Erlösender Umgang mit dem Ego

Für mein grundloses Glück in Gott
geht es NICHT darum,
das Ego zu analysieren,
sondern es zu erkennen und aufzudecken.

Damit ist gemeint,
ich grüble NICHT darüber,
wo die Ursache, die Vorlage und das Trauma
für mein jetziges Leid-Empfinden und meine Ego-Reaktion
in meiner weltlichen Vergangenheit liegt.
War es jenes Ereignis in meiner früheren Beziehung?
Oder das Verhalten meiner Eltern in der Kindheit?
Oder liegt es an einem meiner vergangenen Leben?
Ist es die falsche Ernährung, der launige Chef, das miese Wetter,
der zerbrechliche Körper, die schlechte Energie,
das bösen Wort des anderen vor einer Minute
und, und, und?
Damit bewege ich mich nur innerhalb des Ego-Denkens,
denn ich suche die Ursache in der Welt,
ich suche Schuld
und eine Rechtfertigung für meine Ego-Reaktionen.
Ich analysiere das Ego mit dem Ego und bleibe in ihm gefangen.

Doch vor 20 Jahren oder einer Minute erlebte ich
die auf diese Weise ausgemachte scheinbare Ursache nur als leidvoll,
weil ich damals darauf mit dem Ego reagierte, wie ich es auch jetzt wieder tue.
Die Möglichkeit der Wahl des Heiligen Geistes,
des inneren Friedens, des grundlosen Glücks
bestand damals ebenso
wie sie auch heute im Blick auf damals besteht
und wie sie ebenso für die ähnliche jetzige Situation eine Option ist.
Damit ist gemeint,
ich erkenne BLOß, dass ich JETZT GERADE mit dem Ego verbunden reagiere und agiere,
in der momentane Situationen
und auch in meinem jetzigen Blick auf vergangene Situationen,
die mir dazu in den Sinn kommen.
Und woran erkenne ich mein Bündnis mit dem Ego?

Mit dem Ego ist stets ein Bezug zur Welt in meinem Empfinden.
Es geht immer um Situationen in der Welt,
um Verhaltensweisen von mir und anderen,
um körperliche Zustände,
denen ich die Macht gebe, mein geistiges Erleben zu beeinflussen.
Sowohl in Form von sogenannten angenehmen Gefühlen
wie Freude, Frieden, Glück, Liebe, Stolz, …,
die den Schmerz schon in sich tragen,
weil sie sofort kippen, wenn sich die weltlichen Situationen ändern.
Als auch in deutlich unangenehmen Gefühlen
wie Leid, Trauer, Wut, Neid, Angst, Schuld, Unruhe, Sorge, …
Es spielen Absonderung und Überheblichkeit, Überlegenheit oder Unterlegenheit,
Sieg und Niederlage, Erwartungen und Forderungen,
also stets „ich“ ODER „du“ eine Rolle.
Immer gibt es Bessere und Schlechtere, wird ausgeschlossen oder manipuliert.
Und alles schwankt und verändert sich ständig.

Ich beobachte also genau meine Gedanken und Gefühle und ihre Bezüge
und decke so das Ego in Aktion in mir auf.
Ich erkennen seine Wirkung auf mein geistiges Ergehen.
Und ich weiß: der EINZIGE Grund dafür ist MEINE eigene Fehlwahl.
Niemand und nichts anderes ist Schuld.
Und nun Achtung:
Gern mischt sich jetzt das Ego ein letztes Mal ein
und gibt nun spätestens hier MIR die Schuld.
Sich selbst schuldig zu fühlen ist ein ungeheuer vernichtendes Gefühl,
daher projizierten wir es ja und sind nun verleitet, es wieder zu tun:
„Aber die anderen… die Umstände…“
Doch sich selbst schuldig zu sprechen ist nichts anderes,
als andere schuldig zu sprechen.
Es ist schlicht Ego-Glaube.

Es geht nicht um Schuld,
sondern um das Erkennen der eigenen Fehlwahl.
Und DAS ist das Tor zur (Er-)Lösung.
Denn es gibt uns die Macht,
nun die richtige Wahl zu treffen.
Und diese befreit von ALLER Schuld.
Denn mit der richtigen Wahl des Heiligen Geistes wird deutlich,
dass es keinen Grund für Schuld und Angst gibt,
weil im Geist keine Trennung mehr erfahren wird,
aus der Schuld und Angst herrührten.

Statt dessen ist
grundloses Glück,
allumfassende Liebe
und unabhängiger innerer Frieden,
die alles und alle umfangen
und im letzten Schritt in sich selbst aufgehen
in:

Gott ist

6 Gedanken zu „Erlösender Umgang mit dem Ego

  1. Guten Morgen und vielen Dank,
    ich habe den Eindruck, dank deiner Erläuterungen in meiner „Geistesschulung“ mit größeren Schritten vorwärts zu kommen. Richtige Wahl und Fehlwahl. Immer konkreter. Und richtig verstanden ein äußerst aktiver Vorgang, wo ich noch vor einiger Zeit eher in passiver Erwartungshaltung verblieben bin. Und vieles mehr.
    Bin seit zwei Wochen ohne Störung in Frieden. Für mich ein absolut großer Gewinn!
    Ich freue mich auf das Seminar im Juni.
    Schönen Sonntag.
    Petra

