Woran bemerke ich, dass ich den Kurs „richtig“ mache?

 

Den Kurs richtig machen bedeutet nicht, alle Übungszeiten der Kurs-Lektionen stets einzuhalten. Um das unbedingt exakte Einhalten geht es auch nicht – niemand schafft das. 
Es geht darum, dass wir durch ein vermehrtes Beobachten unserer selbst und gerade durch die verpassten Übungszeiten begreifen, wie oft und schnell wir wieder besinnungslos dem Ego-Denken hingegeben sind und deshalb leiden. Es geht darum, uns genau dafür nicht schuldig zu fühlen, sondern nur immer gewillter zu werden, immer öfter an unseren Geistes-Wandel zu denken – schließlich auch nach Beendigung des Übungsbuches in unserer ganz individuellen weiteren Kurs-Anwendung. 

Jedes Mal, wenn wir daran denken, uns für einen Geistes-Wandel zu entscheiden, haben wir den Kurs „richtig“ und einen Schritt gemacht – wunderbar, selbst wenn wir meinen, keinen Effekt zu spüren. Er wirkt und die Wirkung wird uns bewusst werden. Manchmal ist es etwas ganz Subtiles, Stilles, dass uns erst später deutlich wird.

Es geht vielmehr darum, wenn wir daran denken, dann hingebungsvoll und offen zu sein und nichts Bestimmtes zu erwarten.
Dann werden wir Momente des inneren Friedens, der Klarheit, der Sorgenfreiheit, der Liebe für alle erfahren – so kurz sie auch sein mögen und ganz gleich, in welchen weltlichen Situationen wir uns befinden. Nur an diesem inneren Frieden, der alle einschließt und der unabhängig von der weltlichen Situation unseren Geist erfüllt, erkennen wir, dass wir den Kurs „richtig“ machen.

Egal, ob dieser Friede scheinbar durch eine Übung, das Vergessen einer Übung, irgendein Buch, eine stille oder schwierige Begegnung, einen kranken oder scheinbar gesunden Körper, ein Gespräch, einen eigenen Gedanken oder ein ruhiges Innehalten ausgelöst wurde… in Wirklichkeit war es unsere Bereitwilligkeit in diesem Moment, die das friedvolle Wirken unseres heilen Geistes zuließ.

Der Prozess zurück zu diesem inneren Frieden ist immer wieder auch schwierig, denn wir kommen dem Kern seiner Abwehr immer näher. Übelste Egoattacken, tiefste Ängste, abgründige Schuld, alle an die Welt bindenden Werte und Überzeugungen sind ans Licht zu bringen, weil genau sie den Zugang zum Frieden verhindern. Wenn es also im Inneren teilweise schlimmer zu werden scheint, zeigt es dennoch unser Fortschreiten an. Wie schön, wenn wir nach und nach lernen, all dem still begegnen zu können, sodass wir auch in diesen schweren Zeiten immer wieder Frieden, Verbundenheit und Getragensein verspüren. Dadurch halten wir durch, wissen, wo es hingeht und bleiben dran. Wir können nie etwas wirklich falsch machen, sondern stets nur beRICHTIGen.

Es ist dieser innere Frieden und eine Liebe, die alle einschließt, die uns zeigen, dass wir den Kurs anwenden. An den Geschehnissen in unserem Leben ist es nicht abzulesen. Das normale körperliche Leben geht weiter wie bisher. Der Körper hat mal mehr, mal weniger Symptome, im Weltlichen läuft es mal besser, mal schlechter – aus Sicht des Ego. Das wird immer so sein, so ist es nun mal in dieser Welt der Veränderung und Unbeständigkeit. Das spielt nicht wirklich eine Rolle, wenn wir lernen, dass es nur um unseren beständigen GEISTES-FRIEDEN in ALLEN Situationen geht. Dann können wir auch gut mit allen Situationen umgehen und uns letztlich von ALLEM WELTLICHEN LÖSEN. Nichts  wird mehr als schlechter oder besser empfunden, sondern einzig: LIEBE IST.

 

20 thoughts on “Woran bemerke ich, dass ich den Kurs „richtig“ mache?

