Geld, Gott und der Kurs

Ups, Geld, Gott und Ein Kurs in Wundern® in einem Atemzug genannt – geht das überhaupt? Ich finde ja, denn ich habe entdeckt, dass es unglaublich viel aus dieser Verbindung zu lernen gibt. Zudem schließt der Kurs mit seinem Ziel des Geistes-Wandels nichts aus. Seine Grundaussagen angewandt bieten uns auf ALLES Weltliche eine andersartige, befreiende und verbindende Sichtweise. Auch auf das in aller Welt so kontrovers diskutierte Thema Geld.
Gerade in der gesamten spirituellen Szene scheiden sich bei dem Thema Geld oft die „Geister“, auch unter Kurs-Schülern. Dabei geht es doch in der Spiritualität darum, die „Geister“ zusammenzubringen. Und mit Zusammenbringen ist nicht gemeint, dass wir einer Meinung sein müssen, sondern dass wir unsere URTEILE hinterfragen, um uns in jedem Fall in Liebe und Achtung zu begegnen.
So möchte ich genauer beleuchten, was wir aus meiner Sicht mit dem Kurs als unserem spirituellen Weg über das Thema Geld und uns selbst lernen können. Denn erst, wenn keinem Quäntchen Ego mehr Macht gegeben wird, können wir vollkommen erwachen (T-31.VIII.12:1-6; S. 672).
Ich möchte dies stellvertretend für alle Angebote zum Kurs daran untersuchen, was es bedeuten kann, Geld oder kein Geld für Seminare zum Kurs zu nehmen, weil ich dabei auf eine Menge konträrer Aussagen und Erfahrungsmöglichkeiten stieß. Doch ihr gemeinsamer Nenner ergab bei näherer Betrachtung stets unter dem Strich tatsächlich nur EINS: LIEBE.

Dieser Artikel ist mit 18 Dina4-Seiten recht umfangreich, weil das Ego uns bei diesem Thema sehr komplex hinters Licht führt. So wird hier folgendes zur Sprache kommen, woran auch exemplarisch das grundsätzliche Herangehen des Kurses an alles offensichtlich wird:

1. Grundsätzliche Aussagen des Kurses zum Thema „Geld“
2. Unterschiedliche Gründe für Seminare
3. Die unterschiedlichen Bedeutungen ein und derselbe Seminar-FORM
4. Einige Meinungen zu Kurs-Seminaren und Geld, Besonderheit, Selbstlosigkeit sowie Gier
5. Das Fazit zu 1.- 4.
6. Ein Blick auf die Traum-Figur Jesus im Lichte des Thema

1.Grundsätzliche Aussagen des Kurses zum Thema Geld

Das Wort Geld wird meines Wissens nach vier Mal in Ein Kurs in Wundern erwähnt (T-12.IV.7:3; S. 224 / Ü-I.50.1:3; S. 79 / Ü-I.76.3:2; S. 134 / H-13.2:6; S. 33) und mehrfach in dem Kapitel III. „Die Frage der Bezahlung“ in Die Ergänzungen zu EIN KURS IN WUNDERN (in dem Teil Psychotherapie. Zweck, Prozess und Praxis , S. 53-57). Dabei ist es sehr spannend, wie mit den Begriffen rund ums Geld wie „Preis“, „verkaufen“ und „bezahlen“ metaphorisch gespielt wird. In meinem Verständnis sagen sie folgendes aus:

Zunächst müssen wir uns der pauschalen Unterscheidung in Wahrheit und Unwahrheit (Illusion, Traum) bewusst sein. Wir müssen also übergeordnet zwischen Gott als unsere Wahrheit und der Unwahrheit unseres Trennungsglaubens von Gott – samt illusionären Welt mit Geld – unterscheiden. Das Erwachen unseres Geistes aus der Unwahrheit, an die wir glauben, in der Wahrheit, die wir nie verließen, ist eine rein GEISTIGE Entscheidung und hat mit nichts in der Welt zu tun, auch nicht mit Geld und weder mit dessen Besitz noch mit dessen Verzicht.

So ist die erste Textstelle, in der Geld erwähnt wird, in einen Abschnitt (T-12.IV.6-7; S.224) eingebettet, der verdeutlicht, dass ich keinen Preis für mein Leben in Gott zahle, weil es mir schlicht gegeben ist und ich es in Wahrheit weder verkaufen noch zurückkaufen kann. Ich habe es einfach, ich bin es, nur bin ich es nicht mehr gewahr.
Doch ich zahle einen sehr hohen Preis für den Tod, womit das Ego gemeint ist, meinen Glauben an die Trennung, Welt und Körper. Dafür zahle ich mit vernichtenden Schuldgefühlen, schmerzhafter Einsamkeit und unsäglicher Angst. Das ist mein Preis und ich glaube dabei, mein wahres Sein in Gott verkauft zu haben.
Um wieder das Gewahrsein der Ganzheit zu erlangen, ist jedoch einzig die Sühne der Preis, was keine Investition von Geld bedeutet, sondern es bedeutet die Investition von Geist (T-12.IV.7:3; S. 224). Das heißt, einzig mein Wille für den Geisteswandel ist die Investition, um wieder das Gewahrsein meiner nie verschwundenen Ganzheit zu erfahren. Ich gebe meinen Ego-Geist, mein Ego-Denken auf.
Es geht also bei dem inneren Prozess des Erwachens, den der Kurs anstrebt, überhaupt nicht um die weltliche Ebene, sondern nur rein um die geistige Wahl des Träumer-Geistes, der die Welt träumt. Geld und was sonst noch so im Traum der Welt passiert, spielt dafür überhaupt keine Rolle.

Das ist die Ebene der Unterscheidung von Wahrheit und Unwahrheit. Das ist sozusagen der Gesamtrahmen des Kurses, der zeigt, wo er letztlich hinführt. Doch auf dem Weg dorthin machen wir unsere innere Arbeit scheinbar mitten in der Unwahrheit, mitten in der Illusion, mitten im Welten-Traum, in dem wir ein Körper und Individuum zu sein scheinen. Und hier nutzen wir alles dafür, alle Formen der Welt, einschließlich dem Thema Geld.
Denn anhand unserer geistigen Reaktionen AUF die Welt können wir überhaupt nur unsere jeweilige geistige Identifikation mit unserer Wahrheit in Gott oder mit dem illusionären Ego in einem Körper erkennen, was in der gesamten Lektion (Ü-I.50; S. 79) rund um die zweite Textstelle verdeutlicht wird. Dafür betrachten wir die vom Ego-Geist gemachte Welt nun neutral und nutzen sie so als Rückweg zur Einheit in Gott. Sehr nüchtern und neutral spricht der Kurs dabei in der dritten Textstelle von „Stapel farbiger Papierschnipsel und Haufen kleiner Scheiben aus Metall“ (Ü-I.76.3:2; S. 134).
In dieser gesamten Lektion 76 geht es darum, wie sehr wir all den Dingen der Welt und den Gesetzen, die wir an ihnen ausrichten, Glauben schenken. Wir meinen darüber Sicherheit und Erlösung zu erlangen. Wir glauben Geld, Medizin und andere Menschen zu brauchen, weil wir uns mit dem Körper identifizieren. Dabei ist nach den Gesetzen Gottes klar, dass wir gar nichts davon brauchen, weil wir kein Körper sind und in der vollkommenen Einheit ruhen. Dadurch wird nochmals deutlich gemacht, dass die illusionäre Welt und somit auch Geld an sich keinen Wert und keine Bedeutung haben – weder positiv noch negativ, sondern einfach Null.
Vielmehr geben WIR allem die Bedeutung, die es für uns hat (Ü-I.2; S. 4). DAS muss uns bewusst werden. Denn die ganze Welt, einschließlich „Macht, Ruhm, Geld und sinnliche Lust“ (H-13.2:6; S. 33), bedeutet nur für den Körper etwas, wie rund um die vierte Textstelle ausgeführt wird. Setzt der Geist sich mit dem Körper gleich, verliert er die Wahrheit über sich aus seinem Gewahrsein. Wiederum ist nur die Rede davon, dass einzig der Geist entscheidend für unsere ERLÖSUNG ist, der dafür erkennen muss, was er mit Macht über seinen Geistes-Frieden ausstattet und was wirklich wahr ist.

Es geht also darum, sich GRUNDSÄTZLICH von nichts mehr, was mit dem Körper und der Welt zu tun hat, abhängig zu machen, das ist der Kurs-Ansatz – aber der megawichtige Zusatz lautet, solange wir uns noch hier als Körper erleben: IM GEIST! Es geht um den von allem unberührten, ungestörten FRIEDEN IM GEIST – das ist der Frieden Gottes.

Und weil dieser Frieden mit der Welt ganz und gar nichts zu tun hat, muss dafür in der Traum-Welt ganz und gar nichts verändert werden. Der Kurs lehrt uns, ausnahmslos auf alles in der Welt und in unserem Geist zu schauen und dabei im Geist in Frieden und Liebe zu bleiben. Nur das bedeutet, dass wir an nichts mehr in der Welt hängen, ihr keinen Wert mehr beimessen und somit den kompletten Ego-Glauben aufgeben und tatsächlich in unserem wahren körperlosen Sein erwachen.
Es geht nicht um Veränderungen auf der körperlichen und weltlichen Ebene. Es bedeutet nicht, dass dafür in der Welt Askese wie Verzicht auf Geld und Verzicht auf körperliche Annehmlichkeiten gelebt werden muss. Oder dass das Erwachen dadurch oder durch Besitzanhäufungen und Körperlust garantiert oder ausgelöst würden oder ein Zeichen für wahre Liebe und Erwachen wären. Es geht rein um eine GEISTIGE Loslösung von ALLEM für den wahren und ungestörten Frieden in uns.

