Dem Heiligen Geist vertrauen

Meine größte Angst ist, dem Heiligen Geist und somit Gott zu vertrauen,
sonst würde ich nicht immer wieder trotz besseren Wissens dem Ego folgen.
„Ich weiß nichts und vertraue dem Heiligen Geist.“
Das sage ich mir jedes Mal, wenn ich mich dabei erwische,
dass ich Situationen mit Ego-Gefühlen und –Gedanken begleite.
Ich halte inne.
Jedes Mal.
Wobei die Bandbreite sich von überschäumender Freude wegen irgendetwas in der Welt
über Manipulationen der weltlichen Umstände, um glücklich zu sein,
zu einem leichten geistigen Unwohlsein
bis hin zu so massiven psychische Reaktionen erstreckt,
dass mir gar körperlich speiübel wird.
Nun ist es entscheidend, diese nicht mit dem Ego korrigieren zu wollen
oder durch sogenanntes positives Denken zuzudecken,
denn so entrinne ich ihnen nicht wirklich.
Daher:
Ich betrachte meine Angst in all dem und MEINE Entscheidung für das Ego
und entscheide dann
„Ich weiß nichts und vertraue dem Heiligen Geist in mir.“
Ich gehe in die Leere in mir,
um die Lehre des Heiligen Geistes zu empfangen.
Es braucht meine Bereitschaft,
mich etwas vollkommen Neuem
und mir mit dem Ego vollkommen Unbekannten hinzugeben.
Und ich werde jenseits jeglicher Angst ganz sicher in Geborgenheit landen.
Nur Mut!
Immer wieder!

4 Gedanken zu „Dem Heiligen Geist vertrauen

  1. Anfang dieser Woche Tage voller Angst und Anspannung, weil ich Aufgaben für und Erwartungen von Anderen nicht erfüllen konnte, weil ich krank war. Wie sich später herausstellte, waren es nicht die Erwartungen anderer, sondern meine eigenen an mich. Andere freuten sich einfach nur, dass ich wieder gesund war, keine Vorwürfe. Die Vorwürfe waren von mir und meine Angriffsgedanken auf mich selbst gerichtet, natürlich nach außen projeziert. Meine Gebet „HEILIGER GEIST, bitte übernehmen!“ wurde erhört und es war mir möglich, mir mein gedankliches Angstmuster wie unter einer Lupe genaustens anzuschauen. Ich bin dankbar für die Lernerfahrung. Immer aus Neue ein Aha-Erlebnis.
    Manchmal frage ich mich jedoch, warum ich diese Gedankenmuster nicht s o f o r t erkennen und vielleicht sogar auch noch gleich korrigieren kann, sondern immer erst eine „kleine Hölle“ erleben muss.
    Danke auch an dich für deine Ausführungen, gehören für mich jetzt seit einigen Wochen zu meiner regelmäßigen Wochenendlektüre.
    Herzliche Grüße
    Petra

    1. Liebe Petra, was du beschreibst, kenne ich auch so gut. Vielen Dank für dein Teilen.
      Dein Bild „meine gedanklichen Angstmuster wie unter einer Lupe genaustens anzuschauen“ finde ich sehr passend für das Vorgehen, um das Ego ans Licht zu holen. Wir zoomen es sozusagen heran, um es besser zu durchschauen und lassen es nicht weiter diffus, unbewusst und verschleiert in uns agieren. Dabei beobachten wir nur schlicht – wie man halt so durch eine Lupe ein Objekt beobachtet, um es genauer sehen zu können. Der Kurs spricht davon, dass wir die Illusion anschauen müssen, denn durch Nicht-Hinsehen werden sie geschützt. (T-11.V.1:1 / S. 202 Textbuch)
      Und tatsächlich wird irgendwann der Moment kommen, an dem wir s o f o r t und in einem Augenblick a l l e Illusionen mit einem Mal loslassen. Doch auf diesen Moment müssen wir gut vorbereitet sein, weil wir sonst mit einem Schreckensschrei überwältigender Todesangst erwachen würden, da wir Gott sehr fürchten. Es geht aber um ein sanftes Erwachen und das Begreifen, dass Angst vollkommen unnötig ist. (T-27.VII.13 / Textbuch S. 586-587) So haben wir aus der Sicht der Welt einen Prozess zu durchschreiten, bei dem unsere Angst immer öfter entschleiern und immer mehr Vertrauen in den Heiligen Geist entwickeln.
      In diesem Prozess gibt es auch Momente, in denen wir sofort merken, dass wir wieder dem Ego folgen, je ausdauernder und wachsamer wir uns beobachten. Und dann können wir schon eine andere Wahl treffen, bevor wir so tief drin stecken, dass es höllisch schmerzt. Ich bin mir sicher, dass du die auch schon hattest, aber vielleicht sind sie dir gerade nicht so bewusst. Ich entdecke oft noch ein paar mehr von ihnen, wenn ich abends auf meinen inneren Tag zurückschaue. Das stärkt mich und macht mich weiter sensibel dafür.
      In diesem Prozess gibt es aber eben auch immer wieder Momente, Phasen, Tage, Wochen…., in denen ich total ins Ego hineinrassel und überhaupt keinen Ausweg mehr weiß. Manchmal kann ich mir richtig dabei zuschauen. Ich weiß genau, ich müsste jetzt stoppen, doch da scheint eine Portion Masochismus am Werk. In Wirklichkeit ist es eine riesige Angst. Der Heilige Geist fällt mir gar nicht ein oder tut er es doch, kann ich keine andere Deutung zulassen. Genauer, und mir gegenüber ehrlich gesagt: ich will es nicht! Denn stets entscheide nur ich. Niemand anderes ist verantwortlich und das Ego hat kein Eigenleben. Wenigstens das mache ich mir dann sehr bewusst. Ich will gerade das Ego! Und irgendwann … kommt der Punkt, an dem ich wieder den Heiligen Geist will. Gott sei Dank!
      All unsere Aha-Erlebnisse zusammengenommen werden schließlich zur Beständigkeit und endgültigen Befreiung aus allem Leid führen. Jeder Schritt auf unseren Weg führt uns dahin, auch wenn manche Schritte wie Umwege erscheinen. Doch sie sind als Lernerfahrung und für unser Begreifen ebenso wichtig, wie du auch sagst. Und somit sind sie unser schnellster Weg.

