Nichts ist

Ich war heute auf einer langen Wanderung in den Bergen – ganz bewusst allein, denn ich wollte sie zur intensiven Innenkehr nutzen. Ich öffnete mich der Bereitwilligkeit, nur Zeuge zu sein von allem, was meinen Geist durchziehen würde. Alles dürfte gleichermaßen da sein und ich war frei von der Erwartung irgendeines Ergebnisses daraus.

Es kamen Gedanken zu oder an vergangene Alltagssituationen mit anderen Menschen, die zu Urteilen und Interpretationen, zu Besserwisserei und Verbundenheit auf Augenhöhe, Unbehagen und dessen Auflösung, Unverständnis und Verständnis führten und  Erkenntnisse über mich brachten. Da war die wundervolle Landschaft in meinem Geist und eine Freude an ihr. Gedanken zur Wegsuche, Ärger über schlechte Ausschilderung, Erleichterung über gute Ausschilderung. Wahrnehmungen meines Körpers und wechselnde Gedanken und Gefühle zu meinem Körper, der mal schwitze, mal fror, mal schmerzte oder keuchte, mal von Leichtigkeit beschwingt war, Durst oder Hunger hatte oder satt war. Da waren Worte, Informationen, Gefühle durch WhatsApp-Kontakte zu meinem Partner. Da war Angst vor den Kühen auf der Weide ohne Zaun, vor denen gewarnt wurde, weil sie ihre Kälber beschützen würden. Und mitten in dieser Angst war zugleich der Gedanke: Ich bin kein Körper, ich bin Geist. Es gibt nichts zu fürchten.

Da erstanden fiktive Gespräche und Geschichten. Es kamen Gedanken zu einer möglichen Zukunft. Da war ein Registrieren, dass ich inzwischen auf manches aus der Vergangenheit anders schaue, nicht mehr daran leide, vieles nicht mehr brauche, mich freier und glücklicher fühle als je zuvor. Da kam die Sicherheit, dass Stille und Frieden immer da sind, auch wenn ich mir ihrer nicht immer bewusst bin. Dann wieder ein Analysieren oder Philosophieren zu allem möglichen. Ein Wollen und wieder ein Loslassen, ein Hineingehen oder nur Betrachten von verschiedenen Inhalten. Mal ein Fließen, dann ein Springen in ihnen, ein mich Verlieren in ihnen und in der Unbewusstheit und ein mich Wiederfinden in der Bewusstheit des Zeuge-Seins, des Beobachtens all dessen. An und über den Kurs, Gott, den heilen Geist, das Egosystem und Jesus dachte ich auch immer wieder oder versenkte mich darin.
Fazit: Es war ein wundervoller äußerer und innerer Tag.

Müde und zufrieden lag ich schließlich zum Ruhen auf dem Bett und fiel in einen tiefen Schlaf. Ab und an tauchte ich daraus kurz auf. Jedes Mal nahm ich dabei etwas wahr, was eigentlich gar nicht wahrnehmbar sein kann:
Das Nichts!
Und da waren die Worte und die Erkenntnis:
Ich bin nicht!

Das klingt in Ego-Ohren bedrohlich,
doch es war völlig angstfrei!
Eine unermessliche formfreie Weite und Gleichheit.
Kein Ich!
Nichts, was sich als ein Ich bezeichnen ließe
– obwohl ich es paradoxerweise kurz wahrzunehmen schien,
bevor es verschwand.

Ich bin noch immer fasziniert.
Wohl vom Hauch des Himmels.
Nur das Ego meint, ein Ich zu haben.
In Gott ist kein Ich und keine Angst
und nichts,
was beschreibbar oder beobachtbar wäre.

(Es erinnert mich an Lektion 169, Absatz 5-6)

6 Gedanken zu „Nichts ist

  1. Staunen ja Wundern.Ihr seid alle…
    Wunderbar
    20 Jahre Kurserfahrung aber die Erfahrung die ich beim Lesen von allen hier gemacht habe ist neu.Danke euch allen. ..Danke Danke Danke

    1. Lieber Wolfgang, es freut mich, dass du so berührt bist. Mich interessiert, was du für dich Neues erfahren hast und wie es bisher war. Wenn du es in Worte fassen kannst und magst. Es wäre ganz sicher hilfreich für uns. Sei herzlich gegrüßt, Katja

      1. ja, finde euch auch alle sehr toll und wunderbar,könnte euch gleich hier und jetzt zusammenknudeln,danke für die tolle seite Katja,i love you,,,,,,,

          1. Liebste Katja, Du bist Liebe pur und sehr wertvoll, was Du uns hier zeigst und berichtest ist und bleibt sehr sehr ehrlich, deshalb liebe ich Dich aus vollstem Herzen und im Frieden Gottes.Wolfgang2

          2. Lieber Wolfgang, ja, wir sind alle Liebe pur und wir werden dies wieder ganz erfahren, wenn wir uns ehrlich anschauen, was uns daran hindert. Ich möchte wirklich dorthin zurückkehren, weil ich nicht mehr leiden will und begreife immer mehr, dass ich nicht im Leiden zurückkehren kann, sondern nur, wenn ich „vorher“ im Frieden angekommen bin. Und so bin ich sehr gewillt, mein Tag ein, Tag aus plapperndes Ego zu beobachten.

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