Wenn wir glauben, für spirituellen Fortschritt und Erwachtsein spreche, dass innerhalb des Welten-Traumes für Leistungen kein Geld mehr gefordert oder grundsätzlich auf Geld verzichtet wird, geben wir der Form – dem Geld und somit der Welt – gerade ebenso eine riesige Bedeutung und zugleich Macht über uns, wie wenn uns Geld und Besitz äußerst wichtig sind. Beide Überzeugungen halten uns also weiter im Traum fest.
Wir erwachen nicht durch weltliche Umstände und körperliche Handlungen oder geistige Ansätze, die in der Welt etwas verändern wollen und in ihr etwas wichtig und entscheidend finden. Wir erwachen im Geist, der auf den Welten-Traum schaut! Wir erwachen durch eine geistige Entscheidung angesichts jeglicher weltlicher Umstände, körperlicher Handlungen und aller Ego-Trennungs-Gedanken in Frieden zu bleiben. Denn das ist die Widerspiegelung von Gottes Frieden, in dem wir dann wieder vollkommen aufgehen können. Wir erwachen, indem wir die komplette Welt und den Trennungsglauben dahinter als Ganzes aufheben.

Aber bis dahin atmen, essen, trinken und schlafen wir als uns im Körper in diesem Welten-Traum erlebend weiterhin. Wir schreiben Artikel, gehen unseren Hobbys nach, geben und besuchen Seminare zum Kurs, wenn es uns interessiert. Wir treiben Sport und fahren in den Urlaub, wenn wir das können und möchten. Wir arbeiten, um Geld zu verdienen und den Lebensunterhalt für unseren Körper zu finanzieren. Geld ist hier schlicht der Gegenwert für bestimmte von uns erbrachte Leistungen. Damit kaufen wir uns wiederum Leistungen unserer Wahl ein, um unser körperliches Leben zu gestalten und für den Körper zu sorgen. Als Kurs-Anwender sind wir da keine Ausnahme. Wir führen äußerlich ein ganz normales Körper-Leben. Begleitend genau dazu und mit dem, was unser Leben hier ausmacht, machen wir Kurs-Anwender innerlich unsere geistige Arbeit, um vom Glauben an den Körper und die Welt zu erwachen. Auf diese Weise werden wir schlicht immer seltener Angst in Bezug auf den Körper und weltliche Umstände erleben.
Wir verleugnen dabei aber den Körper und seine Bedürfnisse, diese Welt, die auf ihn einwirkt und das Geld, das zum Leben hier in aller Regel benötigt wird, nicht. Vielmehr nutzen wir alles, um zunehmend eine andere Geistes-Haltung auszudrücken – statt die der Angst die der Liebe.

In der Welt ist Geld schlicht und ergreifend ein Tauschmittel, mit dessen Hilfe wir Dinge für unsere und die Körpererhaltung andere sowie für unsere Körperfreizeitgestaltung tun können. Nichts ist per se schlimm oder falsch daran. Es ist hier einfach so. Wenn wir nun aus dem Grund auf Geld und Körpererhaltung und -beschäftigung verzichten, weil wir diese für schlecht und falsch halten, geben wir ihnen erst recht alle Macht über uns, weil wir sagen, sie seien wahr und wir müssen sie abschaffen. Wenn etwas aber grundsätzlich nicht wahr ist, müssen wir es weder erhöhen, noch ablehnen, noch abschaffen, noch verleugnen. Wir können es neutral betrachten und nutzen, um zu erkennen, in welchem der beiden möglichen Geistes-Zustände wir jetzt gerade sind. So dient es uns nun zum Erwachen aus all dem.

Form und Inhalt
An dem Thema Geld ist stellvertretend für alle Themen und Bereiche in der Welt wunderbar zu erkennen, wie wir immer wieder von den Formen der Welt (in diesem Falle der Form Geld) von unserer geistigen Wahlmöglichkeit abgelenkt sind und daher auf scheinbar feststehende Inhalte einer Form schließen und an der Form hängenbleiben. Genau so verhindern wir unser Erwachen.

Ja, für Gott und in Gottes Sein spielt Geld ganz und gar keine Rolle. Es existiert überhaupt gar nicht wie eben die ganze Welt nicht existiert. Aber innerhalb unseres Trennungs-Traumes von Gott, in der illusionären Welt, in der wir uns zu befinden glauben, setzen wir mit dem Kurs an. Denn nur von dieser gesamten Welt-Illusion müssen wir uns befreien.
Nur hier – scheinbar in der Welt – brauchen wir den Kurs überhaupt, und hier in der Traum-Welt und für unsere Traum-Körper spielt auch Geld eine große Rolle. Es ist überall gegenwärtig. Hier kann es nun also sehr unterschiedlich verwendet, beurteilt und betrachtet werden. Es kann ihm die verschiedensten Bedeutungen geben werden, wie wir sehen werden. Und so nutzen wir wie alles in der Welt auch das Thema Geld dazu, um unsere Blockade vor dem Frieden im GEIST aufzudecken. Wir machen da keinen Unterschied und keine Ausnahme bezüglich irgendeines Themas oder Lebensbereiches in der Welt, die nur verschiedene Formen sind.

Der Kurs macht immer wieder deutlich, dass wir mit dem Ego stets auf die Form schauen und über die Form urteilen, statt auf den Inhalt zu achten, den allein wir jeweils der Form geben und der ständig wechseln kann. Mit Form ist tatsächlich alles Weltliche gemeint, nicht nur die Formen von Landschaften, Bauten, Gegenständen, Geldscheinen und Körpern. Auch das Verhalten von Körpern ist damit gemeint, dass sich in einer bestimmten Form ausdrückt, durch unterschiedliche Handlungen, Gestik, Mimik, Worte und Tonlage. Es gibt in der Welt der Formen zudem auch verschiedene Formen der Begegnungen und Beziehungen.

Zum Beispiel ist eine Form ein Seminar zum Kurs, in dem sich Seminarleiter und Seminarteilnehmer (beide Kurs-Schüler und -Lehrer zugleich) begegnen und in einer bestimmten Form von Beziehung befinden.
Die Form eines Seminares kann nun noch in eine Form des Seminars zum Festpreis, mit Spendenbitte oder kostenfrei unterteilt werden. Beim Spenden gäbe es noch die Variante, nur so viel Spenden anzunehmen, wie für Anreise, Kost und Logis während des Seminars anfallen. Oder das darüberhinausgehende Geld auch für den eigenen Lebensunterhalt anzunehmen oder auch für weitere Lebensannehmlichkeiten. Oder es wird direkt an andere weiterzugeben ohne einen materiellen Gegenwert zu behalten.

Das Ego hat eine riesige Freude daran, immer mehr Formen zu finden, sie gegeneinander abzugrenzen und sie vor allem mit wertenden Urteilen zu belegen: „Diese Form ist einzig rein, edel und spirituell, aber jene Form ist es nicht.“
Doch wenn wir uns nun mit dem Heiligen Geist diesen Formen nähern, entdecken wir in all diesen verschiedenen Formen die unzähligen Möglichkeiten, im Geist genau mit Hilfe all dieser Formen zu heilen UND auch Heilsein in ihnen auszudrücken. Denn dafür verwendet der Heilige Geist ALLE Formen.
Und wie geht das von statten? Indem wir den Inhalt, die Bedeutung aufdecken, die nicht unumstößlich feststeht, sondern die WIR SELBST jeweils jetzt den Formen geben. So geht der rechtgesinnte Geist mit ALLEM in der Welt um. Er verwendet gerade alles, was das Ego für die Trennung machte, nämlich die Welt der Formen, weil wir daran glauben. Dabei nutzt er es nun für einen anderen Zweck – seinen Zweck der Erinnerung an Gott. Durch seine andere Deutung, gekoppelt mit der Erfahrung von Geistes-Frieden angesichts derselben Formen, folgen wir dann nicht mehr dem Ego und das ist der Ausweg aus unserem Trennungsglauben.
Wir nehmen also die Form als Ausgangspunkt, weil sie dem Ego als erstes ins Auge springt und die vielen Formen zunächst die Trennung an sich darstellen. Wir nutzen sie aber nun, um in unseren Geist zu schauen. Wie reagieren wir JETZT im Geist auf genau diese vielen verschiedenen Formen der Welt?

Die Welt mit all ihren Formen dient uns also auf dem Kurs-Weg durch unsere innere Reaktion darauf als Spiegel für unsere momentane Geistes-Haltung. Wir erkennen darüber an unserer Reaktion auf die Formen, ob wir gerade dem Ego oder dem Heiligen Geist in uns folgen. Was wir in die Formen hineinlegen, kommt aus unserem Geist. Das bedeutet also ich verwende die Form, die an sich schon Trennung ausdrückt, weil sie sich von anderen Formen abgrenzt, für weitere Trennung oder nun für den Rückkehr zur Einheit. Bin ich in meiner Reaktion auf die Form durch Angst motiviert oder durch Liebe? So können mehrere Menschen im gleichen Moment auf genau die gleiche Form schauen und verbinden damit völlig Unterschiedliches. Sie machen innerlich sogar völlig gegensätzliche Erfahrungen damit.

