Reines Beobachten

Es klingt so einfach, was Kenneth Wapnick in vielen seiner Bücher zum Kurs empfiehlt:
Nur das Ego beobachten und nichts damit tun.
Das bedeutet es, mit dem Heiligen Geist zu schauen.

Ich erlebe es aber in der Praxis als einen ziemlichen Balanceakt,
wann ich nur das Ego beobachte
und wann ich schon wieder in das Ego investiere,
indem ich es analysieren, beurteilen, rechtfertigen, schönreden oder verändern will.
Manchmal ist der Übergang sehr subtil.

Doch das Ergebnis ist eindeutig wahrnehmbar:
Wenn ich wirklich nur auf das Ego schaue,
ohne es verändern zu wollen,
verändert sich alles in meinem Geist.

Dann tritt stiller und von der Welt unabhängiger Friede ein.

10 Gedanken zu „Reines Beobachten

  1. Das gütige Anschauen ohne Urteil und Scham/Schuld ist schon ein Akt der Liebe und deshalb vergebend. Mehr brauche ich nicht zu tun. Punkt! So sieht es auch Ken Wapnick, glaube ich zumindestens verstanden zu haben. Und vor allem den Humor nicht vergessen. 😊😊😊

  2. Ja,es wäre ganz einfach,wenn nur nicht das Ego auf ganz subtile Weise daherschlängeln würde.Ich muss sehr aufpassen um es dann manchmal auch zu erkennen.Die Führung dem Heiligen Geist zu überlassen fällt dann auch schwer.

    1. Liebe Elfi, ja, das kenne ich auch. Und je mehr wir beobachten, auch im Nachhinein nochmals hinschauen, erkennen wir diese Egoschlichen immer besser.
      Was mir auch hilft, ist, mir immer wieder klar zu machen, dass dieses Ego nichts Seperates ist, sondern ein Denksystem, das ich immer wieder wähle. Egogedanken zu denken ist in meinem Geist so automatisiert und gewohnt, dass es halt Zeit braucht, um eine neue Gewohnheit, ein neues Denken zu automatisieren.
      Und nicht zu vergessen ist, dass unsere Schuldgefühle und Angst vor Gott sehr tief vergraben sind und komplett ausgebuddelt werden müssen. Aber wir schaffen das! Liebe Grüße

      1. Liebe Katja du bringst es wie immer sehr direkt auf den Punkt. Danke , das bringt mich aus dem Gedankenchaos in die innere Klarheit zurück .
        Lg Gabi 😊

        1. Liebe Gabi, das freut mich, dass du meine Worte so für dich verwenden konntest. Mir hilft es auch immer wieder, im und über den Kurs zu lesen. Es ist unsere Bereitwilligkeit zum Geisteswandel und es ist immer wieder beeindruckend, wie schnell es dann gehen kann. Sei herzlich gegrüßt.

  3. Ich meine irgendwo gelesen zu haben, dass wir, wenn wir schon wissen, in einem Traum zu sein und nicht heraus zu können, dann eben diesen Traum „schöner“ zu machen. Also auf die Dinge, Gegebenheiten zu schauen, die uns im Sinne der „Attribute“ Gottes in die richtige „Frequenz“ bringen, anstatt auf die illusionären. Beide sind ja in der sogenannten Welt vorhanden.
    Das wäre meines Erachtens ein weiterer Schritt nach dem Beobachten oder vielleicht besser während des Beobachtens.
    Das Beobachten an sich, so meine aktuelle Sicht, ist wichtig, aber ein Sich-Beschäftigen mit der Vergangenheit – per Definition.

    1. Lieber Ulrich, kannst du näher beschreiben, was du mit Dingen, Gegebenheiten im Sinne der „Attribute“ Gottes meinst?

      Für mich benennt es der Kurs so, dass wir hier Gottes Liebe und Frieden widerspiegeln können, in den Momenten, in denen wir eben keine Störung in unserem Geistesfrieden erfahren und in einem von der Welt unabhängigen Frieden ruhen. Das ist etwas Abstraktes und Formloses. Das erfahren wir als den glücklichen Traum oder die wirkliche Welt (wie es der Kurs nennt), nicht weil darin „Schönes“ passiert, sondern weil wir in Frieden mit allem umgehen können. Wir sind in einem glücklichen Geisteszustand.
      Die Welt bleibt Illusion und Gott hat sie nicht geschaffen, nichts in ihr. Alles, was Form hat (auch Gedanken und Gefühle) und veränderlich ist, ist nicht Gott, sondern Illusion. Mit „wirklich“ ist nur gemeint, dass ich in meinem Geist durch den Frieden meinem wahren formlosen und ewig unveränderten Sein näher komme, es widerspiegle angesichts der illusionären Welt.
      Wie Vergebung ist die wirkliche Welt ebenso eine Illusion. Sie sind jedoch das Tor zurück zu Gott, zum Erwachen aus der Traumwelt. Doch sie symbolisieren etwas Abstraktes, einen Geisteswandel. Dass ich sie so erlebe, weist auf mein berichtigte Denken über die Welt hin.

      Ja, ich stimme dir zu, wir beobachten nur die Vergangenheit. Die ganze Welt ist ein vergangener Gedanke und wird nur wahrgenommen, weil ich an sie glaube. Aber ich kann als Beobachter jetzt entscheiden, wie ich auf sie reagieren, mit welcher Geisteshaltung (Ego oder Heiliger Geist) ich ihr begegnen will. Das führt zum Erwachen.
      Letztlich ist aber auch das schon paradoxerweise vorbei bzw. nie geschehen. Doch wir setzten da an, wo wir uns erleben und nutzen, was nie geschehen ist, um zu erfahren, dass es nie geschehen ist. Das klingt in Ego-Ohren unlogisch, doch der Frieden, der durch die Kurspraxis erfahrbar wird, der nichts mit dieser Welt zu tun hat, spricht für sich.
      Was ich erlebe, wenn ich in diesem Frieden bin, ist, dass ich dann automatisch in weltlichen Situationen nicht mehr auf das Trennende fokussiert bin, sondern in der gleichen Situation das Verbindende sehe (z.B. den gemeinsamen Ruf nach Liebe) und viel mehr Verständnis habe für mich und andere und Situationen. Ich leide nicht mehr und das Beurteilen fällt weg. Vielleicht meinst du es auch so?

      Auch ich denke, dass nach dem/bzw. in dem Beobachten noch ein weiterer Schritt folgt. Das Beobachten ist ebenso nur ein Tor, ein Tor aus dem Weltentraum heraus und zurück zum unveränderten formlosen Einssein von Frieden, Fülle und Liebe , was der Kurs Gott nennt. Dieser „Schritt“ geschieht einfach schließlich aus dem Beobachten, oder?

      Ich bin gespannt auf deine weiteren Gedanken, lieber Ulrich. Danke für deine Anregungen. Liebe Grüße, Katja

    2. Lieber Ulrich, Katja hat ja schon gut und ausführlich geantwortet…. mir fällt bei deinem Beitrag spontan der Satz ein: „Es kommt nicht darauf an, WAS ich beobachte, sondern DASS ich beobachte“. Insofern ist es egal, ob ich auf Vergangenes bzw. Erinnertes oder auf Zukünftiges bzw. Vorgestelltes schaue. Wichtig ist, dass der „Beobachter“ selbst gewahr wird, das heißt: der stille Raum, in dem alles erscheint und der durch Erscheinungen nicht berührt werden kann. Macht das Sinn für dich?

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