Will ich Wertschätzung oder wirklichen Frieden?

 

Ich habe im letzten halben Jahr eine große Herausforderung gehabt, die mich soooo viel gelehrt hat. Ich war in einer beruflichen Situation, die mich physisch und psychisch außerordentlich strapazierte. Ein extrem hohes Arbeitstempo mit Multitaskingfähigkeiten hoch 10 prasselte auf mich ein. Ein Arbeitspensum mit immer über 40 Stunden die Woche und ohne Pausenzeiten aufgrund einer chronischen Mitarbeiter-Unterbesetzung war stets vorprogrammiert. Dennoch war nicht alles zu schaffen, jeden Abend blieb etwas liegen. Diese Umstände ließen mich an meine körperlichen Grenzen stoßen. Trotz Müdigkeit konnte ich oft aufgrund von Gedankenkreisläufen nicht einschlafen oder ich wachte lange vor dem Weckerklingeln schon wieder auf. Zunehmend stellten sich täglich Krämpfe in den Beinen und Füssen an den unmöglichsten Stellen ein, wenn ich abends oder am Wochenende zu Ruhe kam.
All dies wurde von einem Arbeitsklima begleitet, dass die noch viel größere Herausforderung für mich war: eine Chefin, die in kurzen Intervallen gegensätzliche Anweisungen gab und jeweils nichts mehr von der vorhergehenden Anweisung wusste, ein häufig von ihr sehr spitzer Tonfall bis hin zum Anschreien, ein beschuldigendes Unterstellen von Dingen, die ich nie getan hatte, eine völlige Unfähigkeit, zuzuhören und sich auf eine andere Sicht einzulassen, geschweige denn dass etwas von motivierender Mitarbeiterführung oder überhaupt einer Führung zu spüren war. Sie hob immer nur hervor und ritt darauf herum, wo etwas mal nicht so schnell geklappt hatte, aber die tausende Male, die es gut geklappt hatte, erwähnte sie nie. Sie sagte, sie würde sofort drei bis vier weitere Mitarbeiter einstellen, weil das Arbeitspensum nicht zu schaffen sei und erwartete aber immer von uns wenigen, dass wir es doch schaffen. Es kam nie ein Danke.

Ich suchte mehrfach sehr ruhig das Gespräch mit ihr, doch es führte nur dazu, dass wir aneinander vorbei redeten. Es war, als seien wir am gleichen Ort in zwei völlig verschiedenen Welten. Sie hatte mich danach nur noch mehr auf dem Kieker, denn meine Kolleginnen, die sich bei mir alle über die Arbeitssituation regelmäßig ausließen, waren nicht zu bewegen, dass wir gemeinsam ein Gespräch mit der Chefin suchten. Sie hielten alle still, fielen mir sogar in den Rücken, um ihre eigene Haut zu retten, machten ihre unzähligen Überstunden und liefen weiter am Limit und darüber. Also wurde ich, die Unbequeme, schließlich gekündigt.

Was lernte ich?
Einmal mehr:
Dass der Kurs mir immer hilft.

Anfangs war er tagsüber kaum greifbar, weil ich so von neuen beruflichen Informationen und Abläufen überflutet war, dass keinerlei Denkpausen entstanden. Und dennoch sagte ich mir jeden Abend und jeden Morgen, es muss möglich sein, es ist immer möglich! Und siehe da, irgendwann dachte ich immer öfter auch auf der Arbeit an den Kurs. Ein kurzes Innehalten und Bewusstwerden „Dies ist nur mein Traum“, was mir einen neutralen Abstand verschaffte oder ein Spüren des ungestörten Friedens unter all dem Stress, während ich von A nach B hetzte, mit jemanden sprach oder den PC bediente.
Ich legte mich nach der Arbeit erschöpft auf meine Couch und versenkte mich meditativ in einem Meer der Stille und des Friedens und erholte mich auf diese Weise schneller. Ich vertraute, wenn ich nicht einschlafen konnte oder zu früh wach wurde, dass ich trotzdem genug Kraft für den Arbeitstag haben würde. Und ich ging tatsächlich die meiste Zeit morgens gern und neu ausgerichtet zur Arbeit, denn inhaltlich machte sie mir großen Spaß.

Ich beobachtete mich in Situationen oder schaute am Abend und Wochenende im Nachhinein auf sie zurück und lernte dadurch so manches – nur durch das Beobachten, in dessen Stille der Frieden präsent wird.

