem in einer Meditation noch ein Stück näher gekommen, weil ich mich dabei nicht wie in nächtlichen Träumen in den Bildern verlor. Lass mich etwas ausholen:
Wenn ich mit geschlossenen Augen in der Meditation sehr versunken bin, fast schon am Einschlafen, dann erscheinen mir vor dem „inneren Auge“ oft scheinbar völlig willkürlich und aus dem Nichts sehr klare, scharfe, kontrastreiche Bilder. Sie wirken wie „echt“, wie aus dem weltlichen Leben. Meist ist es ein unbewegtes Bild von einem Menschen in irgendeiner Körperhaltung oder nur von seinem Gesicht. Es sind jedoch Menschen und Gesichter, die ich definitiv nicht kenne. Sie können demnach nicht erinnert sein. Der Ausdruck zeigt immer sehr deutlich irgendein Gefühl … traurig, freudig, ängstlich, panisch, hoffnungslos, entspannt…
Ich schaue darauf ohne eine eigene Emotion oder Frage in mir, ich bin ganz neutral. Ich nehme das Bild nur wahr ohne eine innere Reaktion. Dann vergeht es sofort wieder. Ich kann mich noch kurz daran erinnern, aber da ist es schon blasser und unschärfer, bevor es ganz vergeht und für immer vergessen ist.
Ich bin dabei nicht in einen Zustand, in dem ich mir etwas aktiv vorstelle oder nächtlich träume. Ich bin weltlich gesehen wach, mein Geist ist nur sehr ruhig, unbeschäftigt, nicht fokussiert auf etwas. Ich bin nur still nach innen gewandt. Lange Zeit dachte ich nicht weiter darüber nach, legte es einfach als Phänomen beiseite.

Doch neulich dachte ich plötzlich angesichts der oben genannten Lektionen das eigentlich naheliegendste ganz glasklar: Diese Bilder sind in mir, in meinem Geist und also muss ich diese Bilder machen!!! Wenn auch sehr unbewusst, denn das Wie bekomme ich nicht bewusst mit. Sie erscheinen in meinem Geist, sie kommen aus mir, ich denke sie. Eben ganz genau wie mein Geist die ganze verbildlichte Welt denkt ohne dass es mir bewusst ist. In diesen Mediationsmomenten bin ich also Zeuge des Vorgangs dieses Bildermachens geworden! 

In weiteren Mediationen seit dieser Erkenntnis entstanden dann plötzlich auf gleiche Weise auch bewegte Bilder und mir wurde noch deutlicher:
Wie auf diese Weise tatsächlich die ganze Welt in meinem Geist ersteht! Ob ich dabei nun offene oder geschlossene Augen habe, spielt keine Rolle, denn das Ganze findet nicht im Körper statt, sondern im Geist, der sich mal einen Körper mit offenen und mal mit geschlossenen Augen träumt und meint, dann in verschiedenen Welten zu sein.
Der Geist ist nicht in der Welt und im Körper, sondern Welt und Körper sind im Geist.

Und sehr eindringlich war die Erfahrung, wie ich völlig unberührt und neutral auf die Bilder reagieren kann, solange ich ihnen für mich noch keine Bedeutung gegeben habe. Und sie dann zugleich wieder völlig entschwindet, wenn ich sie nicht festhalte.
Es ist tatsächlich so: In dem Moment, in dem der Wahngedanke der Welt aufkam, war er auch schon wieder aufgehoben. Doch ich vergaß, ihn nicht ernst zunehmen und verlor mich darin. Daher bedarf es nun des Aufwachens.

An einem Nachmittag auf der Couch liegend – versunken zwischen Schlaf und Wachsein mich beobachtend – erlebte ich einen Moment, in dem mir dann dieser Vorgang des Aufwachen sehr verdeutlicht wurde. Einerseits erschienen mir noch die Traumbilder des körperlichen Schlafes und gleichzeitig bemerkte ich, dass ich aber auch schon die Vögel vor meinem Fenster in der „Wachwelt“ hörte. Es fühlte sich an, als sei die Grenze zwischen Schlafen und Wachsein aufgehoben. Und ich begriff zutiefst, wie es ist, dass Gott mich von außerhalb meines Traumes ruft und mit dem Heiligen Geist (wie das Vogelzwitschern) bis in meinen Schlaf hineinreicht, um mich an das Wachsein zu erinnern und schließlich ganz zu wecken.