Erforschen wir also anhand verschiedener Blickrichtungen, Aussagen und Frage, die mir zu Seminaren zum Kurs begegneten, welch unterschiedliche Inhalte sich in all den Formen finden lassen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Aber es macht deutlich, dass von den Formen allein keine Rückschlüsse auf den Geistes-Zustand desjenigen, der sie verwendet, möglich sind.
Ich verwende hier nur die männlichen Formen bei der Betitelung von Menschen. Gemeint sind aber stets beide Geschlechter, vielmehr der geschlechtslose Geist hinter unseren Körpern, der wir alle eigentlich sind und der sich hier nur in verschiedene Körper aufgeteilt erfährt.

2. Unterschiedliche Gründe für Seminare

Machen wir uns als erstes klar, wieviel unterschiedliche Gründe es gibt, Seminare zu geben und zu besuchen und was dies letztlich für uns selbst bedeutet.

Warum gibt jemand Seminare?
Weil er darum gebeten wird, weil er den klaren friedvollen Impuls dazu spürt, weil er sie selbst gern hält und Freude daran hat, weil er sich auf diese Weise mehr mit dem Thema beschäftigen möchte, weil er dabei mitwächst, weil er den Austausch sucht, weil er eine Wissen- und Erfahrungsschatz hat, den er gern teilt und von dem andere profitieren können, weil er eine Begabung für diese Form, das Thema und eine eigene Art der Aufbereitung hat. Weil er sich selbst erhöhen, etwas Besonderes sein, im Mittelpunkt stehen, der Beste sein, angeben, angehimmelt werden, missionieren, andere bekehren, anderen helfen, andere heilen möchte, Geld verdienen, eine Anhängerschaft, Bestätigung und Anerkennung haben will oder sich in der Rolle eines Experten gefällt.
Alles ist möglich und oft ist es eine Mischung, mehr oder weniger bewusst, und ein Schwanken, was ganz normal auf dem spirituellen Weg ist. Es geht uns allen so. Es ist nichts Verurteilenswertes daran. Und allmählich schält sich im individuellen Prozess immer mehr das Motiv Liebe heraus, weil der Ausgang für uns alle ganz gewiss Gott ist.

Warum geht jemand zu Seminaren?
Weil er Interesse hat an dem Thema, dem Seminarleiter und/oder den anderen Teilnehmern, am Austausch mit anderen, an eigenem und gemeinsamem Wachstum. Weil er Hilfe sucht, Anschluss, Anerkennung, Wissens- und Erfahrungserweiterung. Um eine Teilnahme vorweisen, um mitreden zu können. Um sich aufgehoben, sicher, zugehörig zu fühlen. Um sich an andere dranzuhängen, Zuhörer oder Gleichgesinnte zu finden. Um andere zu belehren oder mit ihnen zu lernen.
Alles ist möglich und oft ist es eine Mischung und ein Schwanken, mehr oder weniger bewusst, was ganz normal auf dem spirituellen Weg ist. Es geht uns allen so. Und allmählich schält sich immer mehr das Motiv Liebe heraus. Es ist nichts Verurteilenswertes daran, weil der Ausgang des Prozesses für uns alle gewiss Gott ist.

Es gibt also viele unterschiedliche Gründe, warum jemand ein Seminar gibt oder besucht – und nicht nur den einen, den wir gerade zu sehen meinen. Schauen wir uns unsere Beurteilungen der verschiedenen Gründe an. Einen halten wir für besser als den anderen, oder? Für fortgeschrittener oder für verachtenswerter.
Machen wir uns bewusst: JEDES Festhalten an einem URTEIL über die Gründe hält uns nur länger SELBST in der inneren Gefangenschaft des Ego fest. Nutzen wir unser aufgedecktes Urteil lieber für unseren eigenen Geistes-Wandel und in uns wird das Ergebnis in jedem Fall Liebe sein.
Diese Liebe begegnet allem Schwanken und Urteilen anderer und dem eigenen, in dem sie nur das Heilsame in uns bestärkt. Und bedenken wir: wir wissen nie wirklich, was die Gründe des anderen sind. Und das ist nicht mal wichtig für unsere eigene Entscheidung zur Liebe, während wir auf UNSERE Gründe und Urteile schauen.

3. Die unterschiedliche Bedeutungen ein und derselbe Seminar-FORM

3.1. Was kann hinter der Form eines Seminars mit Festpreis stehen?

Für den Seminarleiter kann die Höhe eines Festpreises verschiedene Gründe haben. Er kann sich an den Preisen für ähnlichen Seminare orientiert haben. Oder daran, was in seinem Leben für ihn ansteht, z.B. dass er seine gesamten Lebenshaltungskosten oder nur bestimmte Ausgaben darüber decken oder weitere Projekte (auch kostenlose) damit bezahlen möchte oder muss. Vielleicht geht er auch davon aus, was er selbst bereit ist für ein Seminar zu zahlen. Vielleicht füttert er mit dem Preis sein Ego, ist von Geldgier geleitet, will sich damit aufwerten oder aber er steht selbstbewusst zu diesem Preis, der sich einfach stimmig anfühlt. Er kann erfahren, dass er auf eine Anfrage für eine Preisreduktion oder Verzicht auf Geld stur aus dem Ego an seinem Preis festhält oder dass er daran aus Fairness festhält oder weil er Urteilen damit liebevoll begegnet. Oder er kommt der Anfrage entgegen, weil auch das ein großer Lernschritt für beide oder eine von beiden Seiten sein kann. Es gibt dabei keinen festgelegten Fahrplan, sondern nur individuelle Situationen und Begegnungen, um die jeweilige das Ego auflösende Erfahrungen machen zu können.
Wofür er das Geld verwendet und aus welchem Impuls er den Preis festlegte, ist letztlich nur für ihn selbst entscheidend für seinen Weg, der ihn früher oder später zu immer mehr gelebter Liebe führt. Und dafür dient dem Seminarleiter früher oder später gerade der Weg, den er jetzt gewählt hat.
Es könnte sich ergeben, dass er seine Angst entdeckt, ohne Festpreis nicht genug Geld für sein Leben zu haben. Oder er entdeckt die Angst, dass andere ihn dafür verurteilen, angreifen und schlecht machen, dass er festlegt, dass und wieviel Geld er dafür haben möchte. Oder dass andere Zwang bei festen Preisen empfinden, weil sie nicht selbst entscheiden können, wieviel und ob sie etwas zahlen wollen. Er kann dadurch dahin kommen oder er lebt es bereits, dass ihn dies nicht in seinem Frieden mit allen und in seiner Klarheit berührt. So kann er statt Angst und Rechtfertigung Liebe und Verständnis leben.
Ein bestimmtes Thema zu vermitteln könnte sein bestes Talent sein, was er zu geben hat. Wenn er dafür das Geld über Seminare zum Thema für seinen Lebensunterhalt verdienen könnte, könnte er insgesamt viel mehr Zeit dafür und für weitere Angebote, kostenfreie oder kostenpflichtige, investieren, die wiederum anderen Menschen hilfreich sind und seine eigene Entwicklung unterstützen.
Er könnte auch seiner Sorge begegnen, dass niemand kommt, wenn er Geld dafür nimmt. Und er könnte Vertrauen lernen und Frieden in sich finden, ob jemand kommt oder nicht. Er kann darüber dahin kommen, dass es keine Rolle spielt, ob er das Seminar für eine einzige Person oder für hunderte Personen hält. Und dies gilt für alle Seminarformen, ob mit Festpreis, Spendenwunsch oder kostenfrei. Solange irgendjemand von seinem wie auch immer gearteten Angebot profitiert, ist es sinnvoll. Und dieser eine ist in jedem Falle er selbst, da er durch die Ausarbeitung des Seminars klarer wurde und durch die folgenden wie auch immer gearteten Erfahrungen mit dem Seminar wachsen konnte.