Ich betrachtete, dass ich vor lauter Arbeit und Druck anfangs kaum die Menschen ansah, mit denen ich zu tun hatte und um die es aber ging. Als mir dies bewusst wurde, fing ich an, sie immer mehr zu sehen und auch mit ihnen zu scherzen, ohne dass ich mich dazu zwingen musste.

Ich bemerkte, dass ich in der Woche, in der ich frei hatte, schlagartig keine Bein- und Fußkrämpfe mehr hatte und sie wiederkamen, sobald ich wieder auf der Arbeit war. Ich spürte also genauer nach, wie angespannt und krumm ich auf dem Arbeitsstuhl saß oder an der Besuchertheke stand, immer bereit zum Sprung, gleichzeitig und sofort auch noch etwas anderes zu tun. Diese Anspannung entlud sich dann abends in Krämpfen. Ich beobachtete auch die Krämpfe einfach nur, während ich sie in einer Gegenanspannung stoppte oder sie vergingen ohne ein körperliches Tun.

Ich staunte, wie multitaskingfähig ich bin, das hatte ich gar nicht gewusst. Und ich lernte, liebevoll auf mich zu schauen, wenn es fast täglich dennoch weiterhin Situationen gab, in denen ich vor mich hin fluchte und alles auf der Stelle hinwerfen und gehen wollte, weil es mir viel zu viel wurde. Mir wurde sogar ein paar Mal speiübel vor Überforderung und es kamen mir auch haltlose Tränen der Wut, Hilflosigkeit und Fassungslosigkeit über solche Zustände. Ich sah auf die Kursschülerin Katja, die sonst inzwischen meist so besonnen ist, wovon in diesen Situationen nichts mehr zu sehen war. Ich hätte so manches mal schreien können und ich musste lernen, mich dafür nicht zu verurteilen.

Ich erlebte, dass ich durch mein jahrelanges Meditieren schon automatisch Reize ausschaltete und mich sehr auf eine Sache konzentrieren konnte, ganz gleich, in welcher Lautstärke was auch immer noch um mich her geschah. Und nun konnte ich dies auch wieder aufheben, weil ich auf dieser Arbeitsstelle einfach zeitgleich mehrere Dinge mitbekommen musste, um nicht völlig unterzugehen. Ich lernte diesbezüglich Flexibilität und wann was angebracht ist.

Ich verstand, dass meine Kolleginnen für sich erkannt hatten, dass ein Reden mit der Chefin nicht möglich war oder sie zu viel Angst davor hatten. Vier kündigten in den fünf Monaten, die ich dort war und ich hörte von einigen, die bereits vor meiner Zeit schon in schöner Regelmäßigkeit gekündigt hatten. Auch ich schaute mich bereits nach einer neuen Arbeitsstelle um. Ich muss nicht bleiben, nur weil ich Kursschülerin bin und in Frieden ruhen sollte, ganz gleich, wo ich bin. Aber solange ich da bin, nutze ich es für mein Kurslernen und bleibe mir der Themen bewusst, die mich triggern, auch wenn ich die Situation physisch verlassen habe. Die Lösung ist nicht das Bleiben oder Gehen, sondern die innere Befreiung, an der ich immer und überall dran bleiben werde.

Ich sah, dass meine Chefin auch nur nach Liebe rief und sicherlich Sorge hatte, dass mit den wenigen und ständig wechselnden Mitarbeiterinnen ihr Unternehmen zu Grunde gehen könnte. Ich sah, dass sie dennoch nicht anders handeln konnte oder auch gerade deshalb so handelte, weil sie sich vielleicht selbst so ängstigte. Es gab einige Momente, da stand ich ihr gegenüber und hatte sie einfach nur lieb. Und wir scherzten, nachdem ich ihren völlig anderen Humor verstanden hatte und ich merkte, dass sie auch eine sehr freundliche und herzliche Seite hatte.

Ich lernte sehr deutlich, dass ich im Außen an dieser Arbeitssituation, an meiner Chefin und meinen Kolleginnen nichts ändern konnte. Alle Versuche waren gescheitert. Mir blieb nur noch eines: ganz konsequent nur nach innen zu gehen und mich meiner innere Führung zum Frieden hinzugeben – ohne jegliche Erwartung für das Außen! Gelang mir dies, hatte ich friedliche und glückliche Momente mitten im Tohuwabohu, sogar zwei Mal, als meine Chefin mich gerade anklagend zutextete. Ich fühlte mich überhaupt nicht angegriffen, sah sie aufmerksam an, hörte ihre Not, nickte lächelnd und tat weiter meine Arbeit. Oft musste ich in dieser Zeit an das Kurszitat denken: „In meiner Wehrlosigkeit liegt meine Sicherheit.“ (Übungsbuch,Lektion 153 / S. 284)