    1. Liebe Petra, ich freue mich sehr für dich.
      Ja, wir haben einen aktiven Part, der den Wandel überhaupt erst einleitet. Wir allein haben die Macht darüber, wie wir die Welt wahrnehmen und auf sie reagieren und womit wir identifiziert sind. Genau das will das Ego verschleiern, weil es sein Ende bedeutet. Es will uns hilf- und geistlos machen.
      Unser aktiver Part ist der Beobachter und Entscheider im Geist. Stets beobachten wir uns sehr achtsam und decken so das Ego auf. Dann entscheiden wir uns für den Heiligen Geist, für Gott, für den wahren Frieden in uns. Und erst hier treten wir dann innerlich zurück und lassen in uns geschehen.
      Denn wir wissen nicht, was das wirklich bedeutet und wie genau dann unsere Handlungen aussehen. Wir sind zu sehr das Ego und seine falschen Vorstellungen von Liebe, Glück und Frieden gewöhnt, die immer von etwas weltbezogenem abhängen. Der Frieden, die Liebe, das Glück mit dem Heiligen Geist unterscheiden sich sehr deutlich davon. Bei weiterem achtsamen Beobachten können wir dies klar erkennen. Deshalb beobachte ich mich auch in friedvollen Phasen sehr aufmerksam.
      Es ist in meinem Erleben also eigentlich ein ständiges nahtloses Ineinandergreifen von Beobachten, Entscheiden und Innehalten. Im Prinzip ist es EIN Vorgang des neutralen, dass heißt nicht bewertenden und abwehrenden, Beobachtens. Das Beobachten beinhaltet schon das Innehalten, das Zurücktreten und die Wahl. Ich habe mich entscheiden, zu beobachten. Und das tue ich nur, wenn ich die Wahl getroffen habe, aus dem Ego aussteigen zu wollen. Denn neutral beobachten kann ich nur im Heiligen Geist ruhend. Das Ego hingegen zieht mich immer mitten in die Welt und die Gefühlsstrudel hinein.
      Wenn ich nun also auch die friedvollen Phasen achtsam beobachte, wird mir viel bewusster, was in mir genau dazu führte, wie anders es ist und erkennen auch schon erste vage Eintrübungen, wenn ich meinem Ego wieder Macht gebe.
      Oft werden wir in friedvollen Phasen im Geist wieder unachtsamer, gerade weil wir uns so gut fühlen. Meist fühlen wir uns nur aufgerufen genau hinzuschauen, wenn wir deutlich leiden. Prompt öffnen wir also so dem Ego wieder Tür und Tor, weil wir uns wieder mehr im weltlichen Geschehen verlieren.
      Auch ist es sehr spannend und wichtig herauszufinden, wie subtil der Ego-Schein-Frieden sein kann und wir dem gern auf den Leim gehen. Auch er hindert uns an der Rückkehr zu Gott. Genau hingeschaut, bemerken wir, dass er sich gar nicht sooooo toll anfühlt und sehr wackelig ist. Der Schritt zum Frieden des Heiligen Geistes ist dann sehr bereitwillig. 🙂
      Danke für deine Worte, durch das Formulieren meiner Antwort ist mir noch einiges deutlicher geworden,
      herzlich, Katja

  2. Hallo Katja, danke für deine Antwort. Mir ist jetzt beim Lesen auch nochmals deutlicher geworden, dass es mir gelingt, genau diese „Eintrübungen“ zu bemerken und dann zu gucken, wo sich mein Geist nicht im reinen Bereich befindet, bzw. wieder anfängt, sich im Egodenken zu verheddern. Ich finde es ungeheuerlich und äußerst beeindruckend, dass, wenn ich in diesem Moment den HEILIGEN GEIST darum bitte, mir umgehend Hilfe, sprich Korrektur gewährt wird. Mein Vertrauen wächst!
    Ich bin sehr dankbar, für meine neu entdeckte Quelle (QUELLE).
    Petra

    1. Juchu, liebe Petra, so schön, was du erfährst! Was du dir selbst und damit auch anderen schenkst!
      Und das ist dann ein positiver Kreislauf: ich schenke dem Heiligen Geist in mir Vertrauen, ich erfahre die positive Wirkung und schenke noch mehr und bereitwilliger Vertrauen – sogar an Punkten, wo mich die Angst noch zu sehr packt. So wird der Kreislauf allmählich zu einer Spirale, die irgendwann für immer aus dem Ego hinausführt.
      In Freude, Katja

  3. Ich muss jetzt noch etwas dazu schreiben: Ich bin sehr, sehr froh, dass ich meine Erfahrungen mit jemandem teilen kann, weil ich mir oft unsicher bin, ob ich mit meinen Interpretationen vom Kurs richtig liege. Manchmal habe ich auch schon meine eigenen Erfahrungen mit GOTT, SOHN und HEILIGEM GEIST angezweifelt und überlegt, ob ich mir selbst was vorgaukele (was ja wohl auch wieder eher so eine Egofalle ist).
    Jetzt aber Schluss für heut.
    Petra

    1. Ja, Petra, das Teilen empfinde ich auch als sehr hilfreich und zugleich wächst dabei unsere Sicherheit, auch allein zu erkennen, wo wir fehlgehen. Sehr praktisch, nicht wahr? 🙂

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