  1. Danke liebe Katja fürs teilen deiner erfahrungen, ich lese gerne mit und empfinde es als sehr hilfreich.
    Ich selber durfte tiefer rutschen mit dem kurs, ich bemerke wie ich öfter auch ohne das ego lese, ich merke es daran, dass ich für MICH begonnen habe zu lesen und nicht beim lesen denke, dass mein sohn, mein ex- mann, mein chef dies mal lesen sollte… Da draussen ist keiner, ich les es also nun für mich und für alle mit, in freude und dankbarkeit. Und ich lese nicht nur den kurs, ich mache ihn, oder er macht sich durch mich. In begegnungen, wo ich aufgehört habe zu urteilen und es dünkt mich es ist ohne mein dazutun so gekommen, vielleicht eben gerade weil mein ‚dazu-tun‘ stetig weniger wird. Ich hab da also die kleinen zeichen im gewahrsein, dass sich was ändert, von der angst und der schuld zur freude und der liebe hin.
    Nun freu ich mich ganz enorm dich in Karlsruhe in bälde wieder zusehen für gemeinsames lernen.
    Sei lieb gegrüsst und umarmt.
    Doris

    1. Liebe Doris, ja, da sagst du etwas Wichtiges: jeder macht den Kurs nur für sich selbst, es gibt niemand anderen zu retten. Sobald wir glauben, jemanden retten zu müssen, sind wir selbst in der Angst und daraus können wir nicht wirklich hilfreich sein. Zudem sind wir ganz der Illusion hingegeben. Werden wir aber bereit für den Frieden und die Liebe unserer aller Quelle, sind wir ohne Sorge um uns und andere, sondern voll Vertrauen in unsere EINE Wahrheit. In dieser Präsenz sind wir zugleich in der Illusion für uns alle automatisch wirklich hilfreich da.

      Sehr schön, wie die Kursanwendung in dir schon zu einer neuen Gewohnheit geworden ist. Da kenne ich auch, dass es mir manchmal so vorkommt, als käme es dann nicht mehr von mir, weil es so anders ist als mit dem Ego. Und dennoch ist es von mir und viel näher dran an dem, was ich wirklich bin.
      Es ist unsere Entscheidung, es liegt in unsere Macht, uns in dieser Welt zu verlieren und wieder aus ihr zu erwachen. Das macht niemand anderes. Der Heilige Geist ist unser heiler Geist, den wir wieder statt des Trennungsdenkens (Ego) einsetzen. Das Ego macht uns gerne klein und machtlos. Erkennen wir unsere wahre Größe an, die Liebe ist … und uns zu sich selbst zurückführt.
      Auf bald, liebe Doris, ich freue mich auch auf und über unser gemeinsames Lernen, herzlich, Katja

      1. Danke für deine hilfreichen, weiterführenden gedanken.
        Ja, lass uns in unsere wahre grösse die die liebe ist hineinwachsen und dieses licht in jedem bruder sehen und nichts sonst! Ein üben dessen vermag so viel ruhe und frieden und freude bringen und der ‚aufenthalt‘ im heilen geist dehnt sich aus. Ich finde die übung meinem bruder ohne vergangenheit zu begegnen auch sehr spannend. Da gehen beiderseits türen auf wo ich dachte, dass hopfen und malz längst verloren ist. Wenn ein alter hass der liebe weicht, danke ich dem kurs, weil er mich richtig macht. 😁
        Auf bald also du liebe. 🌹🌹🌹

    1. Liebe Michaela, das freut mich, dass du eine Antwort bekommen hast. Ja, wir können uns entspannen, es geht darum, gerade genau all das still zu beobachten, was uns quält und nicht darum, uns noch mehr zu stressen. Seien wir geduldig und liebevoll mit uns selbst.

  2. Hallo liebe Katja
    Auch mir haben diese Zeilen sehr geholfen. Ich habe die letzten 3-4 Tage keine neuen Lektionen gelesen, obwohl ich es vorher gar nicht abwarten konnte. Jetzt fällt mir auf, dass mir in dieser Zeit die vorangegangenen viel bewußter und klarer geworden sind.
    Auch hat mich ein Freund, der mit dem Kursweg noch nicht vertraut war, in einer für ihn strittigen Situation mit einem Anderen, um Rat gefragt. Ich konnte ihm erklären, dass er im Geist immer eine Wahl hat und eine Reaktion von ihm aus dem Ego heraus für beide Seiten sinnlos wäre. Das Ende der Geschichte war, dass der Streit sich nicht fortgesetzt, sondern einfach in Luft aufgelöst hat. Das war ein sehr schönes Erlebnis. Ich habe auch gespürt, dass es mich nicht wie früher mit Stolz und Erhaben sein begleitet hat, sondern einfach nur mit Dankbarkeit und Frieden. Auch mein Freund war sehr angetan. Er wird sich jetzt dein Buch schenken lassen und ich freue mich sehr, endlich jemanden zu haben, mit dem ich mich zusätzlich neben euch allen, über den Kursweg austauschen kann.
    Ich wünsche euch eine schöne Zeit

