Gemeinsamkeit trotz individueller Wege

Bei mir bleiben, mir treu sein, meinen inneren Weg gehen
und den anderen friedvoll ihren inneren Weg lassen –
ja, das ist das Ideal.

Oft entdecke ich bei ganz ehrlicher Innenschau,
dass ich mich zwar nach außen hin so verhalte,
aber mich dabei dennoch für besser, weiter, weiser halte –
und bin es nicht,
weil ich mich damit abtrenne und nicht mit den anderen liebend verbunden bin.

Manchmal aber gelingt es schon innen und außen
und es ist eine atemberaubend liebevolle Gemeinsamkeit zu spüren,
bei der Vergleiche gar nicht in den Sinn kommen
und nur Bereicherung geschieht.

(Notiert am 13.02.2008)

7 Gedanken zu „Gemeinsamkeit trotz individueller Wege

  1. Hallo und guten Morgen! Mir geht es gerade anders herum. Ich muss morgen wieder zu meinem 450 Euro-Job, wo ich z. Zt. eingearbeitet werde. Obwohl ich schon zweimal da war, fühle ich mich so unsicher und habe Angst zu versagen. Sehe all die Kolleginnen, die souverän ihre Arbeit verrichten, und sehe mich, wie ich morgen bestimmt alles falsch mache und mit Schimpf und Schande weggejagt werde. Auch ich fühle mich abgetrennt, kämpfe mit meinen Introjekten und „Inneren Miesmachern“ und befinde mich dabei bestimmt total auf der Ego-Schiene.
    Habe gerade im Textbuch den Abschnitt T-7.X.5:1-7 gelesen.
    Ich verstehe darin die Aussage „Projektion ist eine Motivationsverwechslung“ (T-7.X.5:7) nicht, da bekomme ich einen Knoten in meinem Hirn! Was verwechsele ich da bitte?? Ich WILL dem HEILIGEN GEIST vertrauen, warum bin ich trotzdem voller Angst????
    Petra