Für den Seminarteilnehmer kann ein Festpreis als Zwang empfunden werden oder als Erleichterung und Klarheit, weil eindeutig festgelegt ist, welche Summe gegeben werden soll. Es kann ihm seine Verurteilung von Festpreisen und den dazugehörigen Seminarleiter offenbaren oder für ihn eine totale Selbstverständlichkeit sein, den Seminarleiter mit Geld auf seinem Weg zu unterstützen, wie immer der sich gerade gestaltet und ob er mehr aus dem Ego oder dem Heiligen Geist genährt ist, in der Gewissheit, dass wir alle am selben Ziel der Liebe ankommen werden. Die Gabe des Geldes kann von Angst und Urteil begleitet sein oder von Liebe und Freude.
Ein Festpreis kann ein Ausschlusskriterium sein, weil er das Geld dafür nicht übrig hat. Dies kann der Seminarteilnehmer dafür nutzen, damit in Unfrieden oder Frieden zu sein, was ein entscheidender Lernschritt für ihn sein kann. Es kann auch ein Ansporn für eine Entwicklung in Vertrauen und Kreativität sein, das Geld dafür auf Wegen aufzubringen, die man zuvor nicht gesehen und erfahren hatte. Und es kann zu einem verbalen Angriff auf den Seminarleiter und zum Schlechtmachen gegenüber anderen kommen oder zu einem Entwicklungsschritt führen, mutig oder vertrauensvoll, auf den Seminarleiter zuzugehen und um mit ihm über die eigenen Prozesse und eine individuelle Regelung zu sprechen.
Wenn der Preis als zu niedrig oder zu hoch angesetzt wahrgenommen wird, was stets in der Deutung des jeweiligen Betrachters liegt, kann dies auch wieder unterschiedlich ausgelegt werden, nämlich als unter oder über Wert angeboten. Beides läuft darauf hinaus, es allein aufgrund des Festpreises als nicht wertvoll und daher nicht lohnenswert zu befinden. Oder die Höhe des Festpreises wird einfach als das gesehen, was für den Seminarleiter aus welchen Gründen auch immer stimmig ist und wird gerne gezahlt oder kann halt einfach nicht bezahlt werden. Es wird als eine Gabe verstanden, die in jedem Fall dem Seminarleiter auf seinem Weg der Liebe oder in die Liebe und sogar weitere Projekte (auch kostenlose) unterstützt, die wiederum vielen Menschen zu Gute kommen. Es wird verstanden, dass ein Festpreis per se nichts über die Qualität des Seminarleiters und seines Angebotes aussagt. Dann wird das Angebot nicht mehr aufgrund des Preises ausgewählt, sondern weil der Seminarteilnehmer selbst sich von genau diesem Seminar, Thema und Seminarleiter eine Anregung zu eigenem Wachstum verspricht.

3.2. Was kann hinter der Form eines Seminars mit Spendenwunsch stehen?

Für den Seminarleiter kann vollkommen offen sein dafür, wieviel Geld herein kommt. Es kann auch sein, dass er es gar nicht unbedingt braucht, aber dennoch gern etwas für seinen Einsatz hätte, die Höhe ihm aber gleich ist. Es kann sein, dass er auf das Geld durchaus angewiesen ist, aber auf diese Weise lernt zu vertrauen, dass es immer genug sein wird oder wenn es nicht genug ist, ihm sein Frieden auch nicht abhanden kommen wird.
Es kann sein, dass er jeden selbst einschätzen lassen möchte, was das Seminar ihm finanziell Wert ist oder was aus den eigenen finanziellen Mitteln möglich ist. Dahinter kann sich aber auch verbergen, dass der Seminarleiter selbst unsicher darin ist, einen klaren Preis festzulegen und die Entscheidung nun von sich fort auf die Teilnehmer schiebt. Oder er hält es für spiritueller, nur Spenden anzunehmen.
Der Seminarleiter kann tatsächlich völlig frei davon sein, ob überhaupt und wieviel Geld zu ihm kommt, ob er es nur für die Seminarkostendeckung nimmt und den Rest oder alles weiter verschenkt oder sich selbst etwas davon kauft. Oder er sitzt da und zählt das Geld und ist enttäuscht, fühlt sich nicht ausreichend wert geschätzt, weil er seinen Wert am Geld festmacht oder er erstarrt und gerät unter Druck, weil es so viel ist, dass er sich selbst dessen nicht wert fühlt.
Alles ist möglich. Allein der Spendenwunsch sagt gar nichts aus. Mangelndes Bewusstsein über sich selbst sowie ein gesundes Bewusstsein über sich selbst kann sich sowohl darin ausdrücken, kein Geld zu nehmen, als auch darin, Geld in Form von einer Spende oder einem Festpreis zu nehmen.

Für den Seminarteilnehmer kann es eine Möglichkeit sein, seinem Unwohlsein und seiner Unsicherheit auf den Grund zu gehen, nicht genau zu wissen, welche Summe Geld der andere möchte oder einschätzen zu müssen, was es ihm an Geld wert ist. Er kann seiner Sorge begegnen, vielleicht zu wenig zu geben. Wie auch immer bei einer Spende zu wenig definiert wird. Gibt es da überhaupt ein zu wenig? Vielleicht nichts?! Also fühlte er sich gezwungen etwas zu geben, von dem er nicht weiß, wieviel es sein soll und gibt mehr, um kein schlechtes Gewissen haben zu müssen. Für andere kann es genau anders sein. Sie freuen sich, ohne eigene Zweifel und Vorgaben einfach geben zu können, was sie wollen oder können oder haben gar kein Problem damit, auch gar kein Geld zu geben.

3.3. Was kann hinter der Form eines Seminar stehen, für das gar kein Geld erwartet wird?

Für den Seminarleiter kann es gar keinen Bedarf an Geld dafür geben, weil er bereits genug davon hat oder sich auf andere Weise versorgt weiß oder darauf vertraut. Oder er traut sich nicht, Geld als Spende oder Festpreis zu nehmen, obwohl er es gern hätte oder bräuchte. Aus welchem Grund auch immer, aus Angst vor Anfeindungen, aus Minderwertigkeitsgefühlen, aus Unsicherheit über die Summe. Dessen kann er sich bewusst sein und es betrachten und nun seine weiteren Erfahrungen machen oder sich selbst vormachen, er stünde darüber. Er kann es kostenfrei halten, um allen unabhängig von ihrer finanziellen Situation die Teilnahme zu ermöglichen oder weil er sich auf diese Weise einen großen Zulauf erhofft, der sein Ego bauchpinselt.

Für der Seminarteilnehmer kann ein kostenfreies Seminare darum interessant sein, weil er einfach alles mitnimmt, was er kostenlos bekommt. Dabei kann es sein, dass er keinen Wandel in sich anstrebt und keine Entwicklung zulässt. Doch es kann bei der Teilnahme passieren, dass er sich berühren lässt, dass es zu einem innerer Wendepunkt für ihn wird. Oder er nutzt es, weil er tatsächlich kein Geld übrig hat oder meint, es nicht zu haben und arbeitet voll Hingabe mit. Oder er findet, für so etwas will er nicht bezahlen oder sollte niemand bezahlt werden, weil es etwas ist, was allen zusteht. Genauso kann er finden, was kostenfrei angeboten wird, kann nicht wertvoll sein und hört nicht wirklich zu oder geht gar nicht erst hin.

Wir sehen also, rein von der Seminar-FORM „Festpreis“, „Spende“, „kostenfrei“ können wir auf gar nichts schließen, was den Seminarleiter und Seminarteilnehmer und deren Geistes-Haltung betrifft. Und selbst, wenn wir es könnten, würde dennoch unsere Wahl mit Blick auf unser eigenes Erwachen sein, eben nicht zu urteilen, sondern darauf in Liebe zu schauen.

4. Einige Meinungen zu Kurs-Seminaren und Geld, Besonderheit, Selbstlosigkeit sowie Gier

Wenden wir uns noch einigen Meinungen zu, denen ich begegnete, denn bei näherer Betrachtung können wir auch hier die im Kurs so wichtige Unterscheidung von Form und Inhalt sowie seine konsequente Haltung zum Thema Besonderheit erkennen.

4.1. „Seminare zum Kurs müssen frei von Geldverdienen sein. Sie sind nicht vergleichbar mit Seminaren zu anderen Themen, für die Geld genommen wird.“