Eines ist mir besonders deutlich geworden in dieser Zeit: Wie sehr ich mir Wertschätzung und Anerkennung wünsche! Natürlich ist das keine neue Erkenntnis und uns allen geht es so in allen möglichen Zusammenhängen. Eigentlich fast ständig! Doch mir wurde es jetzt so überdeutlich, weil ich 0,0 davon von meiner Chefin erhielt, sondern eher Minus 100 und noch draufgetreten wurde. Selbst, als sie mich zwei Mal doch tatsächlich in einem Halbsatz lobte, schloss sie gleich darauf eine Reihe an Sätzen an, was alles aus ihrer Sicht gar nicht ging.
Aus meiner Sicht sah sie mich in den meisten Belangen völlig falsch. Sie behauptete, ich hätte keine Lernkurve, dabei lernte ich jede Woche fachlich mehr und übernahm mehr Aufgaben. Sie behauptete, ich sei zu engstirnig, dabei versuchte ich immer das gesamte Zusammenspiel im Unternehmen im Blick zu haben, konnte aber eben nicht auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen, weil mir schlicht die Zeit dafür fehlte und ich Prioritäten setzen musste. Sie behauptete, als ich die Woche gefehlt hatte, sei es besser gelaufen. Dabei hatte ich im Vorfeld für meine Kolleginnen, denen schon bange war, dass ich fehlen würde, extra Termine ausgedünnt für die Zeit meines Fehlens und einiges vorbereitet. Und als ich wiederkam, arbeitete ich jede Menge Liegengebliebenes auf. Als ich ihr dies sagte, schien sie es nicht zu hören. Es blieb in mir der Geschmack zurück, dass ich in den über 40 Stunden meiner Anwesenheit jede Woche rein gar nichts tat außer Däumchen drehen und damit alle sogar noch behinderte. Dabei tat ich pausenlos alles für einen möglichst reibungslosen und schnellen Ablauf. Als meine Kolleginnen von meiner Kündigung erfuhren, sahen sie mich fassungslos an und fanden keine Worte.

Ich spürte also massiv, wie ich mich innerlich duckte, wenn meine Chefin auftauchte und schnell checkte, ob ich etwas versäumt oder falsch gemacht haben könnte. Ich ging ihr möglichst aus dem Weg und überlegte mir genau, ob ich sie etwas fragen und wie ich es fragen sollte, wenn es für den Arbeitsablauf wichtig war. Denn ich wusste nie, ob ich eine schnelle, klare und freundliche Antwort bekommen würde oder einen aufbrausenden Vortrag über die Unmöglichkeit meiner Frage zu hören bekäme, an dessen Ende ich dennoch um eine Antwort bitten musste. Es schien mir Willkür zu sein. Ich arbeitete unter Angst, wenn ich merkte, es gab Verzögerungen, weil der PC sich gerade aufgehängt hatte oder ich zu viel auf einmal tun musste. Ich hoffte inständig, ich möge es noch rechtzeitig schaffen oder sie möge es nicht merken. Wenn sie nichts sagte oder merkte, war das sozusagen meine Anerkennung. Doch manchmal konnte ich innehalten, schaute auf mich und dachte: „Ich will nicht zu so einem Angstbündel werden. Ich will in Frieden sein.“ Dann trat für eine kurze Zeit Entspannung ein – immerhin.
Meine Kolleginnen und Freunde sagten mir unterdessen, dass ich durchaus eine gute Arbeit mache und ich selbst fand das auch. Sehr klar sah ich, dass ich immer besser wurde, immer mehr konnte und wusste und wo ich auch noch Schwächen hatte und mal Fehler machte. Es ist auch gar kein Problem für mich, darauf hingewiesen zu werden. Ich lerne gerne dazu. Niemand ist perfekt. Doch der Ton macht die Musik. 
Ich kehrte mich also auch diesbezüglich nach innen und übte mich darin, mich frei davon zu machen, auf Wertschätzung meiner Person und meiner Arbeit angewiesen zu sein. Ich konnte mich doch selbst wertschätzen! Und dann bemerkte ich, dass es sogar noch darüber hinaus gehen musste. Selbst wenn ich mich selbst wertschätzte, legte ich noch den Maßstab an, dass ich doch meine Arbeit gut mache. Und was wäre, wenn ich sie schlecht machte? Also wertschätzen einfach nur um meinetwillen? Ja, das ist noch ein Schritt weiter. Aber sah ich mich dabei nicht immer noch als bedürftig und als Person an?  So spürte ich ganz intensiv, wenn ich mit dem Frieden jenseits der Person in Kontakt kam, dann brauchte es überhaupt gar keine Wertschätzung und Anerkennung mehr, weil der wirkliche Frieden Gottes vollkommen frei von allen weltlichen und personenbezogenen Belangen ist. Er ist einfach nur Frieden. Punkt.

