Keine Situation ist besonderer

 

Es ist immer gut, jede Situation, auch die momentane Situation mit dem Coronavirus, zu nehmen, um dem Ego auf die Schliche und in den Geist und die Liebe zu kommen. Wir sollten jedoch nicht dieses Virus, diese Situation und unser Zeitalter zu etwas besonders Besonderem machen. So nach dem Motto, alles spitzt sich jetzt gerade ganz besonders dem Ego-Kollaps oder dem Erwachen zu. Genau das liebt das Ego… Besonderheit.

Das Ego ist immer gleich heftig, in jedem Zeitalter und in jeder Situation, es ist immer Ego zu 100%. Es gibt nicht nur ein bißchen Ego. Immer schon ging es um „ich oder du“, gab es neue Krankheitserreger, Katastrophen und Kriege. Das Ego verändert nur etwas seine Formen, der Inhalt bleibt immer der Gleiche: Welt, Körper, Trennung, Angst, Schuld, Leid.
Und wir können jede Situation nutzen, um aufzuwachen, dafür braucht es keine besondere weltliche Form und Situation.

Was sich aber in meinem Erleben bei uns Kursschülern auf dem Weg ändert, ist, dass wir das Ego immer besser durchschauen, dass wir immer wachsamer werden in unserem Geist. Und somit erscheint es uns so, als werde alles auch in der Welt deutlicher und spitze sich zu. Es ist jedoch, so spüre ich es für mich, „nur“ unser Geist, der den Konflikt und die Lösung immer deutlicher sieht und nutzt.

Je öfter ich in Frieden bin, umso mehr suche ich mir auch mit dem Ego andere, neue Ansatzpunkte, um diesen Frieden wieder in Frage zu stellen. Ich hatte zum Beispiel null Lust auf und viel Widerstand gegen Homeoffice wegen dem Coronavirus. Dann hatte ich vor zwei Wochen meinen ersten Tag und es ging auch friedvoll.

Dieses Schwanken und die völlig entgegengesetzten Erfahrungen, Gefühle und Geisteshaltungen zum genau gleichen weltlichen Geschehen empfinde ich immer schärfer. Ich glaube, das spitzt sich so lange zu, bis ich einfach zum Schwanken gar nicht mehr bereit bin.

Es muss mir einfach überdeutlich werden, wozwischen ich wähle und dass die Wahl sich immer grundsätzlich auf komplett alles bezieht. Ich denke da oft an die Sätze im Kurs, dass ich erst begreifen muss, WIE elend mir ist – in allen Facetten – und dass ich Elend mit Glück verwechsle. Ohne diese Erfahrung und Einsicht dieses Kontrastes kann der Heilige Geist mich nichts lehren (sinngemäß T-14.II.1:2-3/S.272), kann in mir nicht die Bereitschaft der totalen Aufgabe der Welt und individuellen Identifikation entstehen. Warum sonst folge ich doch immer wieder meinem Ego-Denken, wenn ich nicht doch noch ein Vorteil darin vermutete… ?

Es ist also normal und gut auf unserem Kursweg, wenn das Schwanken uns überdeutlich und immer unaushaltbarer wird. Irgendwann begreifen wir wirklich wirklich, dass wir dieses Schwanken gar nicht sind, nicht die Traumfigur sind und auch nicht wirklich der Träumer sind, sondern der ewig unverändert wache friedvolle Geist Gottes.

Bleiben wir dran und nutzen ausnahmslos alles dafür.

9 Gedanken zu „Keine Situation ist besonderer

  1. Liebe Katja, danke für den hilfreichen Text, wunderbar sich zu erinnern wer WIR sind,Du reißt uns immer wieder aus dem EGO-Fieber- Virus heraus; sagst STOP,,,,hier geht’s lang hier ist der Weg, 5 Minuten KB lesen ist 24 Stunden Power, wieder zu wissen, Licht-Liebe -GEIST nie geboren, nie gestorben, unverletzlich ewig Sein. Durch den Text habe ich wieder verstanden was ich da eigentlich mache, wenn ich Tagebuch führe, mich freue über positive Antworten, ich vergrößere mein EGO, deshalb werfe ich das Tagebuch weg,,,,,muß wieder weiter, jetzt wieder voll im Geist -Power aufgeladen in Liebe Licht, sehe den Schmutz als Schmutz, es wird mir klar, was Du meinst bei „Gratwanderung“ es dämmert Licht, herzlich Wolfgang2

