9 Gedanken zu „Ein anderer Fokus

  1. Deine Gedanken haben mich gerade berührt. Da ich heute mit vielleicht ähnlichen Überlegungen beschäftigt war.
    Mir ist dazu eingefallen, dass ich oft ich in meinem Leben mein Glück in den Äußeren Erscheinungsformen des Lebens gesucht habe zu dem ich das zähle was Du beschreibst.
    Indem ich diese „benutzte“ um meine scheinbaren Bedürfnisse zu befriedigen und mich dadurch glücklich zu fühlen, wurde ich regelmäßig und mehr oder minder schmerzhaft enttäuscht.
    Ich glaube das diese Erfahrungen zu Ablehnung dieser“ Formen“ führen können.
    Ich empfinde aber Beziehungen , Körper, Lebensumstände auf dieser Welt als unablässig und unbedingt notwendig um zu lernen und d a n n zu dem Einssein zu gelangen nach dem wir uns alle in Wirklichkeit sehnen.
    Mir gefällt deshalb besonders an deinen Worten die Schlussfolgerung, nämlich dass man“durch sie und mit Ihnen“ zu dem erfüllten Einssein gelangt.
    Für mich bedeutet das, das ich mit erhobenen Herzen, die liebevolle Stimme in mir versuche wahrzunehmen und dieses Erhabene, Schöne in die Begegnungen und alle Umstände meiner Welt mit meinen Bedürfnissen einfliessen lasse , aber es nicht festhalte sondern weiterfliessen lasse … Dann kann ich wirklich tiefe Freude und Glück in dieser Welt empfinde und gegebenenfalls auch Frieden mit meinen Bedürfnissen finden. Ich glaube wir können dann wie Antennen und Sender sein , empfangen und senden.

    1. Lieber Jens, sehr sehr schön und absolut nachvollziehbar für mich, was du schreibst. Wir kennen sie alle, diese vergebliche Suche im Außen, und ja, der Rückzug aus Beziehungen und Askese aus Ablehnung ist auch nicht die Lösung, denn Ablehnung ist auch Ego.
      Ich bin mir ganz sicher und erlebe es phasenweise schon, dass alle Bedürftigkeit wegfällt, wenn ich von innen erfüllt bin. Dieses Erfülltsein fließt über und wird mehr (obwohl ein Mehr als Erfülltsein ja gar nicht geht 🙂 ), indem es mit anderen geteilt wird. Der andere ist dann nicht mehr für mein Glück zuständig und nun erst kann ich ihn wirklich sehen, ihm zur Seite stehen und ihn wahrhaft lieben. Er ist kein Muss mehr in meinem Weltenleben, sondern das Sahnehäubchen… ein gemeinsamer Genuss! 🙂

