Eine Analogie

Vielleicht ist ja das Erwachen aus dem Welten-Traum
wie das Einschlafen im Welten-Traum?!


Wir können Vorbereitungen treffen,
um gut einschlafen zu können,
aber das Einschlafen geschieht uns einfach.

Wir üben uns mit dem Kurs darin,
uns immer wieder mit der Wahrheit zu verbinden,
doch das Erwachen in ihr ist kein Tun.

Wir können nur einschlafen,
wenn wir friedlich sind,
unsere Gedanken zur Ruhe kommen.
Müde von der Welt und dem Körpersein.

Wir können nur in Gottes Frieden erwachen,
wenn wir angesichts der Welt in einem beständigen Geistes-Frieden ruhen
und keinen Wert mehr in der Welt sehen,
keine Investition in unseren Körper mehr haben.

Wir schlafen ein,
wenn wir ohne Angst sind,
wenn wir das gute Gefühl haben,
nicht auf Alpträume zuzusteuern
und in Sicherheit wieder aufzuwachen.

Wir erwachen in unserem wahren Sein,
wenn GOTT nicht mehr mit Strafe assoziiert wird,
Trennung keine Bedeutung mehr hat
und die Einheit als nie verloren erkannt wird.

Wir gehen in einen anderen Geistes-Zustand über.
Sanft und ohne Angst entgleitet die Welt
und das Bewusstsein um ein Ich.
In eine stille, formlose, unendliche, einheitliche
Geborgenheit.

6 Gedanken zu „Eine Analogie

  1. Ein wunderbarer Vergleich, Katja! Die Parallelen sind wirklich verblüffend. Was aber unterscheidet das Erwachen aus dem Welten-Traum vom Einschlafen im Welten-Traum? Vielleicht, dass wir beim Einschlafen im Welten-Traum immer noch einen Wert in der Welt sehen. Wir sind zwar vorübergehend des Körper-Seins müde, hoffen aber doch als ausgeruhter Körper zu erwachen. Und deshalb erwachen wir noch nicht AUS dem Weltentraum, sondern erwachen immer wieder IN ihn hinein, bzw. träumen wir wieder. Und das, woraus wir erwacht sind und wonach wir uns im tiefsten Inneren sehnen, haben wir vergessen. Zumindest vorübergehend 🙂 . Oder, was meinst du?

    1. Lieber Tom, danke, ja, natürlich gibt es den Unterschied, den du beschrieben hast. Ich habe hier bewusst nicht nach den Unterschieden geschaut, sondern wie der Heilige Geist etwas in der Welt zu seinen Gunsten nutzt, wie er alles hier anders verwendet als das Ego, um mir etwas anderes deutlich zu machen. Das hat mich ganz friedlich gemacht, weil damit für mich einherging, dass das Erwachen womöglich wie etwa ist, was für mich im Traumleben etwas sehr Bekanntes, Wohliges, wenn auch Mysteriöses ist, denn ich weiß nicht, wo mein Bewusstsein/Geist ist, wenn ich hier schlafe. Doch vor diesem Einschlafen habe ich keine Angst und so muss ich es auch nicht vor dem Erwachen in Gott haben, in etwas von hier aus gesehen auch völlig anderem.

      So ganz verstanden habe ich deine letzte Aussage glaube ich nicht. Meintest du, wir erwachen aus unserem nächtlichen Traum aus einem Geisteszustand, den wir ersehnten, und nun wieder vergessen so wie wir in Gott erwachen, den wir vergaßen? Also eine weitere Analogie?

  2. Nein, keine weitere Analogie. An den „nächtlichen Traum“ habe ich gar nicht gedacht. Ich schreibe den letzten Satz noch mal neu, denn er war missverständlich:

    Und das, woraus wir in den Weltentraum gefallen sind und wonach wir uns im tiefsten Inneren sehnen, haben wir vergessen. Zumindest vorübergehend ? .

  3. Liebe Katja,

    deine Analogie ist in der Tat eine sehr anregende Idee. Was mir dazu eingefallen ist: Im Moment des Einschlafens geben wir die Kontrolle über „unsere Welt“ auf. Wir lassen zwar nur deshalb los, weil wir gewiss sind, dass sie (scheinbar) weiter existiert, auch wenn wir schlafen, und weil wir gewiss sind, dass wir wohl wieder in ihr aufwachen werden. Wir denken: Es wird uns schon nichts verloren gehen.

    Es ist also kein absolutes Vertrauen. Aber selbst wenn dieses Vertrauen oder die Geborgenheit an die genannten illusionären Gewissheiten geknüpft ist, so ist es dennoch Vertrauen (oder wie du sagst: Geborgenheit). Und in diesem Moment des Vertrauens sind wir immerhin bereit, „unsere Welt“ loszulassen. Das scheint mir der wichtigste Aspekt zu sein: Wenn wir die Welt nicht mehr festhalten und ihr nicht mehr hinterhertrauern, dann sind wir dem Punkt des absoluten Urvertrauens sehr nah. Dann ist der Moment des Aufwachens nicht mehr fern und die Welt wird uns nicht mehr als etwas erscheinen, was wir begehren.

    Vermutlich aber werden wir diese Welt mit ihren vielen Thrills und Kicks noch sehr lange begehren. Die Begierde nach dem, was wir als „Leben“ missverstehen, also nach Aufregung, Angst, Spannung, Spiel, Spaß und der Million im Lotto, ist sicher noch eine Weile in der Lage, uns festzuhalten und zu binden. Aber ich habe die Hoffnung, dass dieses Missverständnis mit jedem erhellenden Gedanken etwas mehr an Kraft verliert und sich mehr und mehr abnutzt – bis wir dann auf einmal (und für uns selbst völlig überraschend) den Moment erreichen, in dem wir tatsächlich einschlafen – oder eben wirklich: aufwachen. Vermutlich kommt dieser Moment so überraschend, dass selbst das Ego dann keine Kraft mehr hat, noch irgendetwas einzuwenden.

    Endgültig aufgewacht aus diesem Traum, wischen wir wie selbstverständlich die letzten Schlieren, die von der „Welt“ noch übrig sind, aus unserem Blickfeld und werden schon sehr bald kaum noch wissen, was wir da eigentlich geträumt haben.

    Vielleicht so.
    Vielleicht auch anders. 🙂

    Herzlich
    Ulf

    1. Lieber Ulf, sehr schön und für mich stimmig, deine Ausführungen. Ich glaube schon, dass wir die Tendenz Richtung Aufwachen spüren, die im Kurs „glücklicher Traum“ genannt wird, d.h, wir erleben angesichts der Welt immer öfter einen Frieden in uns unabhängig von der Welt. Doch der Augenblick des totalen Erwachens ist dann wohl plötzlich einfach da mit der totalen Bereitschaft.

      Vielleicht finden wir dann ja noch mal ganz kurz Zeit, uns darüber zu verständigen, wenn es soweit ist? 😉

      Und vielleicht sollten wir uns auch immer wieder klar machen, auch wenn aus weltlicher Sicht in einem Prozess zu verlaufen scheint, dass es jeder Augenblick sein kann und ist.

      Liebe Grüße, Katja

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