  2. Lieber Wolfgang, es freut mich, dass dir meine Worte hilfreich sind und du dich damit zeigst. Zu deinen Worten kommen mir noch folgende ergänzende Gedanken: KB (ich vermute, du meinst Katja Bode ;-)) ist natürlich nicht dafür verantwortlich, was diese Worte bei dir bewegen, sondern du nutzt sie für das, wofür du sie benutzten willst. Und KB ist auch nicht besonderer als irgendjemand anderes und so kann auf KB so wie auf jeden anderen aus dem Heilen Geist oder auch voll mit dem Ego reagiert werden.
    Die Worte und KB und dein Tagebuch und alles, was du hier zu erleben scheinst, sind zwar vom Ego, aber sie werden in der Kurspraxis neutral und dann geht es nur um unsere Wahl: wollen wir sie weiter mit dem Ego nutzen oder sie nun mit dem Heilen Geist zur geistigen Umkehr verwenden. So musst du dein Tagebuch nicht wegschmeißen. Wir setzen mit dem Kurs nicht auf der Verhaltensebene an und geben Dinge weg oder suchen andere Lebensumstände, um richtig zu sein. Wir setzen im Geist an und dann kann es sein, dass Dinge einfach wegfallen, weil sie uninteressant geworden sind oder sie bleiben und werden anders verwendet oder andere kommen neu hinzu. Das spielt keine Rolle, das weltliche Leben ist eh ständige Veränderung, das ist sein Grund-ego-prinzip. Wofür wir die Dinge verwenden, darauf kommt es an. Vielleicht hat dein heiler Geist auch eine Verwendung für das Tagebuch, bevor es überflüssig wird?
    Ja, die Gratwanderung ist die, dass wir hier gar nichts ändern müssen außer unsere Geisteshaltung. Und diese ist nur ein stilles Beobachten von allem. Diese unveränderliche und unbewegte Stille finden wir nur in unserem Geist.
    Was denkst du zu diesen Gedanken? Sei herzlich gegrüßt auf unserem gemeinsamen Weg.

    1. Liebe Katja,“KB“ jeder Text und jedes Wort hat mich wieder „zurück gebracht“ im übertragenen Sinn,hatte in den letzten Wochen 248 Einsätze mit schwerstkranken abgeschlossen sooo viel Schmerz gesehen, deshalb wurde ich dann für ein paar Sekunden schwach,,,, mein Gott Du hast mich nach Deinem Ebenbild geboren,, ich bin Dein Sohn–zeig mir was ich noch besser tun soll!!,fühlte mich für Sekunden schuldig vor den Brüdern/Schw. zu wenig getan zu haben,,, es wurde still ,die Antwort war Nichts, nichts, nichts,,,helle,,,volle Verzweiflung hilflose Sekunden ich stand am Scheide-Grat, ohne Hilfsmittel, meine Entscheidung war jetzt , lass los, vertraue liebe noch mehr jetzt erst recht lass Dich führen,, Du fällst nicht weiter wie in Gottes Arme liebe alles; dann kam der Text von“ KB“, führte mich sofort in den Frieden als Fingerzeig zurück ,,,alles gut, liebe euch alle herzlichst wolfgang2

      1. Lieber Wolfgang, vielen herzlichen Dank für deinen weiteren Bericht. Ja, das kann ich gut nachvollziehen, dass du als Notarzt oft auch emotional voll hineingezogen wirst. Das geht mir ja schon mit scheinbar weniger dramatischen Situationen so. Und es ist so normal. Echt total schön, dass du für dich den Kurs immer wieder so gut einsetzen kannst, das motiviert auch mich. Alles Liebe dir