7 Gedanken zu „Ich bin der Bildermacher

  1. Liebe Katja,WOW,,,,,,,,,,,,,,welch eine Tiefe! Ja Du bist das Licht im Projektor das die Schatten an die Wand=Leinwand als 3D =ZRK, selbst produziert und projektiert und auch als Wahrnehmung selbst GLAUBT!!!! daraus entsteht Deine scheinbare Welt aus Farbpigmenten und Pixelmännchen verdichtetes Licht das Du GEIST SELBST bist. Wir GEIST sind das LICHT, unsere Gedanken sind LICHT-KÖRPER sind verdichtete LIEBE in Aktion =GEIST in Bewegung als Lebendige Licht-Energie als ein Gedanke Gott-Vaters der Seine Kinder nicht vergisst, Sie ruhen in Ihm ewiglicht, da Gedanken die Quelle nicht verlassen, bist Du GEIST-WESEN ein Liebe- Licht- Transformator als HG-Sohn des Vaters. Alles was Du zu sehen GLAUBST ist Geistgeboren= EINHEIT ohne Schatten,alles ist EINS in Ihm. Wolfgang2

    1. Lieber Wolfgang, ja, alles ist nur ein Film in meinem Geist, das hast du nochmals gut in anderen und deinen Worten ausgedrückt.
      Kannst du mir bitte noch sagen, was ZRK bedeutet? Ist es eine Abkürzung?
      Und ja, die wahren Gedanken Gottes sind Liebe, was „mein“ wahres Sein ist. Doch meine Gedanken, die die Welt mach(t)en, sind in meinem Kursverständnis nicht von Gott. Sie sind Schuld und Angst und symbolisieren die (unmögliche) Trennung von Gott und den Traum. Das gilt es mehr und mehr zu durchschauen und alle Angst und Schuld und somit die Welt(-Prokektion) aufzugeben.

      1. Liebe Katja,die 3D-Welt ist Zeit Raum und Kausalität diese entsteht aus Deinen Gedanken die DU GEIST ausgeformt und mit Glauben als wahr angenommen hast=Glaubensartikel….jetzt schlummern diese im sogenannten unbewussten oder Unterbewusstsein als deine Ängste und anderen Eigenschaften und Leidenschaften das ist das scheinbare Welt-Schauspiel das Du unbewussterweise am Leben erhälst alles kommt aus Dir GEIST SELBST erkennst DU das dann, kannst DU das VERGEBEN DIR SELBST und ALLEN ALLES somit ist Vergebung alles was Du zu tun hast ,,,,,,,,,,,,,
        restlos und absolut vergeben so wird das UB-SEIN vollkommen ausgelöscht,,
        der Welt-Schmerz-Irrtum löst sich auf Du erkennst dann wer der Sohn ist,,,,in Liebe und Licht erlebst Du den Frieden Gottes ,,,,,,,,,,,,,Wolfgang2

      2. Liebe Katja, ZRK = Zeit- Raum- Kausalität, daraus glaubst Du an eine 3 D – Welt „da Draußen“ die Du selbst erschaffst und glaubst, dein unbewusstes Programm läuft als Dein „Lebenswelt-Traum“ in Dir GEIST ab, das Du das alles selbst denkst = ausformst, zu erkennen, ist „Vergebung“, diese unbewussten Glaubens-Muster-Gedanken ans Licht zu bringen und in Liebe zu vergeben ist die Aufgabe, in Liebe und Licht vergibst Du, erlebst den inneren stillen Frieden Gott-Vater als EINHEIT in dem Du ruhst; im Zeitlosen NICHTS in dem ALLES ist,,
        in Liebe und Licht Wolfgang2

        1. Lieber Wolfgang, vielen Dank, dass du mir die Abkürzung ZRK entschlüsselt hast. Ich stimme dir in allem zu. Ja, Vergebung bedeutet, zum heilen Geist in mir zu wechseln, wodurch ich ohne Urteil und in Liebe auf meine gemachte Welt schauen und aus ihr in der Einheit wiedererwachen kann.
          Herzliche Grüße, Katja

  2. Liebe Katja, das ist ein wirklich wunderbarer, sehr tiefsinniger Beitrag! Das ist so eine spannende Phase zwischen träumen und wachen, zwischen Nachttraum und Tagtraum.

    Wenn wir das Zwitschern der Vögel als Bild dafür nehmen, wie der HG quasi von außerhalb des Traums uns ruft, dann ist das sehr hilfreich. Allerdings ist der Tagtraum mit den zwitschernden Vögeln auch kein wirkliches Erwachen, sondern nur ein weiterer Traum, eben der Weltentraum. Wir gleiten am Morgen im Grunde von einem Traum in eine andere Art von Traum. Das heißt, der Ruf des Heiligen Geistes muss etwas Abstraktes, nichts etwas Konkretes sein. Und stimmt ja! Bedingungslose Liebe und ewiger Frieden sind keine Form, sondern Inhalt. Das wahre Erwachen ist kein weiterer Traum, aber was es letztlich ist, können wir uns – so glaube ich – jetzt wohl nicht wirklich vorstellen. 🙂

    1. Lieber Tom, danke für deine klaren und wahren Worte. Ja, der Heilige Geist weckt uns aus allen Träumen. So war es auch gemeint im letzten Satz, ich verstehe jetzt, dass er missverständlich sein kann. Die Erfahrung mit dem Vogelzwitschern war für mich tatsächlich nur ein Symbol, wie etwas von einer Dimension in eine andere hineinreicht ohne Teil davon zu sein.

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