Worin unterscheidet sich ein Seminar zum Kurs von anderen Seminaren? Ist der Unterschied nicht einzig das Thema? Und bezahlen wir in einem Seminar tatsächlich für das Thema oder bezahlen wir den Seminarleiter, der sich Gedanke gemacht hat, wie er seine Erfahrungen und das Thema, das uns interessiert, in einem bestimmten Rahmen aufbereitet weitergeben kann? Er stellt seine Zeit für andere zur Verfügung für etwas, was er weiß oder wofür er eine Begabung hat. Er schafft zudem den Rahmen für eine Begegnung, einen Austausch und inneren Wachstum aller einschließlich sich selbst. Und er hat sehr wahrscheinlich auch Kosten. Es fallen eventuell keine Kosten durch das Seminar selbst an, wenn er es auf einer Wiese abhält, wo er gerade lebt. Aber seine Lebenshaltungskosten gehen trotzdem weiter.
Wofür zahlt man also in dieser Welt bei einem Seminar? Meiner Meinung nach unterstützten wir den Seminarleiter in seinem Lebensunterhalt und bezahlen den Rahmen, in dem das Thema angeboten wird – nicht das Thema selbst. Themen und Wissen sind grundsätzlich unbezahlbar und in aller Regel in verschiedenen Formen zugänglich – und Heilung sowieso.
Dies findet sich auch in den folgenden Zitaten aus dem Kurs-Ergänzungsband zur Psychotherapie (im folgenden abgekürzt als P) wieder, in denen Geld erwähnt wird. In den Zitaten geht es um Therapie, doch hier ist mit Therapie nicht das Setting, sondern die grundsätzliche Haltung eines jeden gemeint, auch die des Seminarleiters, wenn es darum geht, anderen durch die eigene Entscheidung für den Heiligen Geist Heilung anzubieten: „Niemand kann für Therapie bezahlen, denn Heilung ist von GOTT, und ER verlangt nichts. Es ist jedoch Teil SEINES Plans, dass alles in der Welt vom HEILIGEN GEIST verwendet werde, um bei der Ausführung des Plans zu helfen. Selbst ein fortgeschrittener Therapeut hat einige irdische Bedürfnisse, solange er hier ist. Sollte er Geld brauchen, so wird es ihm gegeben, nicht als Bezahlung, sondern um ihm zu helfen, dem Plan besser zu dienen. Geld ist nicht schlecht. Es ist nichts.“ (P-3.III.1:1-7; S. 53-54) Das Geld wird also nicht für die Liebe, Heilung und Botschaft bezahlt, sondern für den körperlichen Lebensunterhalt des anderen.
Und weiter: „Nur ein ungeheilter Heiler würde versuchen, gegen Geld zu heilen, und in dem Maße, wie er dieses schätzt, wird er keinen Erfolg haben. Ebenso wenig wird er in diesem Prozess seine Heilung finden. Es wird jene geben, von denen der HEILIGE GEIST Bezahlung für SEINEN Zweck verlangt. Es wird jene geben, von denen ER sie nicht verlangt. Es sollte nicht der Therapeut sein, der diese Unterscheidung trifft.“ (P-3.III.2:1-5; S. 54) Sondern aus dem inneren Frieden wird entsprechend der jeweiligen Situation entschieden, was gerade für den Seminarleiter/Therapeuten und Teilnehmer/Klienten in ihrem inneren Prozess ansteht. Und auf keinen Fall wird das Geben der Liebe nur dann angeboten, wenn dafür auch Geld gezahlt wird, sondern immer. Das bedeutet also nicht, dass per se kein Geld genommen oder verlangt werden darf. Sondern es geht darum, dass immer wieder neu im Einzelfall entschieden werden kann und unabhängig davon immer Liebe fließen sollte.
„Es gibt einen Unterschied zwischen Bezahlung und Preis. Geld dort zu geben, wo GOTTES Plan es vorsieht, hat keinen Preis. Es dort zurückzuhalten, wo es rechtmäßig hingehört, hat einen außerordentlichen Preis.“ (P-3.III.2:6-8; S. 54) Geld also aus Ego-Urteilen zurückzuhalten, stärkt nur das Ego. Somit ist klar: „Beziehungen dienen immer einem Zweck. Ganz gleich welchen Zweck sie dienten, bevor der HEILIGE GEIST in sie eingetreten ist, sie sind immer SEIN potentieller Tempel, CHRISTI Ruheplatz und das Zuhause GOTTES SELBST. Wer auch immer kommt, wurde gesandt. Vielleicht wurde er gesandt, um seinem Bruder das Geld zu geben, das er brauchte. Beide werden dadurch gesegnet. Vielleicht wurde er gesandt, um dem Therapeuten zu lehren, wie sehr er Vergebung braucht und wie wertlos Geld im Vergleich dazu ist. Wieder werden beide gesegnet.“ (P-3.III.6:3-9; S. 56)
Es wird also weiterhin deutlich, dass Geld für ein bestimmtes Setting – also eine bestimmte FORM der Begegnung – zu verlangen oder zu zahlen, vollkommen in Ordnung ist, auch wenn es dabei thematisch um den Kurs und INHALTlich um die angewandte Kurs-Praxis geht. Entscheidend ist nur, dass ALLEN Liebe angeboten wird, ob sie nun zahlen, nicht zahlen oder anderer Meinung sind als man selbst, ob sie kommen oder wegbleiben und ob man selbst derjenige ist, der zum Geldgeben aufgefordert wird.

Besonderheit ist eine Egofalle
Zudem ist zu bedenken, dass es den Glauben des Ego an Besonderheit und Unterschiede stärkt, wenn ein Thema als einzigartig gegenüber allen anderen dargestellt wird. Sie sind thematisch definitiv unterschiedlichen Bereichen zuzuordnen. Doch grundsätzlich bietet jedes Thema uns die Möglichkeit, es zu nutzen, um den Weg nach Hause zu Gott zu finden oder noch ein Weilchen fern zu bleiben. Das finde ich das Tolle am Kurs-Denken. Ich kann zum Beispiel in einem Wirtschafts- Kunst-, Verwaltungs- oder Sonst-wie-Seminar sitzen und komme zu dem Schluss, dass es einen besseren Weg geben muss, miteinander umzugehen, als wie es in dem Thema dargestellt wird oder wie sich der Seminarleiter oder die Teilnehmer mir zeigen.
Oder der Seminarleiter strahlt so eine Liebe und ein Verständnis für alle aus, während er Wirtschafts-, Kunst-, Verwaltungs- oder Sonst-wie-Theorien und -Praktiken vermittelt, denen ich zustimme oder die ich ablehne, dass ich von seiner Präsenz auf einen anderen inneren Weg gebracht werde.
Ich zum Beispiel hasste in der Schule stets Mathematik und fühle mich damit immer noch unbeholfen. Aber ich hatte einen Zeit lang einen Mathematiklehrer, der so viel Humor und Freude ausstrahlte, dass ich gern in seinem Unterricht saß, noch immer mit einem Schmunzeln an ihn denke und meine Mathe-Noten in dieser Zeit sogar auf unerklärlicher Weise besser wurden. Genauso gut kann ich aber auch in einem wunderbaren Kurs-Seminar über die Aufhebung des Ego sitzen und es dennoch nur für den Erhalt meines Ego nutzen. Das Thema ist gar keine Garantie für irgendeine innere Veränderung. Nur jeder für sich selbst ist ausschlaggebend, wie er das im Geist nutzt, was ihm außen geboten wird.
Einzig das Ego ist an Unterschieden und Besonderheit interessiert, weil es so wieder in „besser“ und „schlechter“, „heiliger“ und „unheiliger“ bewerten kann und somit Trennung und die Welt als wahr bestätigt.

Wir lehren IMMER Angst oder Liebe
Und ganz gleich, welchem Thema wir uns in einem Seminar als Leiter oder Teilnehmer widmen, lehren wir parallel laut Kurs stets durch unsere begleitende Geistes-Haltung Angst oder Liebe. Und nur das lehrt uns auch der Kurs, das ist sein Inhalt und Anliegen, dass wir dies erkennen und zur Liebe zurückkehren mögen.
Wir lehren und lernen ständig in allen Lebenssituationen Angst oder Liebe und somit Trennung oder Einheit – ganz gleich, zu welchem Thema wir gerade sprechen, womit auch immer wir vordergründig gerade beschäftigt sind. Das sollte uns möglichst immer bewusst sein. Das ist unser Weg zum Erwachen. Genau an dieser Stelle sollten wir niemals eine Ausnahme machen.

Unser Ziel sollte in alle Umständen und in Bezug auf alle Themen immer sein, wertfrei unser Ego zu beobachten, um zur Liebe zu gelangen. Und dies ist nicht davon abhängig, ob ich Geld für etwas nehme oder bezahle oder nicht. Es ist auch von keiner sonstigen speziellen FORM abhängig, weil es eine GEISTES-GABE ist, die sich in verschiedenen Formen ausdrücken kann.
Diese Geistes-Gabe ist definitiv mit Geld unbezahlbar und zu dem für das Erwachen jedem jederzeit frei zugänglich und jedem jederzeit zu geben. Es gibt also nur eine Regel, die eingehalten werden sollte, nämlich niemanden fortzuschicken, weil er nicht bezahlen kann (P-3.III.2; S. 54 und 6:1; S. 56). Damit ist gemeint, grundsätzlich niemandem meine Geistes-Gabe der Liebe vorzuenthalten.

4.2. „Geld für Seminare zum Kurs darf nur auf Spendenbasis genommen werden, für die Kosten, die mit dem Seminar entstehen (Unterkunft vor Ort, Anfahrt, Raummiete). Darüber hinaus darf es keine weitere finanzielle Bereicherung für den Seminarleiter geben. Bei Seminaren zum Kurs sind Spenden okay, aber Festpreise nicht.“

Was unterscheidet eine Spendenbitte von einem Festpreis? Nur dass die Summe offengehalten wird, aber irgendeine Summe wird in der Regel dennoch erwartet oder gewünscht, sonst müsste man dazu nicht aufrufen. Das ist vollkommen okay. Und was mit den beiden Formen „Spende“ und „Festpreis“ weiter erfahren werden kann, was Beweggründe sein können und warum Kurs-Seminare sich nicht von anderen Seminaren unterscheiden, haben wir bereits untersucht.

