War es der Apfel oder der Geist?

Frage:
Was hat es mit der Magie auf sich? Wie ist mit ihr als Kursschüler umzugehen? Wie ist es zum Beispiel, wenn ich glaube und erfahre, dass es bei Halsentzündung nichts besseres gibt als Äpfel, am besten grüne? Ich denke, das ist eine Frage der Bedeutung. Wenn ich meinem Körper dann grüne Äpfel gebe, ist das völlig in Ordnung. Er braucht das, es tut ihm gut. Zwar auch Magie, aber völlig ok. Wenn ich aber esse, um etwas zu kompensieren, dann gebe ich dem eine falsche Bedeutung.

Antwort:
Mit Magie ist aus meinem Verständnis im Kurs jeder Versuch gemeint, bei dem wir durch weltlicher Mittel etwas in der Welt verändern wollen, weil wir meinen, dass es uns dadurch besser ginge, jedoch ohne das wir die Geistes-Haltung der Angst dabei wirklich aufgeben. Dennoch ist Magie nichts schlechtes und kann in der Welt gar nicht vermieden, aber sie kann anders gesehen und genutzt werden.

Das mit der Bedeutung ist dabei auch für mich entscheidend und ist auch in der Übungsbuch-Lektion 2 „ Ich habe allem (…) die gesamte Bedeutung gegeben, die es für mich hat“ ausgedrückt. (Da ist sogar ein Apfel aufgeführt!)
Ich würde jedoch nicht in richtig und falsch, besser oder schlechter einteilen, ob ich mit grünen Äpfeln etwas Körperlichem begegne und es damit abhelfen möchte oder mit Schokolade etwas Seelischem.
Beides sind für mich, urteilsfrei, schlicht gleichermaßen magische Versuche, um letztlich durch etwas Äußeres zu inneren Frieden zu kommen, die mir bewusst werden müssen, um zum eigentlichen Ziel des Friedens und der Liebe unabhängig von der Welt zu kommen.

Für mich sind dabei nicht die grünen Äpfel an sich das magische Heilmittel, sondern die Magie ist auch hier für mich, welche Bedeutung ich den Äpfeln für mich gebe, welchen Glauben, welche Überzeugung ich mit ihnen verbinde und was ich damit erreichen möchte.
Ich stelle dabei eine Ursache-Wirkung-Beziehung her, die gar nicht von sich aus gegeben ist, indem ich zwei Form-Dinge verknüpfe: Ich bin wieder körperlich gesund und es lag an den Äpfeln.
Die Ursache und Wirkung des Geistes ist bei dieser Sichtweise verdeckt und gibt der Form ein Eigenleben. Und zudem, auch ohne Äpfel wäre der Hals wohl geheilt. Oder er heilt auch nicht, trotz Äpfeln. Und es ist auch möglich, Äpfeln eine gar nicht heilsame Bedeutung zu geben, weil ihre harten Kanten beim Schlucken an der entzündeten Schleimhaut furchtbar kratzen. Was ist nun also entscheidend? Die Äpfel oder der Glaube, die Bedeutung? Und hat all das wirklich überhaupt einen Bezug zur körperlichen Heilung?

Oder ist es vielmehr so:
Um uns in der Angst, Körperidentifikation und dem Ego-Denken festzuhalten, ist es in der Ego-Welt schlicht so eingerichtet, dass Körper krank und wieder gesund zu werden scheinen. Es ist einfach der Lauf der Dinge, des Ego-Körpers. Es ist aus dem Ego-Geist so eingerichtet. Denn er muss etwas Unvollkommenes, Veränderliches machen als Abgrenzung zu Gott.
Doch wir bringen dann mit dem Ego bestimmte weltliche Begebenheiten und Maßnahmen damit in Verbindung, dass Körper krank und gesund werden und so glauben wir dies beeinflussen zu können und zu müssen. So bleiben wir im Ego-Kreislauf.

