Was ist das Ego?

Das Ego ist der Teil in unserem Geist,
der ständig davon ausgeht,
dass uns etwas zum Glücklich-Sein fehlt (Mangelprinzip).

Dabei sind wir im Ego letztlich immer von
Schuld,
Angst,
Strafe und
Trennungsgedanken
getrieben.
Mit diesen Worten ist das Ego gleichzusetzen
und daran ist sein Wirken in uns zu erkennen.

Schuld
an meinen Gefühlen sind immer andere, denn
wenn die Situation oder die anderen doch anders wären…
oder wenn sie sich bloß nie verändern würden…
dann wäre alles super, könnte es mir erstklassig gehen.

Angst
habe ich um mich, andere oder ich mache sie anderen.
Angesichts Krankheiten, Auskommen, Wohlergehen, Veränderungen,
Verlusten, Schäden, Bedrohungen.

Strafe
befürchte ich immer in irgendeiner Form,
nämlich nicht zu bekommen, was ich brauche
und letztlich vom Tod heimgesucht zu werden.
Oft fragen wir uns wortwörtlich:
Womit habe ich das verdient?

Trennung
sehe ich überall,
zwischen verschiedenen Gefühlen, Verhalten, Meinungen, Lebensformen, Körpern,
ich und du.

Das Ego hält also die Welt, unser veränderliches psycho-physisches Sein und unsere Individualität für wirklich. Es ist nur darauf ausgerichtet, dass wir uns immer und immer wieder mit unserem Körper und Menschsein und unserem Leiden identifizieren, wobei es uns aus letzterem immerzu Auswege verspricht. Denn wenn der andere… oder wenn ich nur genügend…
Und hin und wieder scheint es uns ja auf diese Weise auch ganz gut zu gehen.
Aber nur vorübergehend und auf sehr wackligem Boden.

Dieses Ego in Aktion müssen wir uns immer wieder in unseren Gedanken, unserem Verhalten und unseren Gefühlen bewusst, neutral und genau anschauen. Nur so können wir es durchschauen und loslassen. Denn nur dieses hält uns von innerem Frieden, bedingungsloser Liebe und grundlosem Glück im Geist – unserem wahren Sein – fern.

Das individuell empfundene Ego in unserem scheinbar von anderen Geistern getrennten Geist geht auf ein Gesamt-Ego zurück. Der Gesamt-Ego-Geist träumte und projizierte einst diese Welt mit ihren Formen. Hier findet er sich nun scheinbar individuell fragmentiert wieder. Das Ego riet uns als Geist, uns in der Welt als Körper vor Gott (unserem wahren geistigen Sein der formlosen Einheit der Liebe und Fülle) zu verstecken. So könnten wir seiner rächenden Strafe entgehen und anderen die Schuld zuweisen. Denn Angst packte unseren Geist dafür bestraft zu werden, dass wir uns scheinbar als eigenständiger Geist von Gott getrennt und ihm somit etwas entrissen haben. Diese sehr abstrakte Ebene der Schuld, Angst, Strafe und des Glaubens an eine Trennung von Gott spiegelt sich nun sehr konkret und wie oben beschrieben in dieser Traum-Welt und unserem scheinbaren Menschenleben wieder, in all den Situationen und Begegenungen hier. Hier agieren wir Angst, Schuld, Strafe und Trennung nun über unsere Körper und in der Welt aus. Das ist wirklich an allen Ecken und Enden in uns und dieser Welt zu beobachten. So bekommen wir Zugang zu diesen Aspekten. Bestimmt werden wir hier dabei vom scheinbar individuellen Ego in unserem Geist. Und so hat jeder von uns die Wahl im Geist, nun wieder statt dem Ego dem Heiligen Geist zu vertrauen, statt der Angst der Liebe zu folgen und statt Trennung geistige Verbindung zu erfahren. Mit dieser Wahl, die wir lernen immer beständiger zu treffen, kann uns nichts in der Welt mehr aus der Ruhe bringen. Diese innere Ruhe angesichts der Ego-Welt zeigt uns, dass unsere Wahrheit nicht Angst, sondern bedingungslose Liebe ist. Und so kehren wir schließlich zurück zu Gott. Strenggenommen kehren wir nicht zurück, denn wir verließen ihn nie. Wir verdeckten unser wahres Sein in Gott nur mit unserem Ego-Glauben und -Traum der Trennung. Und so erinnern wir uns schließlich lediglich wieder an das, was die ewige und unveränderliche Wahrheit und Wirklichkeit ist.

Weiter zur Kategorie: „Das Ego und die Angst“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.