Die Welt bedeutet Tod

 

Wir müssen uns beim Anschauen des Egosystems seine Brutalität und Ausweglosigkeit sehr ehrlich bewusst machen. Das bedeutet unter anderem, dass wir mit dem Körper nicht darum herum kommen, täglich zu töten. Es ist sein Prinzip. Da er essen muss, tötet er andere Lebensformen, ob Tiere oder Pflanzen macht für mich da keinen Unterschied. Beim Atmen vernichtet er Kleinstlebewesen aus der Luft. Beim Gehen zertritt er solche auf dem Boden. Mit jedem Eingriff in die Natur für seinen Nahrungsanbau, Wohnraum und Konsum zerstört er Lebewesen. Jederzeit zerstört er in sich selbst Bakterien, Viren und kranke Zellen. Mit so vielen urteilenden Gedanken und lieblosen Handlungen greift er andere an und will sie letztlich vernichten. Und schließlich sieht es so aus, als töte der Körper auch sich selbst. Tod und Töten sind ein Synonym für das Ego.

Es gibt aus diesem Tötungskreislauf innerhalb der Welt keinen Ausweg, sondern nur im Erwachen aus ihr. Auf dem Weg dahin wähle ich immer öfter die Liebe, sodass die Gedanken und Handlungen mehr Liebe ausdrücken, aber der Körper selbst steht weiter für den Tod. Das bedeutet natürlich nicht, dass ich hier fröhlich auf all das Töten schaue, das wir ständig als Körper verursachen, sondern darin den Schmerz, die Schuld, die Angst und das Mangelprinzip der Trennung und das ständige “Ich ODER Du” in allem erkenne, dem wir alle hier ausgeliefert sind. So kann Verständnis füreinander entstehen, denn wir sitzen hier alle im gleichen Boot.

Die Lösung liegt darin zu erkennen, dass ich nicht die Traumfigur bin, sondern der Träumer von all dem. All dies träumte ich aus einem Wunsch nach Autonomie von Gott. So konnte ich nur sein komplettes Gegenteil träumen, um mich abheben zu können von ihm. Es musste diese Welt des Todes und des Kampfes der Individuen dabei herauskommen. Sie ist meine Angst vor Gott. Und sie und all das Töten wird sich erst ins Nichts auflösen, wenn ich zutiefst begreife, dass Gott nur Liebe ist, nicht straft und nie eine Trennung von ihm und eine Welt geschehen ist.

3 Gedanken zu „Die Welt bedeutet Tod

  1. Wunderbar klar und konsequent, liebe Katja! Ich muss an die Stelle im Kurs denken: „…. und die Welt versucht sich in tausend Kompromissen und wird es weiter tun“. Die steht in einem anderen Zusammenhang, aber passt auch sehr gut hierher. Manches darf getötet werden, anderes nicht, wieder anderes nur in begrenztem Ausmaß usw. Wer will sagen, was dafür der richtige Maßstab ist? Niemand…. 🙂

    1. Lieber Tom, danke für diese wertvollen Ergänzungen. Ja, das Ego versucht sich in unzähligen Kompromissen, doch der Kurs ist in seinen Grundaussagen absolut kompromisslos und zugleich so liebevoll, weil er uns nach und nach durch eine totalen Umkehr des Denkens zur Wahrheit hinter allen Formen führt.

  2. Liebe Katja,durch Dein Glaube an „Eine Welt“ da draußen, hältst Du die EGO-WELT im Kopf-Kino scheinbar als real aufrecht, Du fütterst das EGO-SYSTEM, mit Illusionen in Formen-Mustern und Glaubensätze und irren Ängsten, dadurch entheiligst Du Dich als Kind Gottes und siehst das nicht so, weil Du nicht weißt WER DU bist!!! Deshalb Vergib Dir SELBST und“ ALLEN“ alles, restlos und „Absolut“, im Sturm der LIEBE und LICHT,,,
    Gott ist, Gott ist da, Gott ist hier und jetzt im JETZT alles ist in IHM,Du tust keinen Atemzug ohne IHN alles LICHT! Wolfgang

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