Was heilt wirklich?

Das Heilsamste,
was ich mir und einem (kranken) Menschen geben kann,
ist pure Liebe.

Das Heilsamste
für uns beide ist,
wenn ich nicht in Angst und Leid bin.

Das ist unser gemeinsamer Ausweg aus Angst und Leid.
Nur darum muss ich mich bemühen
– bei mir selbst.

Es gibt zunächst nichts zu tun
– nur zu lieben.

Diese Liebe begleitet nun die Form,
durch die der andere sie annehmen kann,
als Geste, Medikament, Gespräch,
als Ritual, Operation, Handauflegen…

Es ist nicht die Form,
die uns wahrhaft heilt,
sondern der Inhalt,
den wir der Form geben:

Liebe

die den Geist heilt,
der an einen Körper glaubt.

(Notiert am 07.05.11)

5 Gedanken zu „Was heilt wirklich?

  1. Heilung geschieht in der Zeit …

    Seit fast zwei Jahren bin ich in einem Hospiz am Nachmittag und Frühabend ehrenamtlich tätig.

    Vor etwa vier Wochen kam eine Frau mittleren Alters linearer Traumzeit ins Hospiz, die ich speziell betreute, heißt „Zimmerservice“, Abendbrot herrichten, Ausfahrten machen, Besorgungen erledigen und Gespräche führen.

    An ihrem ersten Tag im Hospiz hatte ich „zufällig“ Dienst und wurde gleich in ein Gespräch geführt, wo es um Buddhismus und Inkarnation und Nahtod und Körperverlassen und ärztliche Behandlungsideen ging.
    Sie erzählte, und ich konnte, wie immer im Hospiz, wenn mir die Insassen ihre Krankheitsgeschichte(n) wiedergeben, vergebend zuhören und ihrer Aufgeregtheit (in ihrem speziellen „Fall“ möglicherweise „austherapierte“ Krebsbehandlung) Frieden, Tröstung, Segnung und Heilung geben.

    Im Verlauf eines Gesprächs nach dem Abendessen fragte sich mich nach meinen „Motiven“ für meine Hospiztätigkeit.
    Dabei konnte ich mich völlig glücklich und voller Freude als Kursschüler „outen“, zudem sie sich erkundigte, was ich so an „spiritueller Literatur“ lesen würde.
    Als ich sie dann zum Zimmer brachte, waren wir einen ewigen Moment lang über unseren Körperaugenkontakt in einem wundervollen AUGENBLICK.

    Seit dem kam sie immer wieder auf mich zu, in behutsamer Unterhaltung als auch still konnte ich zurücktreten und Heilung in ihrem UND meinem Geist geschehen lassen.

    Direkt fragte ich sie vor zwei Wochen: „Was wollen Sie denn hier im Hospiz? Sie haben doch bestimmt ‘besseres’ zu tun, als hier auf Ihr Körperverlassen zu warten…“

    In der Folgezeit war ich immer wieder im Geist segnend mit ihr verbunden, meine körperliche Präsenz im Hospiz beschränkt sich auf nur ein bis zwei, manchmal drei Tage die Woche Nachmittags und Frühabends.

    Genau vor einer Woche setzte sie sich zu mir und erzählte, sie wäre heute in der Stadt unterwegs gewesen und hätte sich neue Klamotten gekauft.
    Das ist für „Gäste“ (so heißen die Patienten dort offiziell) des Hospizes außerordentlich ungewöhnlich.
    Ich fand es toll, nun könne sie ja wieder nach Hause gehen.
    Am nächsten Mittwoch ginge sie nach Hause, sie hätte sich dafür entschieden, und auch die neuesten ärztlichen Befunde hätten sie darin bestätigt.

    Sie schrieb bei ihrer „Entlassung“ aus dem Hospiz in das Buch, das für Einträge von „Hinterbliebenen“ von den Gästen, die ihre Körper verlassen haben, vorbehalten ist:
    „Es ist ganz unglaublich, aber hier durfte ich eine so wundervolle Pflege erleben, dass es mir von Tag zu Tag besser ging…“

    Heilung geschieht.
    Gemeinsam.
    Im Geist.
    Über den Körper als nutzbringende Lernhilfe.
    Der glückliche Schüler Michael hat auf der Ebene seines Lernens des Kurses Heilung und damit ein stilles Wunder erfahren, das in der Welt ein sichtbares Ergebnis zeitigte.