  2. Warum erlebe ich Leid und Schmerz, frage ich mich und erhalte sogleich Antwort: um mich jetzt bewußt für die Liebe zu entscheiden!
    Ich habe seit gestern Kreuzschmerzen und frage mich jetzt nicht, warum? Ich bin bereit, mich klar auf Freude, auf Glück, auf die Liebe auszurichten. Ich lasse die Liebe walten, das heißt, ich gebe mich der Liebe hin. Zuerst ist das ein Gedanke, ein wohltuender Gedanke, der sich in meinem Geist ausbreitet. Das kann ich wahrnehmen. Das macht mir Freude. Ich habe Lust darauf, dieses Gefühl sich ausdehnen zu lassen. Es überrascht mich immer wieder noch, wie spielend einfach das ist. In der Küche nebenan steht mein Mann am Herd. Er pfeift zur griechischen Musik im Radio. Ich kann nicht sagen, ob sich seine Ruhe zu mir ausbreitet, oder meine klare Ausrichtung auf Liebe, Freude, Glück zu ihm. Das wäre auch eine sinnlose Frage, da sie das gemeinsame Wohlfühlen überdecken oder verschleiern würde. Ein stilles Glück, das wir zu 100 Prozent teilen. Das ist sowas von sicher und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen. Ich brauche ihn nicht zu fragen, ob es ihm gut geht. Ich spüre es, wir spüren es. Das ist die geistige Verbindung. Manchmal reden wir darüber, über dieses Wohlfühlen und stellen fest, dass es diese Worte gar nicht braucht. Wir sind uns sicher. Aller Anfang liegt im Geist, die Wahrheit liegt im Geist. Ich habe diese Erfahrung und das Gewahrwerden dieser Kraft schon oft wahrgenommen. Da haben Schmerzen, Kummer und Sorgen keinen Platz. Sie lösen sich auf oder werden weniger bestimmend und unwichtiger. Die klare Ausrichtung startet immer wieder neu in meinem Geist, mit einem Wort, mit einem Gedanken und die Liebe liebt mit einer Sicherheit an der ich nicht mehr zweifeln kann. Und sie schließt niemanden aus. In diesem Geist (Sinn) sind wir Menschen geborgen, sicher, vereint, in Frieden, ruhig, gelassen, vertrauensvoll, vollkommen liebend und geliebt. Das Leben ist vollkommen (perfekt), es gibt nichts zu verbessern.

    1. Liebe Veronika, danke für diesen berührenden, mitnehmenden Einblick.
      Sehr gut finde ich deinen Hinweis, nicht nach dem Warum zu fragen. Auch ich frage immer seltener nach dem Warum von Umständen, denn es führt nur zu einer Schuldsuche innerhalb der Welt (der kalte Wind ist Schuld, das schwere Heben, der fehlende Sport, die schlechte Ernährung, der Chef, die Eltern, der Stau …) und lässt uns so in ausweglosen Egoanalyse-Kreisläufe hängen bleiben!
      Ich erlebe es wie du als unglaublich befreiend, nicht mehr nach dem Warum zu fragen. Sondern mich stattdessen durch das Aufmerksam-Werden auf mein Unwohlsein – und auch auf mein weltabhängiges Wohlfühlen – auf das auszurichten, was wirklich hilfreich, liebevoll und lösend ist: die von dir beschriebene innere Wahl des heilen Geist, der wahren Liebe in uns.
      So verwendet ist das Welten-Leben perfekt, das gemacht war, um unperfekt zu sein, um immer wieder voll Angst und Leid empfunden zu werden. Nun wird es uns jedoch in jedem Umstand ein Sprungbrett zurück zum Gewahrsein unseres wirklichen Lebens in Gott. 😊

      1. Liebe Katja, danke für deine Worte. Ich erlebe es auch, dass alle Situationen dazu dienen, das Sich-trennen-wollen aufzugeben und in meines Vaters Haus einzukehren, um zu bleiben. Die Aufgabe des Egowillens aufgeben, der trennen will, um frei zu sein?! Frei zu sein vom Willen Gottes, der mich (dich, uns) auf ewig gefangen hält und so meine (deine, unsere) wahre Freiheit und Identität sicherstellt. Ein neuer Tag, eine neue Gelegenheit, ich wähle neu und freue mich in einer neuen Welt.

  3. Hm……. ich suche im Alltag ganz oft nach dem Warum. Nicht um Schuldige zu finden, sondern um Ursachen zu erkennen, die ich dann abstellen kann. Warum bekomme ich Sodbrennen? Vielleicht ist es der Kaffee. Dann lasse ich Kaffee weg, um zu schauen, ob auch das Sodbrennen wegbleibt. Manchmal funktioniert das ganz schnell, manchmal muss man lange suchen, manchmal findet man nichts. Ist das nicht einfach Lernen? So wie ein Kind lernt, nicht auf heiße Herdplatten zu fassen. Geht es da wirklich um Schuld, oder lernt man nicht einfach, sich in dieser Welt zurechtzufinden? Auch wenn sie letztlich eine Illusion ist…..

