Friedliche Auflösung

 

Es geht mit dem Kurs letztlich nicht darum,
hier in der Welt eine friedlichere Person zu werden.
Denn dieser Zustand des friedlicher Hierseins ist nur ein Übergang,
aber ein notwendiger,
um sich dem wahren Frieden und Sein anzunähern.

Dabei ist es vergleichsweise leicht
– und doch auch noch schwer genug –
eine friedlichere Person zu werden,
im Gegensatz dazu,
sein falsches Selbst,
das Person-Sein an sich
und alle Individualität mitsamt der ganzen Welt komplett aufzugeben.

Aber auch das wird am Ende des scheinbar schwierigen Weges
ein Leichtes  und eine Freude sein.

4 Gedanken zu „Friedliche Auflösung

  1. Wird man nicht durch die Anwendung des Kurses automatisch friedlicher und identifiziert man sich dann nicht eher mit dem Selbst als mit der Person und wird dann nicht das individuelle, der Kampf der Trennung und des Egos weniger, so dass es einem „egal“ ( also nicht wurscht 🙂 ist was außen in der Form passiert weil der Inhalt Frieden ist ? Kann ich nicht, ohne das Spiel gänzlich aufzugeben, ein Mensch sein der Spaß hat und trotzdem im Frieden ist? Also des Spieles bewusst aber verankert im Sein? Wahrscheinlich nicht !? Dann würde ich ja hier bleiben wollen, als Mensch und würde es mir einfach nur schön machen. ?

    1. Liebe Birgit, vielen Dank für deine anregenden und tiefen Gedanken. Ja, so erlebe ich es auch, ich werde durch die jahrelange Kursanwendung insgesamt ausgeglichener und öfter friedvoller. Dies kann ich jedoch auch auf rein psychologischen Wegen erreichen, ohne eine spirituelle Dimension hinzuzunehmen (wie: nur Gott ist usw.). Und der Kurs bedient sich dieser psychologischen Ebene ja auch, indem er uns lehrt, hier als scheinbare Personen in der Welt unsere Projektionen auf andere Personen zurückzunehmen und alles als unseren Spiegel zu begreifen. Er holt uns mitten in der Welt ab und lehrt uns auf diese Weise, alles, was wir im anderen sehen, auch in uns zu finden und dadurch unsere Gleichheit und Verbundenheit zu erkennen und eine friedvollere Person zu werden. Dabei gehe ich aber noch von getrennten eigenständigen Personen aus, die real existieren.

      Doch der Kurs geht noch weiter, nämlich den von dir angesprochen Schritt, sich mit einem Selbst zu verbinden, dass nicht die Person ist. Da taucht zunächst der Träumer auf, der alle Personen einschließlich meiner und die ganze Welt träumt. Alles ist also von mir als Träumer (nicht als Person, das ist also schon eine andere Identifikation) in einen Traum projiziert und spiegelt meinen träumenden Ego-Geist mit dem Inhalt der Trennung, Angst und Schuld wider. Das Thema der Projektion und des Spiegels wird also auf eine noch weitere, „höhere“, umfassendere Ebene gehoben. Ich muss als Träumer die volle Verantwortung für alles hier übernehmen, für jede Handlung eines jeden einzelnen und alle Weltereignisse – und nicht nur für die „meiner“ Traumperson. Und das geht nur, wenn ich, wie du schreibst, tatsächlich schon eine Idee oder Ahnung davon habe, dass mein wahres Selbst nicht die Person ist und auch noch „hinter“ dem Träumer liegt, „dort“, wo diese Welt überhaupt nicht vorstellbar und nie geschehen ist. Das ist für mich erst die totale Auflösung aller Individualität, denn ich scheine als Träumer gegenüber Gott ja noch mein eigenes Ding zu machen.

      Doch wenn ich mich wirklich (und nicht nur theoretisch) als der Träumer begreife, besteht an diesem Punkt , so glaube ich, kein Wunsch mehr, den Weltentraum und das Person-sein noch aufrechtzuerhalten. Warum auch? Es ist vollends erkannt, dass das nicht die Wahrheit ist und nie Frieden bringen wird.

      Aber bis dahin, liebe Birgit, werden wir immer friedvoller scheinbar noch hier als Person in der Welt sein. Das ist die Voraussetzung und Annährung, damit der letzte Schritt nicht angstvoll, sondern freiwillig und freudvoll geschehen kann.
      Ich habe in meiner inneren Praxis festgestellt, dass es für mich wichtig ist, diese weitere Dimension im Auge zu behalten, mich beobachtend darauf zuzubewegen und immer wieder zu sehen, wie sehr ich doch noch an der Welt und dem Person-sein hänge, selbst oder gerade weil ich friedlicher werde. Denn dann kann man es ja doch ganz gut hier aushalten. Doch man rasselt dabei früher oder später dennoch immer wieder in die Egofalle, denn ich will ja eine friedvollere PERSON sein, ich will die Welt und das Sahnehäubchen des Friedens oben drauf. Doch PERSON/WELT und wirklicher FRIEDEN gehen nicht zusammen, eines von beiden muss dabei immer aufgegeben werden.
      So denke ich derzeit darüber. Und daher ist das Ziel, eine friedliche Person zu werden, für mich inzwischen zu kurz gegriffen. Kannst du es nachvollziehen?
      Sei lieb gegrüßt und ich bin gespannt, was du dazu denkst.

  2. Ich danke Euch Beiden für die anregenden Überlegungen, die irgendwann wohl jedem „Jesu-Jünger“ fragend aufdämmern.
    Mir kam spontan die L 189 in den Sinn.
    Dort wird unter Punkt 7 so wunderbar einfach, aber unmissverständlich der Inhalt der weiteren Reise offen gelegt.
    Wer übt, sich dieses „auf der Zunge zergehen zu lassen“ erahnt ein wenig von dem Unerahnbaren…

    1. Lieber Frank, ich danke dir, ja, das ist eine wunderbare und tiefe Textstelle und lässt uns ganz still und leer werden … und ahnen …

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