4.3. „Für Kurs-Seminar darf kein Festpreis angesetzt werden, denn es widerspricht der Lehre Jesus im Kurs, die er selbst allen ausnahmslos gab. Die Lehre Jesus sollte selbstlos weitergeben werden.“

Ja, der Jesus des Kurses lehrt Selbstlosigkeit. Und was bedeutet das genau? Selbstlosigkeit hat für mich nichts mit Geld und sonstigen weltlichen Dingen zu tun, sondern bezieht sich auf den Geist. Er sprach „Lehre nur liebe, weil du nur Liebe bist.“ (T-6.I.13:2; S. 94) Das bedeutet, mich IM GEIST nicht auf Kosten anderer zu bereichern, nichts und niemanden zu BRAUCHEN, um wahrhaft zu lieben und erfüllt zu sein. Niemanden auszuschließen von „meiner“ Liebe – alle im Geist in Liebe zu halten, das ist Selbstlosigkeit.
Selbstlosigkeit bedeutet, NICHT von einem Mangel im Geist auszugehen und ein inneres Füllen durch Begegnungen und Situationen zu erhalten, zu erwarten und zu wollen. Selbstlosigkeit bedeutet vielmehr, bereits mit einem erfüllten, vollen Geist der Liebe zu sein und so in Begegnungen und Situationen zu gehen. Selbstlos bedeutet, darauf ausgerichtet zu sein, ausnahmslos Liebe zu gebe und nicht nur in bestimmten Formen und sie in anderen Formen zurückzuhalte.
Selbstlos zu sein bedeutet, ALLES in der Welt dafür zu nutzen, die Ego-Wahl in mir immer wieder aufzudecken und aufzugeben. Selbstlos bedeutet, das Ego-Selbst los zu sein. Wer von uns ist tatsächlich schon an diesem Punkt? Wir sind einfach auf dem Weg. Und sind wir an diesem Punkt, ist gewiss kein Urteil über gar nichts mehr in uns, das trennend wirkt und allen wird jederzeit unabhängig von jeder Form Liebe gegeben.

Wenn wir verschiedene Formen anbieten, uns inhaltlich über den Kurs auszutauschen, können wir uns in verschiedenen Formen erfahren und anderen Erfahrungen in verschiedenen Formen ermöglichen. Dabei haben wir alle – ob als Seminarleiter oder -teilnehmer – die immer GLEICHE innere Aufgabe bei allen Formen: zu beobachten, wann wir selbst dabei im Ego sind, um wiederum den Wechsel zum Heiligen Geist zu vollziehen.
Und keine einzige Form ist spiritueller oder unspiritueller, besser oder schlechter, bietet mehr oder weniger Chancen zur Heilung. Alle können von jedem jederzeit für das Ego oder den Heilige Geist genutzt werden. Wir müssen auf nichts warten und keine bestimmten Form anstreben oder bevorzugen, sondern stets nur in unseren Geist schauen.

Reich oder arm ist nicht entscheidend für das Erwachen
Weder superreich noch bettelarm zu sein in finanzieller Hinsicht ist eine Garantie für ein innerlich zufriedenes Leben in der Welt, das mit dem Ego niemals frei von Leid ist. Superreich oder bettelarm zu sein ist auch keine Garantie für das Finden von Gottes Frieden angesichts der Welt und für das Erwachen aus ihr. Einzig der eigene Geist trägt die Verantwortung dafür und hat alle Macht dazu, ganz gleich in welchen körperlichen Lebensumständen er sich erlebt.
Und kein Lebensumstand begünstigt wirklich den inneren Wandel, denn jeder Lebensumstand kann ihn auch durch seine Deutung behindern. Einzig das innere Leiden wird irgendwann so groß, dass nach einem anderen INNEREN Weg gesucht wird, damit umzugehen.

Sowohl die Superreichen als auch die Bettelarmen haben jederzeit die Wahl, Liebe zu leben und zu geben, ohne Liebe vom Gegenüber zu erwarten. Dabei hilft ihnen weder ihr dicker Geldbeutel noch die leere Geldbörse. Oder gerade eins von beiden hilft ihnen zunächst formell weiter, weil sie sich ein Seminar leisten oder nicht leisten können, was sie sich dann mit dem Heiligen Geist oder dem Ego anschauen können, es bleibt ihre Wahl. Mit dem Ego können wir in allen Umständen leidend steckenbleiben. Mit dem Heiligen Geist können wir angesichts aller Umstände unser geistiges Heil finden. Arm sind wir letztlich im Ego, voller Mangelempfinden und Angst. Wirklich reich sind wir im Heiligen Geist, voller Liebe und Erfülltheit.

Gesetz den Fall, wir würden tatsächlich messerscharf sagen können, dass der andere aus dem Ego heraus Geld scheffelt oder alles Geld hergibt, seinen finanziellen Reichtum aus dem Heiligen Geist für andere und sich selbst einsetzt oder bettelarm für sich und andere im Heiligen Geist ruht – unsere Aufgabe unterscheidet sich dabei dennoch nicht und wäre in allen Fällen gleich: Wir haben NUR unsere EIGENEN trennenden, Unterschiede machenden Urteile aufzudecken, um uns und dem anderen Liebe zu schenken.

4.4. „Geld zu verlangen bedeutet gierig zu sein“

Geld wird oft mit Gier in Zusammenhang gebracht. Gier kann durchaus eine Triebfeder für Geldnehmen sein, muss es aber nicht sein. Es kann auch schlicht genommen werden, um damit in der Welt bestimmte Dinge zu ermöglichen.

Was ist Gier wirklich? Gier ist etwas Geistiges und entsteht, wenn ein Mangel empfunden wird. Angst ist ihr Motor. Gier ist eine Sehnsucht nach Fülle, nach erfüllt sein. Gier ist eine INNERE Leere, die sich füllen will. Selbst wenn die Gier uns weltlichen Dingen nachjagen lässt wie Geld, Besitz, Erfolg, Beziehungen, geht es dabei letztlich nur darum, uns darüber innen füllen zu wollen – was über Weltliches nie wirklich gelingt.
Gier ist einzig vom Ego und beruht darauf, dass uns Gott zu fehlen scheint. Das ist der eigentliche Mangel. Und die einzige Möglichkeit, sich der Fülle wieder gewahr zu werden, ist die geistige Wahl des Heiligen Geistes. Diese Wahl hängt in keiner Weise von Geld ab. Wählen wir den Heiligen Geist, sind wir erfüllt in und mit Gott.
Wenn wir parallel dazu in der Welt Geld, Erfolg, Besitz und verschiedene Beziehungen haben, setzen wir sie dafür ein, vielen Menschen zu ermöglichen, auch diese Fülle in sich wiederzufinden.
Wenn wir also für bestimmte Dinge Geld nehmen, können wir damit unter Umständen viel mehr Menschen Angebote machen – auch und gerade kostenfreie, weil wir dann viel mehr Zeit haben, die wir sonst für das Geldverdienen über andere Wege bräuchten.
Und wenn wir kein oder sehr wenig Geld haben, werden wir mit unserer Wahl des Heiligen Geistes genauso überall wo wir gehe und stehen Liebe geben und anderen ihre eigene Fülle anbieten. Unter Umständen erreichen wir dabei auf anderen Wegen ebenso viele Menschen.
Geld spielt eben nicht wirklich eine Rolle für geistige Fülle und das Erwachen und ist nicht per se ein Zeichen für die Gier des Ego-Denkens. Es gibt nur verschiedene Formen, die alle zum selben Ziel der Liebe und Gott führen, wenn der einzelne sie für sich selbst genau dafür verwendet.

Wir sollten nur jede Form betrachten, um sie dazu zu verwenden, auf unsere Sichtweise, UNSERE Haltung ihr gegenüber im Innern aufmerksam zu werden, unsere Deutung, die WIR JETZT GERADE in sie hineinlegen. Auf diese Weise werden wir uns des Inhaltes, der Haltung unseres Geistes, unserer inneren Wahl bewusst. Wenn wir in uns Trennungsgedanken, Gedanken der Abwertung, Verurteilung, Besserwisserei, Besonderheit und Unfrieden finden, verwenden wir auch die Form dafür. Wechseln wir zum Heiligen Geist, dient dieselbe Form uns für einen anderen Zweck, nämlich den der Liebe – und das, ganz gleich, wofür der andere sie gerade verwendet!

Niemand weiß wirklich, was einen anderen bewegt und motiviert. Es ist schon Aufgabe genug, die eigenen Motive wahrhaft aufzudecken. Und selbst wenn ich den anderen frage, geht es durch meinen Filter und meine Urteile hindurch und kann es sich beim anderen schon in der nächsten Minute wieder verändert haben.
Es ist nicht wichtig für mich, warum der andere etwas tut und aus welcher Geistes-Haltung er gerade genährt ist. Auf dem Kurs-Weg ist einzig entscheidend, dass ich auf MEINE Geistes-Haltung schaue. So dient mir alles als Heil-Weg, weil ich daran erkenne, wo ich gerade innerlich stehe.
Wenn ich jemand der Ego-Motive bezichtige und ihn dafür verurteile, ob dies nun stimmt oder nicht, bin ich derjenige, der genau das tut, was ich dem anderen vorwerfe: Ich agiere aus dem Ego.
Mit dem Heiligen Geist, mit meiner Liebe und inneren Arbeit, mache ich vor keiner Form und keiner Ego-Anwandlung von mir oder wem auch immer halt! Ich sage nie: „Hier, mit dieser Form, mit dieser Situation, mit diesem Menschen ist keine Liebe möglich. Mit dieser oder durch diese Form kann ich keine Liebe und Heilung erfahren.“

5. Das Fazit aus 1. – 4.

Aus der Betrachtung der verschiedenen Seminar-Formen und der Darlegung zu den verschiedenen Meinungen darüber ergibt sich für mich Folgendes:
Der gemeinsame Nenner aller Seminar-Formen ist mit dem eigenen Praktizieren des Kurses am Ende immer Liebe, auf die jeder ein Anrecht hat, zu der jeder zurückkehrt und die jeder wahrhaft ist. Keine Seminar-FORM ist dafür geeigneter als eine andere oder drückt eindeutig diesen oder jenen Geistes-Zustand per se aus.

