Innere Stille

Ich halte ständig den Geist beschäftigt.
Mit Denken, Planen, Analysieren, Philosophieren.
Mit Dingen, Handlungen und Beziehungen dieser Welt.
Aus Angst,
in die Stille zu kommen.

Denn diese Stille fürchte ich.

Ich meine,
in ihr nichts zu wissen, haltlos zu sein
und so viel Furchtbares zu finden.
Sünde, Angst, Schmerz und Strafe,
die jedoch auch durch den Lärm in mir
nicht wirklich zu überdecken sind.

Doch in Wirklichkeit
hebt meine innere Stille alles auf,
was mich an ihr hindert.
Und nur aus ihr kommen alle Lösungen.

Denn diese Stille ist,
was ich wahrhaft suche und bin:
Liebe

8 Gedanken zu „Innere Stille

  1. Jaa… Pst! Da kommt mir das alte Kinderlied in den Sinn:
    “Stille, Stille kein Geräusch gemacht.
    Christkind will zur Tür herein,
    und ihr solltet nicht so schrein.
    Stille, Stille kein Geräusch gemacht.”

    1. Ja, das Geschenk Gottes können wir nur in der Stille empfangen…

      Es gibt so viele Stellen im Kurs, in denen wir aufgefordert werden, einfach nur still zu werden. Eine der stärksten Stellen für mich befindet sich in der Lektion 189 (Übungsbuch S. 360, Absatz 7-9), in der wir aufgefordert werden, still in ein totales Nicht-Wissen zu gehen, denn nur Gott weiß den Weg zurück zu ihm. Wir halten uns mit dem Ego ja gerade davon ab. Es ist so überzeugend, doch beobachte ich immer wieder, wie ich doch noch an eigenen Vorstellungen und Kontrolle festhalte. Macht nichts! Außer weiteren Lärm. 😉 Einfach auch das nur beobachten und weiter Schritt um Schritt in die Stille zurücktreten, die immer parallel da ist.

  2. Liebe Katja,
    Danke für den schönen Text.
    Dazu ist mir spontan dieses Gedicht von Rilke eingefallen:

    Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
    du mein tieftiefes Leben,
    dass du weißt, was der Wind dir will,
    eh noch die Birken beben.
    Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
    lass deine Sinne besiegen,
    jedem Hauche gib dich – gib nach,
    er wird dich lieben und wiegen.
    Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
    dass dir das Leben gelinge,
    breite dich wie ein Feierkleid,
    über die sinnenden Dinge.

    Lieben Gruß, Micha.

  3. Hallo ?
    Bin mir gar nicht mehr sicher,ob wir wirklich Schuld und andere schlimme Dinge in uns befürchten und deswegen nicht nach innen schauen…
    Vielleicht hat es ja nur damit zu tun,dass wir die Welt und alles,was dazugehört,richtig super finden.Und dass wir uns deswegen die Schuldgefühle ausgedacht haben,damit die ganze Sache hier möglichst lange geht…Aber nicht aus Angst,sondern weil wir das gut finden.
    Das würde erklären,warum wir immer wieder aufs Ego hören,selbst wenn wir schon wieder zig Erfahrungen mit der Liebe Gottes hatten und deswegen ja wissen,dass Angst und Schuldgefühle unbegründet sind.
    Die Welt scheint uns wohl immer lieber zu sein…
    Ich komme mir immer scheinheiliger vor,wenn ich an die andere Version mit den Schuldgefühlen denke

    1. Liebe Verena, vielen Dank für deine Gedanken. Ich für mich kann sie nicht ganz so bestätigen bzw. würde sie etwas anders zusammensetzen.
      Ich finde diese Welt nicht so klasse, weil ich immer wieder in der inneren und äußeren Abhängigkeit von ihr an ihr sehr leide. Aber ich will sie natürlich mit dem Ego auch erhalten, weil sie aufzugeben bedeutet, meine ganze weltliche Identität aufzugeben. Das allein macht schon Angst.

      Ja, natürlich liegt auf dem Grund unseres Seins nicht die Schuld, sie ist vom Ego unberechtigt “erfunden”. Ja, um uns in der Welt zu halten und sie “gut” zu finden, jedenfalls besser, als uns wieder Gott zuzuwenden.

      Aber in Wahrheit sind wir die wahre Liebe. Und eigentlich fürchte ich diese bedingungslose Liebe, obwohl ich sie so sehr zu wollen scheine, das beobachte ich auch immer wieder. Und dafür ist für mich die beste Erklärung, dass es nur damit zu tun haben kann, dass in mir noch zu viel (unbewusste) Überzeugungen und eine massive Angst liegen, doch noch bestraft zu werden, wenn ich mich der Liebe zuwende. Also wähle ich doch lieber das “kleinere” Übel Welt. Durch diese Gedanken und Gefühle in meinem Innern muss ich hindurchsinken zur liebenden Stille, dass spüre ich für mich immer wieder.

      Wie schön, dass es viele Wege zurück zu Gott gibt und so geht ihn jeder auf seine Weise. So helfen dir ganz gewiss dein Herangehen und deine Erfahrungen und unser gemeinsames Teilen hier auch anderen.
      Herzliche Grüße an dich.

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