Liebe sagt grundsätzlich „Ja“, was in der Welt aber auch ein Nein beinhalten kann

Liebe im Sinne von Ein Kurs in Wundern bedeutet nicht,
dass wir – solange wir uns in der Illusion noch als Menschen erfahren –
zu allem in der Welt „Ja und Amen“ sagen werden oder gar müssen.
Wir dürfen und müssen sogar zu bestimmten Verhaltensweisen „Nein“ sagen.
Ich werde beispielsweise nicht „Ja“ zu einer Ermordung eines Menschen sagen
oder jedes Verhalten in Begegnungen und Beziehung welcher Art auch immer bejahen.
Aber es geht darum, dass ich bei dem „Nein“ dazu IM GEIST in FRIEDEN UND LIEBE ruhe.

Dieses „Nein“ aus dem Frieden ist dann ohne Abgrenzung und Urteil,
weil im GEIST weiterhin die Verbundenheit besteht.
Dort ist keine Angst, kein Groll, keine Ablehnung des anderen.
Das „Nein“ gilt nicht dem anderen als Menschen an sich
– der hier ebenso wie ich mit dem Ego und dem Heiligen Geist unterwegs ist –
und schon gar nicht unserem wahren Sein der Einheit.
Zu beidem besteht das grundsätzliche Ja.
Das „Nein“ gilt lediglich einem bestimmten Teil seines weltlichen Verhaltens,
während ich weiter mit ihm in wahrer Liebe verbunden bin.

Das ist etwas, was ich mir mit dem Ego überhaupt nicht vorstellen kann und will.
Es macht dem Ego sogar richtig Angst, weil es seine Auflösung bedeutet.
Mit dem Ego verurteile ich immer das ganze Paket:
den ganzen Menschen samt seinem Verhalten.
Wenn ich ehrlich beobachte, bemerke ich, dass ich mit dem Ego nicht nur empfinde,
„Was der SAGT oder MACHT ist unmöglich, schwachsinnig und nicht akzeptabel“,
sondern dass in mir zumindest in diesem Moment sofort der ganze Mensch abgelehnt wird. Ich finde diesen Menschen unmöglich, ich bin wütend auf den Menschen, ich hasse diesen Menschen, selbst wenn ich ihn kurz vorher gar noch angeblich liebte!

Um aber im Geist in dem von der Welt unabhängigen wahren Frieden Gottes zu gelangen
muss ich zuerst zu der Form, also dem Verhalten in dem Sinne „Ja“ sagen,
dass ich mich davon nicht mehr aus MEINEM Geistesfrieden werfen lasse.
Ich erkaufe mir also nicht durch ein vorschnelles Ego-Nein
meinen dann nur vermeintlichen Frieden.
Diese Phase ist in meinem Erleben eine riesige Herausforderung:
Im Geistesfrieden ruhen, während ich auf eine Verhaltensweise schaue,
die aus meiner weltlichen Sicht nicht akzeptabel ist.

Wenn dann der Punkt gekommen ist, an dem ich recht stabil im Frieden ruhe angesichts der Form, dann ergibt sich von allein, ob es überhaupt noch eines „Nein“ zum Verhalten bedarf.
Mal ist es dann nicht mehr nötig, weil das Verhalten anders verstanden wird oder ver-
schwindet. Mal aber kommt dann das „Nein“ zum Verhalten.
Aus diesem „Nein“ kann sich von der Form her ein Beenden einer Partnerschaft oder eines Jobs ergeben, ein Gerichtsprozess, ein Verhindern einer Handlung eines anderen – nicht nur bei Kindern – und ähnliche nach Trennung und Urteil aussehende Verhaltensweisen.
Doch in vollkommener Liebe.
Ruhig und friedvoll und gänzlich ohne Vorwurf wird dabei vorgegangen.
So ist der Inhalt der Form nun Liebe,
obwohl die Form ein „Nein“ ist.
Es kann durchaus sein, dass der andere diese Liebe nicht bewusst spürt,
weil er selbst der Angst und dem Angriff hingegeben ist.
Meistens aber spürt er es,
weil er sich trotz des „Nein“ zu seinem Verhalten zutiefst angenommen fühlt.