Jeder Kurs-Anwender, ob als Seminarleiter, Seminarteilnehmer oder nichts von beidem, durchläuft dazu einen Prozess: von der Angst und dem Urteilen weg, die er allen Formen auferlegen kann – hin zum Geist der Liebe, der keine Unterschiede mehr macht und weder Urteile über Formen braucht, noch darüber, ob der andere aus dem Ego oder Heiligen Geist handelt, was er in aller Regel eh nie wissen kann.
Dabei kann zu Beginn, mitten drin und am Ende eines Weges mit Seminaren zum Kurs ein bezahltes, bespendetes oder völlig kostenfreies Seminar stehen, sowohl für den Seminarleiter als auch für den Seminarteilnehmer. Je nachdem, welches Ego-Urteil jeder für sich diesbezüglich noch aufgehoben hat oder welchen Seminarleiter, Seminarteilnehmer, welche Formen und Situationen wir für uns zum Anlass nehmen für unser weiteres Fortschreiten.
Irgendwann gelangen wir alle zum letzten ausschlaggebende Quäntchen in uns, um die Umsetzung der Botschaft des Kurses vollkommen werden und Erleuchtung eintreten zu lassen: angesichts allem in der Welt in Frieden und Liebe zu ruhen, alles für die Liebe zu verwenden und diesbezüglich keinerlei Urteile und Wertungen mehr vorzunehmen.
Und dorthin gelangen wir selbstverständlich auch, ohne jemals ein Seminar zum Kurs besucht oder gegeben zu haben.

Auf dem Weg der Erlösung schauen wir, wenn uns dabei auch Seminare interessieren, am besten jeweils nach dem Seminarleiter und Thema, die uns gerade INHALTLICH ansprechen und beurteilen ihn und den Wert des Seminares nicht danach, ob Geld genommen wird oder nicht, und wir nur deshalb hingehen, weil es Geld kostest oder nicht. Denn dies bedeutet nicht per se, ob es tatsächlich gerade hilfreich für uns ist oder nicht. Es bedeutet auch nicht, dass der Seminarleiter im Ego ist oder nicht, es sagt nichts darüber aus, ob er selbstlos ist oder nicht. Geld ist dafür kein treffsicheres Merkmal. Nicht mal meine Wahrnehmung von ihm ist treffsicher, denn zum einen schaue ich nur durch meine „Brille“ und sehe, sprich deute, was ich erwarte, was meine begrenzten Erfahrungen und mein Ego mir erzählen. Was ich über den anderen denke, denke ich über mich.
Und zum anderen schwanken wir alle ständig zwischen dem Ego und dem Heiligen Geist, der Seminarleiter ebenso wie der Seminarteilnehmer. Was ist schlimm daran? Nichts! So ist es, wenn wir hier sind. Wir sind alle auf dem inneren Weg zur Liebe. Entscheidend ist, dass genau dies uns bewusst wird, unser Einssein im Schwanken erkannt wird und jeder stets nur für sich selbst immer wieder den Schritt zum Heiligen Geist tut. Dabei können wir angesichts eines Kurs-Seminarleiters erwachen, der gerade im Ego feststeckt oder gerade mit dem Heiligen Geist verbunden ist. Der Seminarleiter bietet zunächst lediglich die Form an. Die Seminarteilnehmer nehmen genau diese Form als Gelegenheit ebenso wie der Seminarleiter, um zu wachsen oder auch nicht.

Der Seminarleiter, der schließlich permanent im Geist wie der Geist des Jesus im Kurs geworden ist, der denkt über das Thema Geld nehmen oder nicht nehmen überhaupt nicht grübelnder oder verurteilender Weise nach. Er wird es völlig aus dem Fluss des Friedens immer so handhaben, wie es gerade in seinen Lebensumständen und denen anderer passend ist. Er ist einfach nicht in Sorge und wird niemanden sein Angebot verwehren oder aus seiner Liebe ausschließen, der auf ihn zukommt. Er wird aber auch nicht mehr lange als Körper hier bleiben (siehe P-2.3:3; S. 34 / T-17.II.4:4-5; S. 353 und H-26.2-3; S. 64), weil es im vollkommenen Gewahrsein Gottes nicht mehr möglich ist.

Keine der Seminarformen und keines der Motive und Sichtweisen aus dem Ego oder Heiligen Geist und der unterschiedlichen Erfahrungen mit all dem sind besser oder schlechter. Sie alle sind letztlich schlicht der Weg nach Hause. Wann, wie, mit wem, wodurch und was jemand für sich lernt, entscheidet jeder für sich selbst. Doch laut Kurs ist für jeden von uns der Ausgang gewiss: wir alle werden wieder in der Liebe Gottes aufgehen, ganz gleich, welchen äußeren Weg wir gehen und selbst wenn es immer wieder innere Umwege und Sackgassen ins Ego zu geben scheint. Niemand ist frei davon, in diese hineinzurennen, vielmehr sind wir alle, die wir hier zu sein scheinen, in die Sackgasse des Ego gerannt. Wir sitzen alle im selben Boot und bringen es nur in den Hafen Gottes zurück, wenn wir nicht mehr gegeneinander rudern. Und all die verschiedenen äußeren Formen von Wegen, all die inneren Umwege und Sackgassen, die wir hier nun erneut nehmen, bieten wiederum das Lernpotential und die Wahl für den finalen Zieleinlauf und sind somit gar keine Umwege und Sackgassen.

Halten wir mit dem Kurs gesprochen also fest: „Es gibt nichts, was so blind macht wie die Wahrnehmung der Form.“ (T-22.III.6:7 / S. 477, dazu auch passend T-14.X.7-8 / S. 294) Daher schauen wir mit Ein Kurs in Wundern bei allem – auch beim dem Thema Geld – durch die Form hindurch auf den Inhalt, den sie gerade für uns SELBST widerspiegelt und was hinter aller Form wirklich die Wahrheit ist. Auf diese Weise gelangen wir wirklich zur Verbindung mit allem und erwachen wieder in Gott.

6. Ein Blick auf die Traum-Figur Jesus im Lichte des Themas

Jesus symbolisiert INHALTlich als Traum-Gestalt in der Traum-Welt die Liebe Gottes, damit diese in der Welt der Formen wahrgenommen werden kann. Wir sind bezüglich der weltlichen Lebensumstände von Jesus auf Überlieferungen angewiesen, die durch zig verdrehende Ego-Geister gingen. Ich kann mir aber gut vorstellen, dass Jesus als Mensch einst die Form lebte, für nichts Geld oder andere weltliche Gegenleistungen wie Essen und Unterkunft zu verlangen – oder auch nur zu erwarten. Denn im Kurs spricht Jesus davon, dass er uns auch durch – für das Ego so empfundene – Extrembeispiele lehrt wie die Kreuzigung, damit wir keine Gegenargumente mehr haben, seinen Weg im Inneren – im Geist – nicht zu folgen.
Wir können angesichts seiner Demonstrationen der vollkommen Liebe und des tiefen Friedens in ALLEN Begebenheiten nicht mehr sagen: „Ja, gut, in diesem Fall mag das ja alles gehen mit der Liebe und den Frieden, aber in jenem … ohne Geld und ein Dach über dem Kopf und vom Tod durch Mord bedroht? Auf gar keinen Fall!“ Durch Jesus Leben, durch seine außergewöhnlichen und konsequenten Beispiele, haben wir keine Ausflüchte mehr – Gott sei Dank. Denn diese SEINE INNERE Haltung ist der Ausweg und die Erlösung.

Es geht nicht darum, Jesus in den äußeren Handlungen und in seinen Lebensumständen – also in den Formen – nachzuahmen. Denn diese Formen können stets vom Ego oder dem Heiligen Geist begleitet sein. Und zugleich ist Erlösung nicht von irgendeiner Form abhängig oder wird nur durch eine einzige Form ausgedrückt. Lediglich die dauerhaft geistige Präsenz der Liebe ist Erlösung.
Wir müssen uns nicht wie Jesus ans Kreuz nageln lassen, sagt er im Kurs. Wir sollen nur daraus lernen, wie er damit umging, IN SEINEM GEIST, und es – aus Ego-Sicht – auf zumeist viel weniger dramatische Situationen anwenden, nämlich nicht in die Angst und Verurteilung zu gehen. (T-6.I.10-11; S. 94)
Wenn unsere Extremsituationen kommen, folgen wir, so es uns schon möglich ist, Jesus in unserer Geistes-Haltung ebenso nach. Er hat es uns vorgelebt. Durch sein vorgelegtes Beispiel haben wir keine Ausflüchte: angesichts welcher weltlicher Umstände auch immer, wir haben immer, immer und immer die Wahl im Geist für die Liebe.

Es geht darum, Jesus im Geist zu folgen, im Geist ihm gleich zu werden – pure Liebe – die in unserem Geist keiner einzigen Form der Welt und somit dem Ego keine Macht mehr gibt. Jesus steht für eine Geistes-Haltung – nicht für eine Form. Die Form seines Körpers und die Form seines Lebens spielen an sich keine Rolle und dienten nur für uns an Körper und die Welt Glaubende dafür, über seine Körper-Form und seine Handlungs-Formen den Geist der Liebe als Inhalt zu entdecken. Den Geist, in dem unser Geist und sein Geist EIN Geist ist.