    1. Liebe Petra,
      ja, das stimmt, umgekehrt trennt uns das Ego auch ab. Statt toller als die anderen halten wir uns für schlechter als die anderen. Das fühlt sich gar noch viel miserabler an. Und dabei geht es dem Ego nicht wirklich um Dinge der Welt, die andere wirklich besser können, sondern es benutzt dies, um unser Selbstbewusstsein und inneren Frieden total zu untergraben.
      In der Textstelle, die du angegeben hast, geht es in meinem Verständnis um folgendes, wobei ich etwas ausholen muss.
      Projektion stammt vom Ego. Dabei ist zum einen die ganze Welt samt unserer Körper und Individualität eine Projektion (ein Traum im Geist).
      Zum anderen findet nun auch innerhalb der Welt wiederum Projektion mit dem Ego statt: immer sind die anderen oder meine eigene Schwäche und Unfähigkeit Schuld an meinem miserablen Ergehen – und niemals mein eigener Geist, der die falsche Wahl traf.
      Das Motiv / die Motivation des Ego und seiner Projektion ist also stets, meine Identifikation mit dem Ego zu stärken. Dabei schwächt es mich in Wirklichkeit und verlangt Opfer um Opfer. Ich opfere mein wahres Sein in Gott, meinen innere Frieden, meine innere Glückseligkeit. Ich habe in der Welt immer das Gefühl, nicht genug zu bekommen oder nicht gut genug zu sein und bin so ständig das Opfer von Umständen und anderen oder muss selber Opfer bringen.
      Ich bin mir dann nicht meiner Stärke bewusst, dass ich eigentlich ein Kind Gottes bin und jede Angst unbegründet ist. Diese Stärke schenkt mir nur der Heilige Geist.
      Ich bin mir mit dem Ego nicht bewusst, dass ich eben NICHT das Opfer der Umstände, anderer Menschen oder meiner Unfähigkeit bin, SONDERN dass ich selbst mich zum Opfer machte und Schwäche wählte, indem ich im Geist mich für das Ego und somit für Angst entschied.
      Ich glaubte bei der Wahl dem Ego und seinem vorgegaukelten Motiv, mich in Liebe und Frieden zu führen, indem es mich vor Gottes Strafe und Zorn „rettet“ und mir auch weltliche Lösungen bringt. Sein wahres Motiv aber, mich weiter in Angst und Schwäche zu halten, verrät es mir natürlich nicht. Ich würde ihm sonst ja nicht folgen.
      Das wahre Motiv des Ego muss ich aufdecken und du erlebst es in deiner Situation gerade sehr deutlich, dass du eben mit dem Ego darauf schaust. Das fühlt sich furchtbar an. Schwach, ausgeliefert, unfähig, voll Angst.
      Projektion ist eine Motivationsverwechselung, weil wir glauben, diese Projektionen würden uns aus unserer Angst und Schuld helfen. Doch ihr wahres Motiv ist Abtrennung und Abhängigkeit vom Ego und nur mal vorübergehende Freude, die keine ist, weil sie stets in Schmerz mündet.
      Ich glaube dir, dass du dem Heiligen Geist vertrauen willst. Doch wenn du spürst, dass du voller Angst bist, vertraust du ihm in diesem Moment nicht. Die Stärke des Heiligen Geistes ist totale Angstfreiheit und vollkommener innerer Frieden. Du magst den Heiligen Geist in deinem Empfinden gewählt haben, doch zwei Dinge können dies aus meiner Erfahrung unterminiert haben.
      1. Es kann sein, dass wir eine bestimmte Erwartung dabei haben, wie es für uns in der weltlichen Situation ausgehen soll, wenn wir den Heiligen Geist wählen. Dann wählen wir aber eigentlich doch das Ego, dass die Welt kontrollieren und manipulieren will und bestimmte Ergebnisse hier für die einzig richtigen hält. Wenn dem so ist, lassen wir jedes äußere Ziel los und gehen total in das Nicht-Wissen. Wir geben dem Heiligen Geist nichts vor und er ist auch „nur“ für unseren Geistes-Frieden in jeglicher Situation zuständig.
      2. Unser Ego schlägt sofort wieder zu bzw. wir wählten es wieder und zunächst noch unbemerkt. Doch an unserem Ergehen erkennen wir es ja. Bei dir scheint es dir weiterhin massiv einzureden, dass du viel zu unfähig für den Job bist (kenne ich übrigens auch sehr gut). Und an dieser Stelle würde ich einen Schritt zurück machen und sagen: „Ich will in Frieden sein mit meiner Unsicherheit. Ich will in Frieden sein, selbst wenn ich (aus wessen Sicht auch immer) versage. Ich will in Frieden sein, auch wenn ich in Schimpf und Schande verjagt werde.“ Kämpfe nicht GEGEN das Ego mit seinen „inneren Miesmachern“. Sehe sie und nichts weiter. Immer und immer wieder, wenn es in dir auftaucht, auch morgen auf der Arbeit. Das einzige Ziel ist innerer Frieden womit auch immer. Immer genau mit dem, was du gerade in dir beobachtest. Und das ist unserer wertvollster Beitrag bei allem, was wir tun, und für alle.
      Dann wirst du den morgigen Tag ruhiger angehen können. Vielleicht stellst du dann fest, dass du nun deine Arbeit viel konzentrierter und besser erledigen kannst, weil deine Angst dich nicht mehr lähmt. Vielleicht kannst du zu deiner Unsicherheit stehen und Kollegen um Hilfe bitten, ohne dass du dich dabei erbärmlich fühlst, sondern Stärke, weil du zu dir stehst. Vielleicht stellst du ruhig fest, dass du den Anforderungen tatsächlich nicht gewachsen bist und es gut ist, sich einen anderen Job zu suchen. Vielleicht wirst du dennoch Versagensgefühle haben und mit Schimpf und Schande verjagt werden, doch du wirst es für deine innere Kurs-Arbeit verwenden. Liebe Petra, in diesem Sinne also kannst du nichts falsch mache. Wie es äußerlich auch ablaufen mag, lasse es offen und entscheide dich stets mit dem Heiligen Geist für deinen inneren Frieden, während du auf dein tobendes Ego schaust. Und alles wird sich ergeben. Du wirst dabei der Stärke in dir begegnen, die dir der Heilige Geist schenkt, indem er dich in Frieden und Angstfreiheit bettet.
      Ich denke morgen an dich. Und wenn du magst, frage weiter, wenn dein Knoten noch nicht gelöst ist, und lasse uns teil haben, wie es dir ergangen ist – ganz gleich wie. Es ist alles ein Prozess, bei dem wir wachsen.
      Herzlich, Katja

  2. Guten Morgen Katja,
    danke für deine Ausführungen, die jetzt tatsächlich meinen Knoten für das Verständnis des Textes lösen.
    Heute Morgen bin ich ganz ruhig, meine Bitten um Beistand wurden gehört. Der springende Punkt wird sein, dass ich in solch „schlimmen“ Situationen immer wieder neu achtsam sein und mich immer wieder neu entscheiden muss, vielleicht sogar jede Minute oder Sekunde. Und immer wieder neu die Erfahrung machen darf, dass mein Vertrauen zum HEILIGEN GEIST mich trägt.
    Ich werde über den heutigen Tag berichten.
    Die wichtigste Aussage von dir: Mir kann nichts passieren mit IHM an meiner Seite.
    Liebe Grüße
    Petra