Die Unterscheidung zwischen der geistigen Ebene und der Ebene des Verhaltens,
oder anders gesagt von Inhalt und Form,
ist sehr wichtig,
um auf der richtigen Ebene, der des Geistes und seines Inhaltes,
den Wandel anzustreben und nicht im Außen der Formen.
Vom Ego wird dies vermengt, vertuscht und aus dem Bewusstsein gestrichen.
Geht das Ego mit uns den Kurs-Weg, versucht es uns häufig weiß zu machen,
wir würden ja alle alle lieben und müssten DARUM zu ALLEM Ja sagen.
Doch es geht „nur“ darum, gegenüber allem allem IM GEIST in Frieden und Liebe zu ruhen,
ganz gleich, wie es sich uns darstellt und OHNE, dass wir daran etwas ändern wollen.
Erst wenn wir auf den Traum nicht mehr mit geistigem Unfrieden reagieren,
erwachen wir aus ihm!

Solange ich mich also noch in der Illusion zu befinden scheine,
gilt es, mich stets genau und ehrlich zu prüfen,
worauf MEIN menschliches Verhalten gegenüber anderen
in MEINEM GEIST wirklich wirklich beruht.
Denn sowohl ein „Ja“ als auch ein „Nein“ zum Verhalten anderer
kann aus dem Ego oder dem Heiligen Geist kommen.

Dabei beinhaltet dieser Weg auch zu lernen,
friedvoll und ohne Schuld auf meine abertausende
und immer wieder geschehenden Jas und Neins aus dem Ego zu schauen,
die im Alltag so schnell kommen.
Und wenn es mir gerade nicht anders möglich ist,
als mich voll Schmerz und Vorwürfen von einem anderen Menschen oder meinem Job zu trennen oder ich mal wieder voll Groll jemanden zurechtgewiesen habe,
ist es einfach möglichst bewusst wahrzunehmen,
um genau dies für meinen weiteren Geisteswandel zu nutzen.
Ich kann auch rückwirkend noch einen anderen Blick darauf bekommen
oder in der nächsten ähnlichen Situation eine andere Wahl treffen.
Es ist nie zu spät für den inneren Frieden.

Ebenso zu bedenken ist, dass unser Verhalten als Mensch aus dem Heiligen Geist heraus
keine beständig immer Gleiches ist.
Die Form wandelt sich dabei ebenso.
Was ich gegenüber einem Menschen heute aus dem Frieden heraus tue,
kann morgen zu dem gleichen Aspekt etwas anderes sein.
Und es kann sein, dass ich im selben Moment dem einen dieses sage und dem anderen
etwas anderes, obwohl es um die gleiche Situation geht.
Das liegt daran, dass ich den Inhalt der Liebe nur so als Form ausdrücken kann,
wie es sich mir gerade erschließt,
als auch daran, dass der andere gerade eher die eine als die andere Form annehmen
und darüber zum Inhalt der Liebe Zugang finden kann.
Über die Form sollten wir uns gar keine Gedanken machen.
Die Frage danach, was ich in der Welt TUN oder SAGEN soll, ist eine Ego-Frage,
die uns an die Wichtigkeit und Wahrheit der Welt und ihrem Geschehen binden soll.
Im Frieden des Heiligen Geistes gibt es keine Fragen,
sonst wäre es kein Frieden.
Und aus diesem Frieden ergibt sich in Leichtigkeit und Klarheit
die jeweils gerade passende Form.

Mit dem Ego frage ich als erstes nach der einen richtigen Form,
die mir (Schein)-Frieden bringen soll,
und bleibe in Angst und Angriff.
Mit dem Heiligen Geist bitte ich als erstes um inneren Frieden,
aus dem sich die gerade passende Form ergibt
und somit biete ich immer Liebe und Verbundenheit an.

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