Jesus nahm sicherlich materiell an, was ihm angeboten wurde, Nahrung, Geld, Kleidung, Unterkunft, Mitfahrgelegenheiten. Diese Angebote können ihm aus dem Ego oder dem Heiligen Geist gemacht worden sein. Mal drückte jemand seine Liebe und Dankbarkeit darüber aus, mal rief er damit um Liebe, um seine Schuld zu begleichen, um sich frei zu kaufen, um scheinheilig gut zu sein. Was davon ist verwerflich oder besser? Nichts. Es ist nicht mal entscheidend für den, der darauf antwortet, was es von beidem ist, denn die Antwort ist immer die gleiche: wir geben dem anderen Liebe.

Jesus hat sicherlich nichts ausgeschlagen aufgrund des MOTIVES des anderen, sondern um entsprechend des jeweiligen Verständnisses des anderen ihm etwas liebevoll zu verdeutlichen – aber nicht, weil dabei irgendeiner Form per se schlecht ist.
Und zudem konnte er schlicht und einfach nicht alles Materielle annehmen, denn er konnte nicht bei allen zugleich übernachten, alles Essen essen sowie alle Kleidung tragen. Vollkommen in Liebe brauchte er sich über solche Dinge und über seinen Körper, mit dem er NICHT identifiziert war, keine Gedanken zu machen, wenn er sich für diese oder jene Unterkunft oder den freien Himmel entschied oder er nicht noch mehr essen konnte. Denn seine Liebe war es, die alle dennoch zugleich beschenkte, ganz gleich der Annahme der materiellen Gaben anderer für sich selbst, der Annahme und direkten Weitergabe an andere oder der Nicht-Annahme. Über letzteres entschied einfach die Liebe in ihm entsprechend den jeweiligen Umständen, ohne dabei zu urteilen.

Es geht dabei nicht darum, dass die Güter an sich falsch sind – sie sind für den geistigen Rückweg schlicht neutral. Im Kurs klärt Jesus auf, was er wirklich meinte, als er sagte, man solle alles verkaufen, den Armen geben und ihm nachfolgen. Nämlich nicht etwa, dass es darauf ankommt, seinen weltlichen Besitz zu verkaufen und auf Geld zu verzichten, sondern dass es darum geht, die geistige Investition in den GEISTIGEN Mangel – das Ego-Denken – aufzugeben. (T-12.III.1; S. 220) Armut bedeutet für ihn dem Ego zu folgen. (T-12-III.6:1; S. 221)
Und so lehrte er bei allem, was er der Form nach tat, nicht die Form für wichtig zu halten, sondern auf den geistigen INHALT zu achten, den er dabei über diese oder jene Form vermittelte! Er drückte dabei INHALTlich mit dem Heiligen Geist STETS den INNEREN Reichtum der bedingungslosen Liebe und geistigen Verbundenheit aus.

Erlösung hängt einzig vom Geist ab
Wenn die Erlösung tatsächlich von irgendeiner Form abhinge, hätten wir wirklich ein Problem! Doch zum Glück hängt sie einzig von der Auflösung des Widerstandes im Geist ab. Dem geistigen Widerstand gegen die Liebe Gottes.
Daher gehen wir im Geist dorthin, wo unser Widerstand ist. Wir schauen in der Welt darauf, wovon wir uns verurteilend auch körperlich trennen und fernhalten wollen – und bleiben dort, bis wir im Geist Verbindung spüren. Dann können wir körperlich gehen, in Verbundenheit – oder bleiben in Verbundenheit. Ob wir gehen oder bleiben, spielt dann keine Rolle mehr, weil im Geist der Widerstand fort ist und die Verbundenheit bleibt.

Wir gehen auf dem Kurs-Weg dorthin, wo unsere Blockade vor der Liebe, wo unser Widerstand ist – wir gehen auf jeden Fall in unserem Geist dort hin. Und oft gelingt dies nur, wenn wir auch tatsächlich mit unserem Körper zu den Menschen, den Orten und in die Situationen gehen, die in der Welt für uns diesen Widerstand SYMBOLISIEREN, auf die wir unseren Widerstand, unsere Ablehnung, unsere Verurteilung im Geist beziehen und projizieren – obwohl die eigentliche Trennung natürlich nur in unserem Geist geschieht, nicht in den weltlichen Formen an sich. Oft ist es gut, tatsächlich in der Welt dorthin zu gehen, denn mit physischem Abstand ist gut reden von wegen vergeben. Mitten in der Welt damit konfrontiert, mitten in der direkten Begegnung und in der Situation wahrhaft in Verbindung und Frieden zu sein und zu leben ist eine ganz andere Herausforderung. Nehmen wir sie für unser aller Heil an.

Bedenken wir nun ganz am Schluss noch ein Paradox, warum jeder einzelne stets nur die Aufgabe hat, einzig für sich selbst zu schauen, ob er im Ego oder Heiligen Geist ruht: Es gibt niemand anderen!
Es gibt nur EINEN Geist, der sich hinter all den Abermillionen von ihm projizierten Formen verbirgt. Nur dieser EINE Geist träumt – scheinbar aufgeteilt in viele Geister – alle Formen und muss erwachen.
Er meint im Traum jeweils nur ein individueller von anderen Geistern getrennter Geist zu sein, mit dem er einer Körper-Form angehört und dem Abermillionen anderen Formen gegenüberstehen. Hier meint er, er müsste nicht nur sich selbst im Geist korrigieren, sondern auch andere. Doch dabei korrigiert er immer nur sich selbst, weil in Wirklichkeit hinter allen nur der EINE Geist steht. Deshalb muss jeder die Sühne (die Berichtigung des Denkens vom Ego zum Heiligen Geist) aus Welt-Sicht nur für sich selbst annehmen. Dass ist die einzige Aufgabe für den Rückweg.
Der Seminarleiter hält das Seminar vor den Teilnehmer, die er ebenso selbst als der EINE Geist ist, wie die Teilnehmer dem Seminarleiter zuhören, der als Geist sie selbst ist. Jeder in der Vielheit der Formen schenkt sich selbst die Auftrennung oder Verbundenheit des EINEN Geistes. Deshalb kommt es nur darauf an, wie das jeweilige scheinbare individuelle Ich gerade auf die Szenerie blickt, aus dem Körper, aus dem es gerade zu schauen scheint, um seine Wahl im Geist zu treffen. Sein Ziel ist keine Veränderung beim anderen oder in der sonstigen Welt – sondern nur im „eigenen“ Geist für den EINEN Geist.

Schauen wir also stets bei allen Formen, Bereichen, Themen, Beziehungen und Begegnungen darauf, ob wir einzig pauschal mit einem feststehenden Urteil in Bezug auf eine Form reagieren oder ob wir uns dafür öffnen können, dass das Gleiche gleichzeitig für uns und verschiedene Menschen verschiedene Bedeutungen haben kann und immer – immer – für ALLE jederzeit die Möglichkeit zur geistigen Umkehr beinhaltet.

Wenn wir in irgendeiner BEWERTUNG des Geldes – oder von irgendetwas anderem in der Welt – hängen bleiben und es nicht einfach als neutralen, weltlichen, FORMelllen Traum-Fakt betrachten, auf den wir einen anderen Blick bekommen und den wir für einen anderen inneren Zweck verwenden können, werden wir nicht erwachen.
Schauen wir stets darauf, ob wir die verschiedenen Formen immer wieder neu, gleich und einzig dafür nutzen, um auf den Inhalt, den WIR der Form gerade geben, auf UNSERE Deutung und somit unsere GEISTES-HALTUNG aufmerksam zu werden. Dies wird uns definitiv Frieden, Liebe und Erwachen unabhängig von jeder Form bringen – und somit von der ganzen Welt – um unserer Einheit in Gott wiederzuerkennen.

2 Gedanken zu „Geld, Gott und der Kurs

  1. Hallo Katja,

    „Geld macht nicht glücklich“, kein Geld aber auch nicht.
    Der Kurs in Wundern ist schon ein ganz spezieller.
    Wenn ich mich an Ihrer Stelle entscheiden müsste, dann würde ich ein Grundseminar auf Spendenbasis anbieten und die Fortbildung wie Choaching und Fortsetzungsseminare mit festen Preisen.
    Sie machen das so gut und Leistung muss honoriert werden.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und bin sicher, daß Sie anerkannt werden.
    Freundliche, liebe Grüße aus Hamburg HPV

    1. Lieber Hans-Peter, vielen Dank für deine lieben Gedanken.
      Genau – bei dem Glück, das ich meine, dass Innere, das Grundlose, das seine Quelle in jedem, in Gott hat, hat nichts mit Geld oder dessen Abwesenheit oder irgendetwas anderem Weltlichen zu tun.
      Und ich bin in mir klar, wie ich bezüglich meiner Kurs-Angebote vorgehe, wie in dem Artikel beschrieben. Ich mache mit und bei allem meine innere Kurs-Arbeit: Ich beobachte mein Ego und entscheide immer wieder aus dem Frieden. Daraus können sich immer wieder neue Formen ergeben, diese stehen nicht unumstößlich fest.
      Es geht mir bei all dem nicht um Erfolg und Anerkennung im Außen, sondern um meinen inneren Prozess und einen bereichernden Austausch wie mit dir.
      Herzlich, Katja

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