Und so saß ich, meine Kündigung vernehmend, da und war einerseits froh, dass diese Arbeitssituation jetzt zu Ende war und fühlte mich zugleich nochmals gedemütigt. Doch die Tränen der Demütigung währten nur einen Tag, weil ich mich wiederum auf den Frieden ausrichtete. Und seither überwiegt, was ich meiner Chefin ehrlich gemeint sagte, als ich ihr zum Abschied die Hand gab: „Vielen Dank, dass Sie mir die Chance gegeben haben, hier zu arbeiten. Ich habe wirklich viel gelernt.“ Sie nickte, erwiderte mein Lächeln und antwortete: „Und Sie haben uns viel geholfen.“

10 Gedanken zu „Will ich Wertschätzung oder wirklichen Frieden?

  1. Danke, liebe Katja, für diesen offenherzigen Bericht! Ja, wir sind alle noch in vielerlei Hinsicht sehr bedürftig, was Wertschätzung und Anerkennung bedeutet. Das Problem dabei ist, dass wir uns in Wahrheit Liebe wünschen, diese aber verwechseln mit Wertschätzung und Anerkennung. Würden wir der Liebe in uns gewahr, bräuchten wir das alles nicht. Und solche Momente hattest du ja auch immer wieder. Da sind so viele Lektionen für uns, und doch geht es immer wieder nur um das Eine.

    1. Danke, lieber Tom, für deine wunderbare Ausführung. Genau, wir wollen uns über Wertschätzung und Anerkennung für etwas, was wir vollbringen, Liebe „erkaufen“ oder „verdienen“. Doch in dieser Welt wird sie immer schwanken und unsere Bedürftigkeit und unseren Glauben an Mangel nicht heilen. Das können wir nur aus unserem Innern heilen, indem wir begreifen, dass wir längst Liebe sind und gar nichts bedürfen. Es geht um einen Wechsel der Identifikation. Was glauben wir, ist unsere Identität? Person oder Gottes Geist? Genau nur um diese eine Wahl geht es immer wieder.

  2. Hallo Katja,

    ich hab mir gerade den Podcast von „Nondual“ mit dir als „Gästin“ angehört. Was da über „Krankheit“ gesagt wurde, ähnelt für mich sehr dem, was du jetzt hier schreibst: störende, hemmende, negative, unterlaufende, widersprüchliche, ignorierende, leugnende Kommunikation. Wie ein Dorn im Leben. Und immer geht es irgendwie darum, den Schuldball zu spielen, auf tausendundeine Art. Es geht ums Überleben des privaten Willens.
    Im Podcast gab es eine bemerkenswerte Stelle: Da hast du deinen Treppensturz beschrieben. Und den Moment im Flug, wo eine Art Klarheit da war: Du kannst, wenn du unten aufkommst, entweder dich vor Schmerzen krümmen oder einfach aufstehen und weitergehen. Bemerkenswerter noch als die Tatsache, dass du die zweite Option gewählt hast, fand ich die Reaktion der Zuhörer deiner Erzählung: Dieser „Moment der Entscheidung“ schien ihnen, jedenfalls in diesem Moment, doch ein wenig unheimlich, unglaubwürdig wegen der Kürze der Zeit von vielleicht nur dem Bruchteil einer Sekunde, die dir dafür zur Verfügung stand.
    Aber auf diesen Moment zielt der gesamte Kurs! Was hast du getan? Du hast eigentlich die gesamte Zeit ausgelassen, die es gebraucht hätte, dein privates Denken anzuwenden auf die Situation, du hast lediglich etwas weggelassen, nämlich das „Krümmen vor Schmerzen“. Statt dessen hast du einer anderen Quelle erlaubt, deinen Geist zu lenken, einer Quelle, die keine schmerzenden Unterbrechungen kennt, keine Konflikte, keine Widersprüche, kein Leugnen, kein Kränken. Und bist wie selbstverständlich aufgestanden und weitergegangen.
    Ein unglaublich packender Ausdruck für das, was unsere Angst mit dem Geist gemacht hat: „Krümmen vor Schmerzen.“
    Die Situation, wie du sie hier schilderst, ist krass. Das ist heftig. Aber der Ausgang, finde ich, spricht wieder vom Auslassen der Zeit, die es gebraucht hätte, die Schuldfrage auszufechten. Irgendwie hast du wieder den Schuldball nicht angenommen, das gesamte Spiel fallenlassen. Und hast dich bedankt. Klasse! Das ist der Kurs. Das ist Vergebung. Heilung findet nicht in der Zeit statt.