  3. Ich bin so dankbar! Ich habe heute vieles richtig gemacht, habe aber auch Fehler gemacht. Jedoch: Alle waren hilfsbereit, keiner war „böse“ oder genervt von meiner Fragerei, ich wurde nicht verjagt sondern ermutigt. Tenor vom Chef: „Das hat ja schon sehr gut geklappt heute“. Ich danke nochmals für alle positiven Erfahrungen und dass ich mich von IHM führen lassen konnte.
    Petra

    1. Liebe Petra, ich freue mich so mit dir!
      DU hast DIR so ein Geschenk gemacht. Und du wirst es immer wieder tun, stimmt´s? 🙂
      Unsere Bitten um Beistand, um eine andere Sicht und einen anderen Geistes-Zustand in uns werden IMMER erhört. Nur wir nehmen es nicht immer an. Streng genommen müssen wir nicht mal bitten, sondern nur unsere Blockade vor dem, was in uns immer in Frieden ist, aufheben. Das hast du dir heute getraut und erlaubt. Und spannend finde ich, dass dann immer alles positiv erfahren wird.
      Denn zum einem besteht durch meinen Frieden und mein Selbst-Bewußtsein eine große Chance, dass andere dadurch viel entgegenkommender reagieren. Aber selbst wenn sie es nicht tun, weil sie selbst im Ego feststecken, entdecke ich zum Beispiel, dass ich dann den Blick eines anderen, den ich aus dem Ego mit Sicherheit als mich abwertend oder von mir genervt und als gegen mich interpretiert hätte, nun mit innerem Frieden gar nicht auf mich beziehe. Ich kann seine Genervtheit verständnisvoll bei ihm lassen oder es als reine Müdigkeit oder anderes erkennen und ihm meine Unterstützung anbieten.
      Es ist mit dem Heiligen Geist in mir einfach immer genial, da es fried- und liebevoll in mir ist! Deswegen braucht es auch keine speziellen äußeren Ergebnisse. Etwas wird nur als ein Problem empfunden, wenn ich mit dem Ego darauf schaue. Mit dem Heiligen Geist ist dieselbe Situation kein Problem, denn wo Frieden in mir ist, kann ich nicht zugleich Angst und Konflikt empfinden.
      Mögen wir immer öfter diese Erfahrung machen, sie ist so heilsam und befreiend. Danke dir, Petra, dass du uns mit in deine Erfahrungen genommen hast, herzlich, Katja

      1. Liebe Petra,
        ich erfahre auch gerade etwas ähnlich Spannendes und Neues für mich auf der Arbeit. Ich habe mir über eine gewisse Zeit immer wieder meine Unsicherheit in einem Bereich angeschaut und mich für das In-Frieden-Sein damit entschieden. Irgendwann war ich es dann und nun habe ich es in einer Team-Sitzung und vor meinem Chef ganz ruhig aussprechen können, dass ich in diesem Bereich mich nicht als kompetent sehe und Unterstützung brauche oder es an einen Kollegen abgeben möchte. Das ergreifende für mich dabei war, dass sich sofort Kollegen und mein Chef liebevoll bereit erklärten, mir entgegen zu kommen. Aber noch mehr berührte mich meine eigene Haltung mit selbst gegenüber: keine Versagens- und Schwächegefühle, kein Mich-Klein-Machen wie sonst immer, sondern eine unendliche Stärke, Klarheit und friedvolle Entspanntheit. Und das, obwohl mir nun durch das Coaching eines Kollegen noch deutlicher vor Augen geführt wird, dass ich noch viel weniger in dem Gebiet weiß, als ich dachte. Ich konnte gar ganz gelassen dazu vor unserem Kunden stehen und auf meinen Kollegen verweisen. Es ist wirklich so wunderbar, mit dem Frieden verbunden zu sein.
        Liebe Grüße, Katja

        1. Dieses „mit mir selber in Frieden sein“ und mit eigener (vermeintlicher) Schwäche gelassen umzugehen erscheint mir z. Zt. als größtmöglicher Reichtum dieser Welt. Dein Beispiel macht mir so viel mehr Mut! Morgen habe ich wieder meinen 450-Euro-Job. Bis jetzt bin ich angstfrei!!! Schönes Wochenende! Petra

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