      1. Hallo Katja, das ist ja dann wirklich nochmal so eine andere Variante, dass man ganz tief in diese „Ego-Maschinerie“ hineingerät und dann z. B. mir schon allein der Gedanke an den Heiligen Geist von vorneherein als abwägig erscheint und ich erst gar nicht glauben kann oder will, wie du sagst, das das Hinwenden an diesen genau mein Weg wäre. Und wenn ich es dann doch versuche, alles recht kraftlos, flach und uninspiriert daher kommt. Bis sich dann irgendwann der Knoten löst, was aber scheinbar willentlich oder gedanklich nicht von mir herbeigeführt werden kann, da kann ich mich ständig und so oft ich will neu entscheiden, sondern mir dann „geschieht“.

        1. Liebe Petra, ich finde es sehr spannend, mit dir gemeinsam immer genauer durch die Lupe zu schauen. Ja, es ist auch für mich eine weitere Variante des Egos. In meiner Beobachtung geht an dem Punkt, an dem die Wahl des Heiligen Geistes vergeblich ist, das Ego den Kurs-Weg mit, um ihn auf diese Weise zu sabotieren. „Immer und immer wieder entscheide ich mich doch für den Heiligen Geist – verdammt noch mal! Ich mache doch alles, wie es im Kurs steht! Aber es funktioniert nicht!“
          Es ist ein innerer Krampf und Kampf dabei. Und das kann nur das Ego sein.
          Ehrlich hingeschaut ist entweder dabei die vermeintliche Wahl des Heiligen Geistes nur halbherzig und an Ego-Bedingungen geknüpft, so nach dem Motto: „Ich will den Frieden Gottes, aber bitteschön sollte dafür dieses und jenes passieren!“
          Oder aber ich bin im inneren Widerstand gegen das Ego, ich will es unbedingt weg haben oder abändern, statt es nur schlicht zu beobachten. Dabei gehe ich trotz der vermeintlichen Wahl des Heiligen Geistes mit dem Ego gegen das Ego vor und bleibe darin gefangen.
          Der Knoten löst sich, wenn ich still und ohne Widerstand zurücktrete. Meinst du das mit „nicht willentlich und gedanklich herbeiführbar“? Im Sinne von: Ich kann es mir nicht mit Zwang und Druck herholen? Dem würde ich zustimmen, weil dies das Ego ist, und hinzufügen, dass es dennoch stets meine Entscheidung ist. Der Heilige Geist kann ebenso wenig wie das Ego ohne mein Einverständnis in mir wirken. Ich gebe ihnen beiden jeweils alle Macht. Einer von beiden wirkt immer in mir. Und beide (Ego und Heiliger Geist) sind nur Denksysteme und Identifikationen in MEINEM Geist. Doch da mir das Ego so viel vertrauter ist und die Erfahrungen mit dem Heiligen Geist demgegenüber so anders, habe ich bei letzterem eher das Gefühl, dass es mir einfach nur geschieht. Das empfinde ich auch oft so. In Wirklichkeit aber habe ICH mich entschieden, ob mir nun das Ego oder der Heilige Geist „geschieht“. Sie sind stets „nur“ die Folge meiner Entscheidung. Und wenn meine Wahl des Heiligen Geistes nicht zu gelingen scheint, habe ich ihn in Wirklichkeit nicht gewählt, sondern doch das Ego. Wenn mir das klar ist, kann ich nun ohne Wiederstand neu wählen.
          Was für mich aber in der Beschreibung „der Heilige Geist geschieht mir“ noch mitschwingt ist die Leichtigkeit, in der wir allem begegnen, wenn wir mit dem Heiligen Geist sind. Und diese ist wirklich wunderbar.

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