    Fiel mir grade so ein. 🙂
    Alles Liebe, bis dann hoffentlich im nächsten Jahr in Hamburg,

    Michael

    1. Lieber Michael, schön, von dir zu lesen und schon ploppt der „Schuldball“ in mir auf, weil mir jetzt einfällt, dass ich dir gar nicht mitgeteilt habe, dass Tom und ich dieses Jahr wegen Corona doch nicht nach Hamburg kommen. Wir wollten dich doch so gerne treffen. Aber das holen wir nach.

      Deine Ausführungen berühren mich sehr. Es stimmt, es ist wie ein Moment außerhalb der Zeit, ich war in der Luft und meine Gedanken waren blitzschnell, sie waren eher ein klares Bild von entweder/oder. Es braucht wirklich oft nur eine hundertstel Sekunde, wenn wir nicht das Ego ewig sich ausmähren lassen. Doch dieses ist oft so verführerisch und trickreich, dass es eben doch länger dauert, bis die innere Entscheidung eindeutig für den Heiligen Geist ist. Dieser Sturz war tatsächlich eines von vielen Schlüsselerlebnissen mit dem Kurs. Nichts ist unmöglich.

      Sei herzlich gegrüßt auf unserem Wunderweg.

  3. Danke liebe Katja…hört sich an wie mein eigenes Leben…bei mir war es auch so und ich bin dankbar dafür, ohne diese Arbeit wäre ich nicht zum Kurs gekommen 🙏😀liebe Grüße Katja

    1. Liebe Katja, ja, vor allem in den schwierigen Situationen sind wir auf der Suche nach einem anderen Weg und bereit, neue innere Schritte zu gehen. Mir begegnete der Kurs auch in einer Lebensphase, in der alles andere, was ich probierte, nicht (mehr) funktionierte.
      Du schriebst, bei dir war es auf der Arbeit auch so. Wie ist es jetzt? Hast du die Arbeit gewechselt oder bist da geblieben und konntest anders damit umgehen? Liebe Grüße an dich

  4. Liebe Katja, es ist immer wieder sehr interessant, was du aus deiner Kurs-Praxis mit uns teilst. Vielen Dank dafür!
    Das Thema Arbeit ist bei mir das große Lebensthema seit über 20 Jahren beim selben sehr speziellen Chef. Kannst du sagen, ob du geblieben wärst, wenn du nicht die Kündigung bekommen hättest? Wenn ja, wie lange, bis sich was ändert oder bis du erschöpft umgefallen wärst? Bei mir ist es immer mal wieder, dann aber auch richtig heftig, so ähnlich auf der Arbeit, wie du es beschreibst. Ganz oft sind die Kursgedanken in mir und ich kann sie anwenden und erlebe manchmal wie Wunder wirken. Seit ca. 2 Jahren nun kommt in mir die Frage auf, immer wenn dann diese Extremsituation eintritt, die manchmal nur einen Tag die Woche oder wie in letzter Zeit seit 3 Wochen durchgehend andauert sowie auch mal einen Monat gar nicht, folgende Frage auf:

    Ist diese Lern-Arbeitssituation nicht doch eine Nummer zu groß für mich???

    Ich habe keine Antwort darauf. Ich weiß, daß ich dank des Kurses ganz oft gut klar komme und auch sehr schöne Erfahrungen auf der Arbeit mache. Aber ganz oft denke ich auch, nein, ich halte das nicht länger aus, ich werde wahnsinnig und ich will dieses stressige chaotische Leben meines Chefs nicht mehr auf der Arbeit mit ihm teilen.
    Ich habe für fast alles Antworten. Aber hier bleibe ich immer hängen.
    Ich freue mich von dir zu lesen oder auch gerne von anderen hier 🙂
    Liebe herzliche Grüße, Katrin.