    Diesen glücklichen Traum teile ich (auch hier) gerne.
    Danke.

    1. Hallo Michael, deine inneren und äußeren Erlebnisse haben mich sehr berührt. Eure Begegnungen sprechen zu mir von Achtsamkeit, Offenheit, Verständnis und Interesse am Sein und Denken des jeweils anderen, so dass beide Seiten eine fried- und liebevolle Annahme und Bereicherung erfuhren.

      Deine Geschichte inspiriert mich, noch weitere Aspekte und Gedanken auszuführen. Nach meinem Verständnis ist mit Heilung und Gesundheit im Kurs Frieden im Geist gemeint, was in eurem Fall geschehen ist. Und selbst wenn die Frau nun in deiner Anwesenheit im Hospiz am Krebs gestorben wäre, ganz im Geistes-Frieden, hätte also Heilung stattgefunden, denn es geht um die Heilung des Geistes, der voll Angst auf die Welt reagiert.
      Wäre sie nun aber voll Angst gestorben oder aus dem Hospiz fortgegangen, hätte durch deinen Beistand in Liebe und Frieden dennoch Heilung im Geist stattgefunden, da wir letztlich EIN Geist sind.
      Wenn einer mit dem Heiligen Geist verbunden ist, geschieht Heilung im Sinne des Kurses, weil dem Ego-Glauben und der Angst in diesen Augenblicken keine Macht mehr gegeben und auch im – scheinbar – anderen dadurch nicht bestärkt wird, selbst wenn er sich gerade nicht anders entscheidet.
      Mit dem Heiligen Geist haben wir einfach keine Investition in ein äußeres, sichtbares Ergebnis. Eine solche würde besagen, das die Welt wahr ist und darin bestimmte Veränderungen nötig sind. Doch es geht nur um die Veränderung in unserem Geist, der auf diese Welt schaut, um eine andere Sicht, eine andere Interpretation:
      Frieden und Verbundenheit statt Angst und Trennung.

      Was auch immer in der Welt geschieht, wir nehmen es als Anlass, unsere Ego-Investitionen darin aufzudecken. Dann sind wir in der ABSICHTSLOSEN Präsenz des Friedens und der Liebe, nach der wir uns alle hier sehnen. Das ist Heilung für uns alle als Geist.
      Und diese führt letztlich zum Erwachen aus dem Traum als kranker und gesunder Körper. Der Zustand des Körpers ist dabei nicht entscheidend, denn er ist so oder so eine Illusion. Dabei „verlassen“ wir aus Kurs-Sicht weder im körperlichen Tod noch im Aufheben des Traumes den Körper, sondern wir begreifen, das wir niemals IN einem Körper waren, sondern der Körper als Traum IN unserem Geist.

      Ich weiß, im Eifer des Alltagsgefechtes sind uns diese Gedankengänge nicht immer präsent oder zu abstrakt. Aber im Nachhinein oder in stillen Momenten unterstützen sie mich jedenfalls sehr, meinem Ego weiter auf den „Leib“ zu rücken und noch einen Schritt weiter zurückzutreten.

      Danke Michael, für deinen Beitrag und dein achtsames Sein,
      herzlich, Katja

      1. Hallo liebe Katja,
        natürlich heilen Wunder unseren Traum – das äußere Sichtbare! Wie kommst du darauf, dass das nicht geschehen soll? Ich kenne keine Stelle im Kurs, mit der das zu belegen wäre.
        Liebe, Manuela

        1. Liebe Manuela, herzlichen Dank für deine Worte. Gerne führe ich meine Sichtweise des Kurses etwas weiter aus. Das klärt auch mich immer wieder und bringt mich weiter.
          Ich stimme mit dir überein, dass sich durch die Verbindung mit dem Heiligen Geist die Genesung von einer Krankheit oder grundsätzlich körperliche Gesundheit einstellen kann. Dies habe auch ich schon an mir selbst mehrfach erlebt – gar auf der Stelle. Allerdings hängen für mich daran ein paar ganz spezielle Bedingungen und weitere Gedanken, die diese Aussage für mich in ein vollkommen anderes Licht rücken. Diese habe ich ausführlicher in dem Blogbeitrag „Geheilter Geist = gesunder Körper?“ (schnell zu finden über die Kategorie „Gesundheit“) dargelegt. Vielleicht löst sich damit die Unklarheit zwischen uns. Wenn nicht, lasse es mich gerne wissen und wir können dazu weiter im Austausch bleiben.

