Vom Körper zum Geist

 

Alle medizinischen Ergebnisse sind seit der Diagnosestellung Brustkrebs
aus weltlicher Sicht bestens.
Die OP ist gut verlaufen.
Die Brust ist sehr gut erhalten worden.
Ich hatte nie Schmerzen
und konnte die Schmerzmittel
gleich am Tag nach der OP absetzen
und Spaziergänge unternehmen.

Ich begleitete ohne Angst und Anspannung,
sondern mit innerem Stillsein und Einverständnis
alle Untersuchungen der letzten Wochen,
staunte über all die Durchleuchtungsmöglichkeiten des Körpers
mit raumschiffartigen Großgeräten,
die ich mir interessiert erklären ließ.
Lymphknoten, Lunge und Bauchorgane
sind frei von feststellbaren Krebs.
Nur ob es auch das Knochengerüst ist,
muss noch ausgewertet werden.

Ich freue mich an all den sehr freundlichen und aufmerksamen
fremden Menschen,
die mich betreuen,
bis hin zur Putzfee des Krankenhauszimmers,
das ich 4 Tage bewohnte und mich darin wohl fühlte.
Manch einer sagt mir,
dass er meine Ruhe und Offenheit wahrnimmt.

Ja, mir geht es sehr gut.
Ich weiß nicht,
wie es mir ginge,
hätte man mir mitgeteilt,
ich sei bereits voller Metastasen.
Ich kann immer nur von dem ausgehen,
wie es gerade für mich ist.
Doch ich vertraue auf die Erfahrung der Ruhe,
als ich noch nicht wusste,
wie es im Rest des Körpers ausschaut.
Ein tiefes Vertrauen,
gar Gewissheit erwuchs daraus,
dass ich allem mit der Kurspraxis begegnen
und in Frieden aufgefangen werden würde.

Vieles an Aktivitäten dreht sich im Moment
noch mehr um meinen Körper als sonst,
doch mein geistiger Fokus bleibt
auf der Wahl zwischen Angst und Frieden.
Und durch diese friedvolle Ruhe tritt immer klarer hervor,
dass ich nicht Körper sein kann,
dass es den Tod nicht gibt,
wie auch Leben
nichts mit dem Körper zu tun hat.

Ich bin der Geist,
der all dies träumt.
Auch wenn ich immer mal durch ein Festhalten spüre,
dass ich diesen Traum
von einem Körper und einer Welt
noch nicht ganz aufgeben möchte,
wird mir immer deutlicher,
dass nur
unendlich freudvoller,
formloser
und traumfreier
Geist
die Wahrheit ist.
Ich werde eines Traum-Tages wieder ganz bereit sein.
Jede Erfahrung der weltunabhängigen Geistes-Ruhe
bringt mich dem näher.

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