Wahl ist keine Qual

Mir geht es gut,
auch wenn das Ego es immer wieder zu verhindern sucht.
Doch gebe ich ihm nur so viel Aufmerksamkeit,
als dass ich erkenne:

Es ist einzig meine Wahl
und daher nicht wirklich eine Qual.

Ich halte nur eine zeitlang daran fest,
bis Liebe mich wieder friedvoll mit allem umgehen
und WAHRHAFTIG SEIN lässt.

4 Gedanken zu „Wahl ist keine Qual

  1. Schon interessant, dass wir „Wahl“ mit „Qual“ assoziieren. Und doch verständlich, denn die Wahl zwischen weltlichen Optionen ist eine Qual, denn man weiß nie, ob man sich richtig entschieden hat. So manche richtige Wahl stellt sich im nachhinein als falsch raus, und so manche falsche als richtig. Und immer gibt es etwas zu mäkeln, immer ist das Ergebnis nicht hundertprozent zufriedenstellend. Aber wenn wir uns im Geist für die Liebe entscheiden, KÖNNEN wir gar nichts falsch machen.

    1. Genau, lieber Tom, weltliche Entscheidungen sind immer eine Qual. Man meint, sich falsch entscheiden zu können und auf all das, was man nicht wählte, verzichten zu müssen. Ich liebe die Aussage (steht sie im Kurs oder bei Kenneth Wapnick?), sinngemäß: Die Wahl zwischen Illusionen ist keine wirkliche Wahl.

      Wir wählen nur, ob wir die eine oder andere Illusion bevorzugen sollen und bleiben dabei im Ego-Hamsterrad. Keine dieser Entscheidungen auf weltlicher Ebene ist in diesem Sinne richtig. Sie beziehen sich auch nur auf Formen. Welche Form ist besser? Der Inhalt bleibt aus dem Ego heraus Angst und Schuld.
      Die einzige Wahl, um die wir uns aktiv kümmern müssen und die wirklich eine entscheidend andere ist, ist eine Inhaltliche. Soll Angst oder Liebe mich erfüllen? Es ist die Wahl zwischen Illusion und Wahrheit! Haben wir die Wahrheit gewählt, dann fallen daraus automatisch alle weltlich bezogenen Entscheidungen klar, leicht und liebevoll und die jeweilige Form der Entscheidung transportiert nun Liebe.

  2. Wie kann ich das eigentlich: das Ego abwählen?
    „Ich halte nur eine zeitlang daran fest,
    bis Liebe mich wieder friedvoll mit allem umgehen
    und WAHRHAFTIG SEIN lässt.“

    Ich bleibe also friedlich – vollkommen unabhängig davon, was um mich herum, „im Äußeren“ geschieht.
    Wie kann ich das? Ich sag‘ mal provokativ: ich wähle statt des Angebots des Ego, unabhängig von dir zu sein, meine totale Abhängigkeit von dir:
    Wenn du nicht mit mir in den Frieden gehst, gibt es für mich keinen Frieden, wenn du nicht dieselbe Wahl triffst, zurückkehren zu WOLLEN in die Einsheit mit mir, kann ich diese Wahl nicht treffen, wenn du nicht heil bist, kann ich es nicht sein. Ohne dich kann ich nicht zum Frieden gelangen.

    Man könnte versucht sein, den Kurs als Autonomie-Schubser zu benutzen, durch eine „bessere“ und überlegene Geisteseinstellung dessen, der die Wahl für den HG bereits getroffen hat gegenüber denen, die sich noch für das Ego entscheiden, einen „höheren Grad“ an Unabhängigkeit zu erlangen.
    Aus euren Zeilen, Katja und Tom, kommt mir etwas anderes entgegen:
    Die Bereitschaft, sich total abhängig zu machen. Auch wenn sie in mir noch so zaghaft ist, wie ein winziger Keimling, ist in ihr doch schlagartig eine ganz andere Art von „Freiheit“ zu spüren, als die Autonomie sie bieten kann.

    „Die Nächstenliebe ist eine Art, einen anderen so anzusehen, als sei er schon weit über das hinausgegangen, was er in der Zeit tatsächlich erreicht hat“ (T-2.V.10:1)

    Ich kann nur dann von den „äußeren Umständen“ unabhängig friedlich bleiben, wenn ich das nicht mehr mache, was ich mit dem Ego immer mache: Dich zu übersehen in deiner Wahl, gemeinsam mit mir zu GOTT zurückfinden zu WOLLEN.
    Ich bin abhängig davon, dass Du das WILLST, sonst würde ich den Weg nicht finden und an deiner Weigerung, mitzukommen, ersticken.

    Jetzt kommt natürlich zwangsläufig die Frage, ob ich also warten muss, bis Donald Duck seine unausweichliche Wahl trifft, ein Welterlöster werden zu wollen, eine heilige Ente. Wäre nicht so günstig.
    Aber weil die Wahl für ihn schon getroffen IST, kann ich mich von dieser Wahl trotzdem abhängig machen und auf ihn so schauen, als habe er diese Wahl in seinem Gewahrsein schon bekräftigt, auch wenn dem in der Zeit noch nicht so ist. Die Wahl ist dennoch für uns beide getroffen.
    Und dann kann ich friedlich bleiben und nur dann. Wenn ich Dagobert oder Daisy ausklammere mit einem „Noch nicht“ oder „Vielleicht nie“, „Ich werd’s jedenfalls nicht erleben“, „Der? Ganz bestimmt nicht!“ oder ähnlichem „Daniel Düsentrieb, dem könnte man es zutrauen … vielleicht!“ – ist mir kein Frieden möglich. Ich kann nicht ohne dich gehen.

    GOTTES WILLE steht zwischen mir und dem, auf das ich schaue. Ich lehne IHN ab …was für ein Wahnsinn! … der erstaunlicherweise nicht auf Rache stößt, wenn ich wage, ihn loszulassen, sondern … angekommen, gleichzeitig mit dir!

    1. Lieber Michael, super, wie du den Punkt der Abhängigkeit beschrieben hast. Abhängigkeit ist vom Ego negativ besetzt, es strebt ja gerade so sehr nach Autonomie. Doch wenn wir genau hinschauen, machen wir uns mit dem Ego total abhängig in unserem Empfindungen von all dem um uns her. Und wenn wir diese Abhängigkeit an unseren Reaktionen erkennend nun nutzen, um zu sehen, welchen Geistes wir gerade sind und wählen können und sehen, dass wir alle gleich sind im Schwanken und unserem wahren Sein, begreifen wir, dass Abhängigkeit garantiert, dass wir uns nie von Gott trennen konnten! Juchu!!!
      Was mich total entspannt mit dem Kurs ist, dass ich die SÜHNE (die Berichtigung des Denkens, die Wiedererinnerung der EINHEIT aus der weltlichen Perspektive der scheinbar Vielen) nur für mich selbst annehmen muss – und darin alle und alles enthalten sind.
      Und noch mehr entspannt mich, auf welche Weise ich dahin gelange und jeder andere, ist nicht entscheidend. Wie wunderbar! Auf geht es! ?

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