Hin zum Träumer-Sein

„Ich bin kein Körper.“ (Ü-I.199/S.382)
„Ich bin reiner Geist.“ (Ü-I.97/S.172)
Doch ich verbringe meine „gesamte Zeit mit Träumen.“ (T-18.II.5:12/S.376)

Wenn ich annehmen kann,
dass nichts außer mein Träumer-Geist
die ganze Welt mit allen Personen – auch meiner – träumt,
dann begreife ich,
dass da niemand im Traum ist – auch ich nicht –
und dass darin niemand anderes etwas verstehen, ändern oder umsetzen muss.
Das entspannt mich so sehr:
Niemand muss den Kurs umsetzen
– außer mir.

Und das bedeutet,
nur ich als Träumer-Geist
muss alles in meinem Traum nutzen,
sei es scheinbar angenehm oder unangenehm,
um mich in meinem von Angst beherrschten schlafenden Geist
wieder der wahren Liebe zuwenden.
So werde ich diese Liebe eine kleine Weile noch
durch die Perspektive meiner scheinbaren Traumfigur im Traum ausdrücken,
um dann aus der Welt und dem scheinbaren Körpersein ganz zu erwachen.

Wie auch ein nächtlicher Traum stets komplett
und mit allen Figuren und Geschehnissen darin aus einem Geist ist
und beim Aufwachen auch komplett und insgesamt wieder verschwindet,
so ist auch der gesamte Welten-Traum mit allen Inhalten und allen Körpern
dann mit einem Mal einfach fort.
„Die öde kleine Welt wird ins Nichts entschwinden,
und dein Herz wird so von Freude erfüllt sein,
dass es in den Himmel hüpfen wird und in GOTTES GEGENWART.“
(T-11.III.3:5 / S. 199)

Und nur formlose Liebe bleibt.
Reiner Geist.

6 Gedanken zu „Hin zum Träumer-Sein

  1. Liebe Katja,
    ja!
    Bin innig berührt von Deinen Ausführungen.
    Alleine dieser Beitrag lässt die Tiefe (Wahrheit) erahnen und die Erfüllung der innigsten Sehnsüchte nach dem „Wesen“ Gottes, nach meiner Heimat, als so greifbar nah erscheinen.
    Es liegt an mir selbst; der „Schalter“ liegt in mir.

    Die ersten beiden Zeilen stellen schon eine Essenz des Kurses dar; Deine Ausführungen dazu empfinde ich wie eine Komposition dazu.
    Danke Dir.

    1. Lieber Ulrich, vielen Dank für dein tiefes Nachvollziehen. Ich empfinde diese Gedankengänge derzeit mitten im Alltag spürbar als so befreiend. Ich muss auf niemanden warten, ich werde niemanden zurücklassen. Weil da niemand ist. Es ist alles in mir, alles kommt von mir und geht mit mir. Und die ganze scheinbare Zeit ist die Geborgenheit Gottes da.

  2. Ja, richtig, Ulrich – es liegt an mir selbst, der „Schalter“ liegt in mir. Das ist der Knackpunkt! 🙂

    Ich finde auch, dass in dieser radikalen Sicht eine unglaubliche Erleichterung liegt. Alles andere ist immer wieder nur ein heilloses Verzetteln in der Welt mit tausenderlei Erwartungen an andere. Das kann niemals erfüllt werden.

    1. Das erlebe ich auch so, lieber Tom, und ich danke dir sehr für all unsere Gespräche gerade zu diesem Thema und dein tiefes Hinterfragen von allem, was mit dem Ego unerschütterlich erscheint. Es hilft mir dabei, immer weniger Kompromisse zu akzeptieren, was der Klarheit und dem Erleben inneren Friedens sehr dient.

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