Tagtäglich minütlich

Etwas Heiles ist in mir,
was mir liebevoll, geduldig und ermutigend zuspricht:

Wehre nichts ab,
was in dir hochkommt.

Sieh auch deinen Widerstand,
der darin besteht,
bestimmte Gedanken und Gefühle
nicht voll zuzulassen,
sie weghaben, verdrängen und verändern zu wollen
und sie gerade dadurch nährt und erhält.

Sieh deine falsche Identifikation der Getrenntheit
und sieh ohne Vorwurf und Schuldgefühl,
wie du immer wieder an ihr und an allem Leiden festhältst,
obwohl du es schon durchschaust.

Schaue dir wirklich alle Gedanken, Gefühlen und Geschichten,
ruhig und still bis zu Ende an.
Mache nichts damit.
Gerade auf diese Weise entmachtest du sie.

Es gibt nichts zu tun
und zu fürchten
– nur bewusst alles zu sehen.

Es ist nur dein dunkler Ego-Glaube,
der dich bestimmt
und ans Licht kommt.
Wie gut,
dass er so deutlich sichtbar wird.

Denn ganz gleich,
wie furchtbar er sich anfühlt,
einzig im Licht verliert er
alle Bedrohlichkeit und entschwindet.

Jede Ecke in deinem Geist,
die du im Dunkeln halten willst,
enthältst du dem Licht der Auflösung vor.

Gehe mit deinem Licht durch alle Dunkelheit und Schwärze in dir.
Sei gewiss und ruhig,
deine Bereitschaft zum Zulassen und Loslassen wird eintreten.

Was dann bleibt,
ist,
was der Ego-Glaube verdeckte:

Gottes vollkommener Friede.

4 Gedanken zu „Tagtäglich minütlich

  1. Liebe Katja,
    dein Beitrag, den ich gerade eben lese, kommt genau richtig. Wenn ich in schwierigen Situationen bin, oft in Beziehungen, kommt Verzweiflung hoch und ich denke ich schaff’s nie dieses Dunkle loszuwerden. Und wenn ich jetzt deinen Text lese erscheint es mir eher einfach. Ich muss es gar nicht loswerden, welche Erleichterung.
    Danke, dass du das geschrieben hast.
    Ganz herzliche Grüße
    Adelheid

    1. Liebe Adelheid, ich kann dich sooooo gut verstehen. In meiner Erfahrung ist es tatsächlich so: je mehr ich mich gegen das Ego auflehne, umso mehr hat es mich im Griff. Je besser ich es nur beobachten kann, umso mehr verliert es an Macht über mich.
      Ja, es ist eigentlich ganz einfach aber so oft eben gefühlt doch gar nicht einfach, weil wir noch so sehr am Ego-Denken hängen. Auch dass nur still zu betrachten löst uns weiter davon.
      Immer mehr zum stillen Beobachter zu werden bedeutet, mit dem Heiligen Geist und dem Frieden zu sein. Wir werden uns immer wieder daran erinnern, liebe Adelheid. 🙂

  2. Ein wunderbarer Text, Katja! Das mit dem „einfach-nur-beobachten“ ist schon ziemlich tricky. Eigentlich ist es so einfach, aber eben doch nicht so leicht. Denn wir schaffen diese Einfachheit oft nicht, denn auch im stillen Beobachten wünschen wir vielleicht doch weiterhin klammheimlich, dass das Beobachtete – meist ein negativer Gedanke oder Gefühl – doch bitte verschwinden möge. Aber dadurch sabotieren wir uns selbst. Du schreibst: „Was dann bleibt, ist Gottes vollkommener Friede“. Ja, stimmt – und das ist, was wir wirklich sind! Was dann bleibt, wenn wir absolut frei von Urteil und Angst uns selbst beobachten können – ist, was wir sind, und das können wir dann endlich klar und ungetrübt sehen. Ich denke mit dem „einfach-nur-beobachten“ geht es nicht darum, was mit dem Beobachteten geschieht, sondern darum, dass wir uns selbst erkennen. Und dann verliert das Beobachtete immer mehr an Bedeutung.

    1. Danke, lieber Tom, für deine klare weitere Ausführung. Ja, das Beobachtete verliert an Bedeutung und worin ich als Beobachter ruhe – in diesem stillen Frieden – tritt in der Vordergrund und zeigt mir, wer wir wirklich sind.

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