          Nun noch einige weitere Gedanken.
          Ich betone immer wieder, dass es im Kurs nicht wirklich um körperliche Gesundheit geht, was für das Ego verständlicher Weise ja so immens wichtig ist, weil es für mich vom wirklichen Ziel des Kurses ablenkt und uns im Ego gefangen halten kann. Für mich ist das Ziel des Kurses nicht der Körper oder die Welt, sondern geistiger Frieden, Glücksempfinden und bedingungslose Liebe, die vollkommen unabhängig von der Welt und ihren Körpern sind. Dies ist der Geistes-Zustand, der uns zum einen unglaublich hilft, in der Welt mit allem gelassener umgehen zu können und zum anderen uns dann wirklich erwachen lässt, weil auf nichts in der Welt mehr mit Angst und Anhaftung oder Ablehnung reagiert wird. Das ist auch der „Zustand“ Gottes. Er ist vollkommen unberührt von unserem Traum unendlicher, ewiger Friede, Liebe, Glückseligkeit. Diese Bedingung müssen wir angesichts unseres Traumes auch erfüllen, bevor wir ganz aus dem Traum erwachen. Der glückliche Traum ist in meinem Verständnis nicht einer, in dem in der Welt alles Friede, Freude und körperlich gesund ist, sondern ein Traum, in dem ich zwar noch im Geist schwanke, aber immer weniger mit Leid reagiere und daher immer öfter in innerem Glück ruhe. Und dann interpretiere ich vieles anders: Ich erlebe immer öfter eine Aktion, die ich mit dem Ego als eindeutigen Angriff begriffen hätte, nun als einen Ruf nach Liebe oder einen Ausdruck von Liebe. Und meine einzige Antwort ist stets Liebe. Auch fühle ich mich von einer körperlichen Krankheit nicht mehr so bedroht. Oft genug habe ich selbst schon mitten in körperlichem Schmerz einen unendlichen Frieden gefunden. Der Schmerz war noch spürbar, aber er erreichte mich geistig nicht mehr, weil er wie eine eigene Dimension war.
          In der wirklichen Welt, die ebenso noch eine Illusion ist, schwanke ich dann gar nicht mehr.
          Für mich ist es also genau anders herum: ich bin nicht mehr wie bisher in meinem Glück abhängig davon, dass in der Welt entsprechend meinen Vorstellungen alles super läuft.
          Und so ist es für mich zu kurz gegriffen, den Kurs mit dem Ziel einzusetzen, damit körperliche Heilung oder sonstige Veränderungen weltlicher Zustände erlangen zu wollen. Das wäre aus meiner Sicht eine magische (Ego-)Anwendung des Kurses. Daran ist nichts Verwerfliches. Alles, was meine Angst beruhigt, ist gut, nur können wir in meinem Verständnis mit dem Kurs halt noch viel viel weiter gehen.

          Mein Ego wollte übrigens unbedingt von Michael wissen, ob die neusten ärztlichen Befunde der Frau eine körperliche Besserung oder gar Genesung aufzeigten. 🙂 Und als Antwort bekam ich eine für das Ego gar nicht zufriedenstellende Antwort: Er wusste es gar nicht, es hatte ihn überhaupt nicht interessiert. 🙂
          Geistes-Frieden aber ist bei beiden spürbar gewesen und das ist für mich die eigentliche Heilung – und die Heilung, die uns zu Gott zurückführt.

    2. Hallo Michael,
      danke für das Teilen dieser ganzheitlichen Heilung. Auch ich erlebe immer wieder in unseren Seminaren, dass die Liebe Gottes durch unseren geheilten Geist alle Ebenen heilt, auch den Körper, der ja ein Teil der Illusion ist. So wird aus dem leidvollen Traum ein glücklicher, der vollkommene Freude, Gesundheit und Frieden mit sich bringt.
      Liebe und Dank fürs Teilen!
      Manuela

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