    1. Lieber Tom, ich kann deine Überlegungen und Verhaltensweisen gut verstehen. Natürlich verhalten wir uns in dieser illusionären Welt mit dem Körper ihr angepasst und greifen nicht auf die heiße Herdplatte oder wir lassen den Kaffee weg, wenn wir das Gefühl haben, es tut uns nicht gut. Damit sind wir liebevoll zu uns und das ist gut und stimmig.

      Ich habe für mich mit dem Kurs gelernt, da aber nicht stehenzubleiben. Aus zwei Gründen.
      1. Ganz so gradlinig und immer gleich Festgeschrieben ist es auch in der illusionären Welt nicht. Da gibt es Menschen, die über glühende Kohlen gehen ohne Schmerzen und Verbrennungen. Und mal hat man Sodbrennen scheinbar vom Kaffee und mal nicht bzw. nicht jeder hat vom Kaffee Sodbrennen. Scheinbar spielen also noch andere Dinge eine Rolle, dass etwas so ist, wie es ist.
      Auf kurstheoretischem Hintergrund ist es letztlich einfach eine Egogeist-Projektion. Da sind Figuren im Weltentraum, mit denen wir uns als Geist identifizieren und denen etwas passiert, scheinbar aus diesen oder jenen Weltentraum-Gründen. Aber der wirkliche Grund ist, dass sie einfach so mit diesem oder jenem Leiden im Geist erdacht wurden und dies nicht durch den Traum oder Traumumstände hervorgerufen wird, die wir dann aber zu manipulieren versuchen und auf dieser Ebene hängen bleiben.

      2. ist es dann auch noch, wie du schriebst, manchmal eine sehr langwierige mühselige Suche nach weltlichen Ursachen und daraus folgend Handlungen. Und oft ist auch keine Ursache dabei ausfindig zu machen. Und bei all dem sind wir bestimmt durch unser geistiges Leiden der Angst und des Unfriedens, abhängig in unserem inneren Ergehen davon, eine weltliche Ursache zu finden, die hoffentlich beseitigt werden kann, um uns den weltlichen Zustand wieder herzustellen, den wir für unseren geistigen Frieden zu benötigen glauben. Und wie sehr wir dabei identifiziert bleiben mit dem Körper und der Welt, was immer Schuldgefühle und Schuldzuweisungen beinhaltet. Das meine ich mit dem Egokreislauf durch Warum-Fragen, die die Ursachen in der Welt suchen. Dahinter steht für mich immer das Thema Angst und Schuld, weil nicht an der richtigen Stelle, nämlich im Geist, nach der wirklichen Lösung gesucht wird.

      Für mich ist es daher mit dem Kursweg weitgefasster anzugehen. Optimaler Weise wird mir als erstes oder schnell die Störung meines Geistesfriedens durch den weltlichen Umstand bewusst und ich richte mich auf den Heiligen Geist um inneren Frieden und Liebe aus. Und dann erst handle ich auch in der Welt, was immer mir dann in meinem Frieden noch als wichtig und richtig erscheint. Ich kann aus meiner Erfahrung bestätigen, was auch Veronika schrieb: dann stört der Schmerz oder Umstand den Geistesfrieden oft nicht mehr oder ist fort (ohne dass es mein Ziel war). Oder ich weiß plötzlich ganz klar und eben ohne mühselige Suche und Warum-Fragen, was weltlich zu tun ist, es fällt mir einfach ein.

      Nicht immer ist uns dieser optimale Zugang möglich. Und dann handeln wir einfach aus dem Ego und tun, was wie aus dem Ego für richtig halten. Das ist gar nicht schlimm und ganz normal. Und irgendwann kommen wir auch dabei doch wieder an den Punkt, wo wir auch wieder den Heiligen Geist hinzunehmen können und wirkliche geistige Hilfe in Form von Frieden und Liebe erfahren, durch die wir mit allem in der Welt angstfrei umgehen können und letztlich den Ausstieg aus der Weltraum geschieht.