    1. Lieber Oliver, so schön, dass du uns von dir erzählst und danke für die doppelte und dreifache Gänsehaut!
      Zum einen wegen deiner Erfahrung mit den Lektionen, die so anschaulich zeigt, dass mal dieses, mal jenes Tempo gerade genau richtig ist.
      Des weiteren wegen deiner zugewandten und zugleich stillen Haltung gegenüber deinem Freund.
      Und schließlich wie dein Freund es so annehmen konnte, bei sich selbst zu bleiben und der Streit verschwand.
      Ist er nicht toll, unser Kursweg? 😉

  3. Liebe Katja,

    „Wann mache ich den Kurs richtig?“ kann bei der nicht zu leugnenden Komplexität der Kurstexte in der Tat zu Kopfzerbrechen führen. Und das ist mit Sicherheit das Letzte, was der Kurs beabsichtigt.

    Eigentlich gibt es nur eine einzige Entscheidung zu treffen: Die Aufmerksamkeit nach außen oder nach innen zu wenden. Wofür interessiere ich mich gerade – für die Welt oder für denjenigen, der diese Welt sieht? Nur auf eines von beiden kann ich meine Aufmerksamkeit lenken. Lenke ich sie nach innen, höre ich aber deswegen nicht auf, in der Welt zu funktionieren. Ich schaue dann lediglich dorthin, wo die Welt ohnehin in Wirklichkeit ihren Ursprung hat. Schaue ich nach außen, vergesse ich mich ganz einfach selbst und das Ergebnis von Selbstvergessenheit nennt man „Ego“.

    Jedes Beobachten innerer Vorgänge, jede nach innen gerichtete Aufmerksamkeit bedeutet, den Kurs anzuwenden.

    Euch allen eine gute Zeit!

    1. Lieber Thomas, danke für diese Beschreibung und Definition, die für mich auch sehr stimmig ist. Nur möchte ich ergänzen, dass ich bei dem Nach-Innen-Gerichtet-Sein dennoch auch noch vielen Fallstricken begegne. Ich kann mich dann sehr in Angst, Schuld, dem Ausgeliefertsein des Ego verstricken. Und auch in diversen anderen weltlichen Therapien/Ansätzen schaut man nach innen und bewegt sich dabei dennoch nur in der äußeren Welt-Verstrickung. Deshalb ist für mich der Punkt des eintretenden weltunabhängigen Friedens, der wirklich der Ausweg ist, sehr wichtig. Für mich kommt bei der Nach-Innen-Wendung des Kurses eine innere Dimension hinzu, die Dimension unseres heilen Geistes, dem ich mich bei der Innen-Schau gleichzeitig öffnen muss.

    1. Danke, lieber Andre, ich bemerke es für mich auch so: alles, was mit dem Kurs zu tun hat, immer wieder anders in Worte zu fassen und tiefer und tiefer zu durchdringen, führt weiter und weiter ins eigentlich Unaussprechliche, wo die Lösung liegt.

  4. Liebe Katja, ich vermute, dass Thomas mit dem Innen kein psychologisches Innen meint. Eher den imaginären Punkt des „Beobachters“. Von dort aus sind selbst Gefühle und Gedanken noch „außen“, eben weil sie ja wahrnehmbar sind. Alles was wahrnehmbar ist, ist demzufolge „außen“. Und wenn dann das „Innen“, also der Beobachter, als völlig rein erkannt wird, sieht man, dass es gar kein getrenntes Außen gibt. Dieses leere Innen hat für mich schon in gewisser Weise die Qualität des HG, ohne dass ich mich da auf Begrifflichkeiten festlegen möchte 🙂

    1. Lieber Tom, vielen Dank für die weitere Differenzierung von Außen und Innen. Ja, ganz genau, auch unsere Gedanken und Gefühle, die innen zu sein scheinen, sind still zu beobachten. Und in dieser Stille ist der heile Geist präsent. Alles Leid-, Konflikt- und Problemempfinden endet, wenn wir wirklich an diesem inneren Punkt angekommen sind. Daraus bewegen wir uns sicher und klar, ohne Zögern und Zweifel in der Welt, solange wir noch mit einer Person hier zu sein scheinen.

