Innere Stille

Ich halte ständig den Geist beschäftigt.
Mit Denken, Planen, Analysieren, Philosophieren.
Mit Dingen, Handlungen und Beziehungen dieser Welt.
Aus Angst,
in die Stille zu kommen.

Denn diese Stille fürchte ich.

Ich meine,
in ihr nichts zu wissen, haltlos zu sein
und so viel Furchtbares zu finden.
Sünde, Angst, Schmerz und Strafe,
die jedoch auch durch den Lärm in mir
nicht wirklich zu überdecken sind.

Doch in Wirklichkeit
hebt meine innere Stille alles auf,
was mich an ihr hindert.
Und nur aus ihr kommen alle Lösungen.

Denn diese Stille ist,
was ich wahrhaft suche und bin:
Liebe

6 Gedanken zu „Innere Stille

  1. Jaa… Pst! Da kommt mir das alte Kinderlied in den Sinn:
    „Stille, Stille kein Geräusch gemacht.
    Christkind will zur Tür herein,
    und ihr solltet nicht so schrein.
    Stille, Stille kein Geräusch gemacht.“

    1. Ja, das Geschenk Gottes können wir nur in der Stille empfangen…

      Es gibt so viele Stellen im Kurs, in denen wir aufgefordert werden, einfach nur still zu werden. Eine der stärksten Stellen für mich befindet sich in der Lektion 189 (Übungsbuch S. 360, Absatz 7-9), in der wir aufgefordert werden, still in ein totales Nicht-Wissen zu gehen, denn nur Gott weiß den Weg zurück zu ihm. Wir halten uns mit dem Ego ja gerade davon ab. Es ist so überzeugend, doch beobachte ich immer wieder, wie ich doch noch an eigenen Vorstellungen und Kontrolle festhalte. Macht nichts! Außer weiteren Lärm. 😉 Einfach auch das nur beobachten und weiter Schritt um Schritt in die Stille zurücktreten, die immer parallel da ist.

  2. Liebe Katja,
    Danke für den schönen Text.
    Dazu ist mir spontan dieses Gedicht von Rilke eingefallen:

    Vor lauter Lauschen und Staunen sei still,
    du mein tieftiefes Leben,
    dass du weißt, was der Wind dir will,
    eh noch die Birken beben.
    Und wenn dir einmal das Schweigen sprach,
    lass deine Sinne besiegen,
    jedem Hauche gib dich – gib nach,
    er wird dich lieben und wiegen.
    Und dann meine Seele sei weit, sei weit,
    dass dir das Leben gelinge,
    breite dich wie ein Feierkleid,
    über die sinnenden Dinge.

    Lieben Gruß, Micha.

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