    1. Liebe Katrin, wow, was du für ein Durchhaltevermögen hast! Ich hatte bereits nach wenigen Wochen entschieden, dass ich kündigen würde, sobald ich etwas Neues hätte. Ich schrieb schon bald wieder Bewerbungen. Ich wusste, ich arbeite mit dem Kurs an all dem, aber ich wusste auch, dass ich nicht mehr Lebenszeit als nötig in dieser Situation bleiben wollte, von der nicht abzusehen war, dass sie sich ändern würde.
      Ich verstehe deine Frage und dein Schwanken gut, ob es darum geht, in der Situation zu bleiben, um etwas Bestimmtes zu lernen oder zu gehen, um damit auch etwas Bestimmtes zu lernen. Ich denke, es gibt da kein richtig und falsch und jeder muss das für sich ganz allein herausfinden. Und da wir immer an allem lernen können, können wir gar nichts falsch machen. Wunderbar ist, dass dir der Kurs auch so hilft auf der Arbeit und du auch gute Zeiten dort hast. Du hast die Aufgabe für dich dort angenommen und bist nicht gleich weggelaufen. Doch irgendwann ist vielleicht auch mal gut, v. a. wenn es zu einem Kreislauf kommt, über den es nicht mehr hinausgeht. Entweder ist dann ein sehr tiefer Wert aufzugeben oder eine neue äußere Situation ermöglicht erst ein Fortschreiten. Beides habe ich schon erlebt.
      Ich für mich halte es so, dass ich meine Kurs-Arbeit mache und abwarte, welche Impulse aus den Momenten des Friedens kommen. Diese sind immer vollkommen klar und ohne Zweifel. Und so war für mich klar, zu gehen, aber nicht zu kündigen, ohne einen neuen Job zu haben. Ich hätte es mir finanziell gut leisten können, gleich und ohne neuen Job zu kündigen, aber das fühlte sich nicht stimmig an. Interessanterweise gab es in diesen Monaten kaum Stellenangebote, auf die ich mich bewerben konnte, während ich davor zig Vorstellungsgespräch gehabt hatte. So blieb ich insgesamt länger als ich es mir wünschte. Dadurch lernte ich sehr viel und erstmals in meinem Leben wurde ich gekündigt. Das ist jetzt auch eine Erfahrung, die ich gut überstanden habe. Es kam erst Angst auf, wie ich das dem nächsten Arbeitgeber erklären sollte und ob ich überhaupt wieder eine Chance bekäme. Doch diese hat sich wieder gelegt. Ich genieße jetzt meine viele freie Zeit nach diesen heftigen Monaten der Überarbeitung, schreibe Bewerbungen und warte ab.
      Ich hoffe, du kannst mit meinen Worten etwas anfangen und du findest deine Klarheit. Lass uns gerne weiter teilhaben an deinem Weg. Sei ganz herzlich gegrüßt.

  5. Liebe Katja
    Das Berufsleben stellt eine große Herausforderung dar. Auch ich habe viele Jahre oft verzweifelt nach Alternativen und Auswegen aus meinem Job gesucht. Habe in den letzten Jahren meines Berufslebens auch mit dem Kurs gearbeitet. Trotzdem war ich sehr oft an meiner Belastungsgrenze.Aber es wollte sich keine neue Idee einstellen zumal ich da schon auf die 60 zuging, und ich durch meine Arbeit finanziell gut abgesichert war.
    Kurz vor meinem 60 kam dann das für mich größte Geschenk dass unsere Firma uns ältere Mitarbeiter in die Altersteilzeit mit sofortigem Stop der Arbeit schickte.Was für ein Geschenk 4 Jahre mit Gehalt aber nicht mehr arbeiten müssen. Ich konnte mein Glück kaum fassen. Was war ich froh durchgehalten zu haben und im Nachhinein bin ich dankbar dass sich keine anderen Alternativen aufgetan haben. Es sollte einfach so sein.So etwas nenne ich Führung und wie es im Kurs heißt „ wir haben nicht den Gesamtüberblick nur der Heilige Geist „
    Freue mich auf unser Treffen Lg Gabi🤗🙋‍♀️

    1. Liebe Gabi, vielen Dank für deine berührende Geschichte. Ja, der Form nach können die Wege sehr unterschiedlich aussehen, während wir innerlich alle den gleichen Geisteswandel anstreben.
      Ich bin gespannt, was sich nun beruflich für mich ergeben wird. Vielleicht weiß ich schon mehr, wenn wir uns sehen. Auf ganz bald und liebe Grüße an dich

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