      1. Ja, das ist wahres Zentrieren. Dieses unser Zentrum ist rein und klar wie ein Spiegel. Wenn wir aber das Ego für das Zentrum halten und entsprechend denken und handeln, dann sind wir egozentrisch 🙂

        1. Ja, hier angesichts der Welt können wir nur das Egodenken oder den Frieden Gottes in unserem Inneren, in unserem Geist wiederspiegeln. Unsere Wirklichkeit Gottes ist noch jenseits davon.

  5. “ Eher den imaginären Punkt des „Beobachters“. Von dort aus sind selbst Gefühle und Gedanken noch „außen“, eben weil sie ja wahrnehmbar sind. Alles was wahrnehmbar ist, ist demzufolge „außen“. Und wenn dann das „Innen“, also der Beobachter, als völlig rein erkannt wird, sieht man, dass es gar kein getrenntes Außen gibt. Dieses leere Innen hat für mich schon in gewisser Weise die Qualität des HG, ohne dass ich mich da auf Begrifflichkeiten festlegen möchte 🙂“

    Ganz genau.

    Man könnte das Verweilen im Beobachter mit einem Licht vergleichen, das immer heller wird, je öfter man es anknipst. Zunächst erscheinen in diesem Licht die inneren Vorgänge schärfer (deutlicher). Mit der Zeit jedoch tritt das Gewahrsein vom Beobachter in den Vordergrund – ich erfahre den Beobachter selbst als Wirklichkeit und erkenne zunehmend, dass ich das bin. Und in dem Maße, wie ich den Beobachter als mich selbst erkenne, verblasst die illusionäre Wirklichkeit von Gedanken und Gefühlen. Sie wird sozusagen vom Licht des Beobachters überstrahlt und wird dadurch aufgelöst. Einfach nur durch schlichte Präsenz .

    Deshalb geht die Wirsamkeit des Nach-innen-Wendens weit über das reine Wahrnehmen der Gedanken und Gefühle hinaus.

    Tatsächlich ist der Beobachter rein, wie Tom es sagte. Er wertet nicht, er schaut lediglich. Das ist der „Heilige Augenblick“ des Kurses, weil der Beobachter als Zeit- lose Stille auftritt und Präsenz (Wachheit) ist die beste Umschreibung für seine Natur.

    Man könnte „Heiliger Augenblick“ auch als „heilende Stille“ bezeichnen.

    „Dieses leere Innen hat für mich schon in gewisser Weise die Qualität des HG“

    Dort wird der HG gefunden, ja. In der Stille. LG

    1. Vielen Dank lieber Thomas, nun ist mir deutlicher, was du mit Innen meintest. Wunderbar, wie wir es nun alle zusammengetragen haben, um uns zu verstehen.

      Für mich ist dieser von uns nun definierte Beobachter noch nicht ganz meine/unsere letzte Wirklichkeit. Aber er ist der Weg zur Wirklichkeit. Über ihn kommen wir ihr hier angesichts der Welt am nächsten. Er spiegelt die Stille, die Liebe, den Frieden (die Qualität, wie ihr es sehr schön nanntet) der Wirklichkeit wider und bietet damit den Übergang zur Wirklichkeit. Unserer Wirklichkeit verstehe ich laut Kurs so: da gibt es auch keinen Beobachter mehr, da gibt es auch gar nichts mehr zu beobachten, nichts scheinbar Separates, keine Welt, keine Gefühle, keine Individualität und Formhaftigkeit, nichts Gott/der Einheit gegenläufiges mehr. Es ist nur ein nicht zu beschreibendes EINSSEIN, ein völliges Aufgehen in dieser Qualität.
      Wie ist es in deinem Verständnis?

      Ganz herzliche Grüße an dich.

  6. Ja genau, liebe Katja – der Beobachter ist nicht unsere letzte Wirklichkeit. Aber er ist unserer Wirklichkeit sehr viel näher als das geistlose Ego.
    Er ist wie ein Seil, das in unserem Geist herabhängt und an dem wir uns festhalten können. Wenn man daran festhält, wird man heraufgezogen.

    „da gibt es auch keinen Beobachter mehr, da gibt es auch gar nichts mehr zu beobachten, nichts scheinbar Separates, keine Welt, keine Gefühle, keine Individualität und Formhaftigkeit, nichts Gott/der Einheit gegenläufiges mehr. “

    Ja, solange etwas beobachtet wird, ist die Spaltung nicht aufgehoben.

    Ansonsten sehe ich es genau so, wie du es oben beschrieben hast.

    Herzlichst, Thomas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.