      Ist es für dich jetzt besser nachzuvollziehen, Tom, was mein Herangehen ist?

  4. Ja, das hast du sehr schön beschrieben, Katja! Mein etwas banal klingender Einwurf war vielleicht dadurch motiviert, dass ich denke, dass wir auf der weltlichen Ebene so normal wie möglich leben sollten. Ich würde einem Kind nicht sagen: „Die heiße Herdplatte kann dir wehtun, aber es soll auch Leute geben, die barfuß über glühende Kohlen laufen“. Das mag zwar so sein, aber in meinem Leben ist das auch irrelevant und ich werde nicht auf heiße Herdplatten fassen oder über glühende Kohlen laufen. Natürlich hast du Recht, dass wir letztlich unsere eigenen Traumfiguren sind und deren Leiden mitträumen. Die Ursachen liegen nicht im Körper oder in der Welt, sondern tief im Geist. Das ist mir bewusst, dennoch kann ich mich nicht völlig freimachen davon zu glauben, dass bestimmte weltliche Umstände für meinen geistigen Frieden und mein Glück wichtig sind. Es sind zwei Ebenen, auf denen wir balancieren – einerseits normal in der Welt handeln, andererseits versuchen, alles mit dem HG zu betrachten – und doch finde ich es manchmal sehr schwierig, diese Ebenen nicht zu vermischen.

    1. Lieber Tom, genau, jeder hat und braucht andere weltliche Erfahrungen. Für manche ist das mit den glühenden Kohlen eine wichtige Erfahrung bezüglich der Macht ihres Geistes. Auch wenn ich selbst es nie getan habe und mich auch nichts dahin zieht, lerne ich von ihrem Beispiel, dass ich eine geistige Wahl habe. Mich interessiert dabei nicht, damit in der Welt etwas zu manipulieren, aber es stärkt mein Vertrauen, dass ein Geistesfrieden im Angesicht von allem hier möglich ist.
      Für mich bedeutet normal in der Welt handeln, wenn ich mit dem Heiligen Geist in mir agiere. Ich werde dabei in aller Regel keine “verrückten” Dinge tun, aber so manche Aktion aus dem Ego und so mancher Glaubenssatz, so manche Bedürftigkeit fallen einfach weg, weil innerer Frieden sie nicht mehr nötig macht. So komnen für mich die Ebenen zusammen.

      Klar machen wir uns noch immer von Umständen in dieser Welt abhängig und meinen, sie zum glücklich sein zu brauchen! Wir sind einfach auf dem Weg und decken unsere Abhängigkeiten immer mehr auf und nehmen in unserem Tempo Abschied davon. Toll, dass du da so ehrlich mit dir bist.
      Die Aussage des Kurses ist, dass absolut nichts in der Welt uns wirklich glücklich macht, nur scheinbar und vorübergehend.
      Ich erlebe es für mich als sehr entscheidend, Theorie und Praxis nicht zu trennen, sondern die Theorie ganz konkret in der Praxis parat zu haben und anzuwenden. Auch das bringt die Ebenen zusammen. Und erstaunlich neue Erfahrungen hervor. Eben wirklich die Erfahrung, dass Geistesfrieden möglich ist in dem Zustand, den ich mit dem Ego eigentlich händeringend ändern möchte und mich im Ego verzweifelt im Kreis drehe. Und dafür muss ich am Ende alle meine weltbezogenen Ideale und Überzeugungen loslassen, sonst glaube ich zwar vielleicht die Theorie, erfahre sie aber nicht in in aller Konsequenz in meinem Innern. Es ist nicht einfach und wir gehen Schritt um Schritt alle miteinander…
      Ich danke dir ganz herzlich dafür. 🙂

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