        1. Lieber Wolfgang, nun sagte gerade mein Freund Tom zu mir, KB bedeute doch wohl wahrscheinlich Kursbuch… und ich lächle und bin zugleich leicht beschämt, wie mein Ego natürlich KB gleich auf mich als Person bezog. Macht ja aber nichts, schaue ich mir an… Da sehe ich wieder, wie es einzig an mir liegt, wie ich alles verwende und interpetiere… Wieder ein Lernschritt. Danke für unseren lehrreichen Austausch, Wolfgang und Ulrich

  3. Lieber Wolfgang2 und liebe Katja,
    eure beiden Kommentare spiegeln für mich das ständige Wachstum im Geiste, wenn wir uns mit dem Kurs befassen. Eine „Erkenntnis“ meint man zu haben – doch ist es „nur“ ein weiterer Schritt in der Entfaltung des Bewusstseins. Das „nur“ ist allerdings positiv gemeint, da es das Ergebnis von interessiertem Verhalten ist. In der Welt der Anfänge und Enden, also der Entwicklung, sind diese Schritte elementar. Auch hier wird das EGO meinen Stolz benähren, da ich nach einer solchen Erkenntnis meinen könnte, ich hätte „es“ verstanden. Hätte die „Welt“ oder mich selbst verstanden. Ich – und nicht die anderen.
    Deine Antwort, liebe Katja, ist wiederum eine der essentiellen Lektionen an sich. „Ja, die Gratwanderung ist die, dass wir hier gar nichts ändern müssen außer unsere Geisteshaltung.“
    Das ist es…

    1. Lieber Ulrich, schön, wie du dich einklinkst in Wolfgangs und meine Entwicklung und uns begleitest. Ja, so ist es, hier scheinbar in der Welt ist es ein Prozess und wenn wir einst ganz und gar wirklich verstanden haben, also in der Kurssprache zur Erkenntnis Gottes gelangen, erst dann ist der Prozess zu Ende und mit ihm die Welt.
      Ich schmunzel gerade über das „einst“ in dem Vorgängersatz. Wunderbar, wie dort „einst“ sowohl in die Vergangenheit und in die Zukunft weist im Sinne von einst waren wir in der Erkenntnis und einst werden wir wieder in ihr sein. Und zugleich ist sie beständig in der Gegenwart da. Sie ist Ewigkeit jenseits des Zeitbegriffes, zu der wir wiedererwachen.
      Liebe Grüße auch an dich auf unseren gemeinsamen Entwicklungsweg Schritt um Schritt.

  4. Liebe Katja, vielen Dank für deine wohltuenden Worte. Wie wichtig ist es doch, jeden Tag immer wieder kurz innezuhalten, um die aktuelle Situation aus Kurs-Sicht zu betrachten. Was mir dabei in den Sinn kam war, was für eine wundervolle Ablenkungsmethode dieser Coronavirus (der ein Angriff auf den Körper zu sein scheint) für das Ego ist, um die wahre Ursache des „Problems“ im Geist zu verschleiern: den Gedanken an Trennung und die daraus resultierende Schuld und nachfolgend die Projektion dieser Schuld nach außen in die sogenannte Welt. Auch wenn die aktuellen „Lösungen“ (Stichwort: Sozial Distanzing) die Trennung zu verstärken scheinen, haben wir jetzt im Rückzug die Chance, uns auf der Ebene des Geistes zu verbinden und allen wahrgenommenen Bildern (der Wirkung) zu vergeben. Ich bin überaus dankbar, diese freie Zeit für die Geistesschulung mit EKIW nutzen zu können.

    1. Liebe Christiane, das sehe ich ganz genau wie du. Ganz egal was es ist da draußen in der Welt, es ist ein Ablenkungsversuch unseres Egos, um nicht nach innen zu schauen und uns zu verbinden mit dem, was unsere Wahrheit ist. Und Verbindung findet immer nur im Inneren statt, ob wir dabei zwei Meter von einem anderen Körper entfernt sind oder ihn in den Arm nehmen. Wenn unserer Inneres nicht mitschwingt, ist es keine wahrhafte Verbindung. Und auch über zwei Meter hinweg kann so viel Liebe ausgedrückt werden. Nichts kann uns daran hindern. Sei lieb gegrüßt, Katja

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