Für mich ist der Ausweg aus diesem Kreislauf dieser. Der Körper ist kein eigenständiges Ding und er steuert nicht mein geistiges Ergehen. Nicht dem Körper tun die Äpfel gut, sondern dem Ego-Geist, der in sie dahingehend angstmindernde Hoffnung setzt. Nicht der Körper braucht die Äpfel zur körperlichen Heilung, sondern mein Ego-Geist, der an ihre erwünschte Wirkung glaubt.
Und so bin ich meinem Glauben gefolgt und genau das hat mich geistig ruhiger werden lassen, der Krankheit entspannter begegnen lassen. Ich hatte das Gefühl, etwas Formhaftes für die Form tun zu können, von der ich mich gerade bestimmt und abhängig sehe und die ich beeinflussen will…
In diesem Sinne der ego-geistigen Beruhigung ist die Magie natürlich sinn- und wertvoll, weil sie damit der Angst und Sorge entgegenwirkt an dem Punkt, wo ich gerade stehe. Das ist gut und liebevoll. Dies schlicht zu tun und zu sehen und zugleich zu wissen, es ist nicht der ganze Weg, nicht die eigentliche Heilung im Geist vom Ego zum heilen Geist, nicht der wahre Friede. Das führt zu weiterer Loslösung von magischen Denken, vom Ego-Denken.
Es führt dazu, allem, was ich denke, tue und mir begegnet, einfach zuzuschauen, ohne ihm eine eigenständige Bedeutung zu geben, sondern es für den Geisteswandel zu nutzen, der die Heilung IST.

Bin ich in Angst oder Liebe? Bleibe ich ganz dem Ego verhaftet oder bitte ich meinen heilen Geist hinzu? So entsteht durch den abhängigen Frieden hindurch der Kontakt zum unabhängigen Frieden Gottes.
Und manches, was ich denke, tue und meine zu brauchen, fällt dann mit der Zeit einfach von allein weg, weil ich dann oft bereits in Frieden ruhe.

Doch ganz klar: ich überhole mich nicht selbst. Im theoretischen Wissen bin ich immer weiter! Doch ich schaue ehrlich und liebevoll hin, wie es für mich gerade jetzt in der Praxis ist, und folge dem!
Gleichzeitig urteilsfrei begleitet von dem Wissen um die weiteren Schritte und um die eigentlichen Wirkmechanismen des Geistes und den metaphysischen Ursprüngen im Geist.
Für mich ist es ein Nebeneinander: ich beobachte liebevoll, wie ich dem folge, was meinem Glauben gerade entspricht und richte mich zugleich innerlich auf die Hingabe an die wahre Heilung aus: Frieden unabhängig von allem Weltlichen – ob körperlich scheinbar gesund oder krank oder angesichts welche weiteren Umstände auch immer.

Ich praktiziere es für mich mit allem möglichen möglichst wie folgt.
Ich beobachte alles urteilsfrei und ohne Änderungswunsch bzw. ich beobachte meinen Änderungswunsch.
Ich beobachte, wie ich zum Beispiel die Äpfel in dem Glauben esse, sie heilen meinen Körper (oder was auch immer ich esse, einnehme, tue. Ich mache da echt alles mögliche).
Ich beobachte, dass ich die grünen Äpfel dafür als hilfreicher finde als die roten Äpfel (oder Bio eher als Konventionell und wie ich auch andere weltliche Methoden gegeneinander abgrenze und unterschiedlich bewerte).
Ich beobachte, dass ich als Körper gesund sein will und wie ich mich von der Krankheit aus dem Frieden und in Angst bringen lasse.
Ich beobachte, dass ich mich für einen Körper halte, mich damit identifiziere, mich als Körper erlebe, um den ich mich kümmere (natürlich kümmere ich mich um ihn, aber ich beobachte auch dies einfach nur).
Ich beobachte, dass es eine abstrakte Idee für mich ist, kein Körper zu sein.
Ich beobachte, dass ich trotz allem auch Frieden wählen kann unabhängig von allem.
u.s.w.

Und so beiße ich schließlich beherzt in einen grünen Apfel und schaue mir liebevoll lächelnd dabei zu. Oder ich lutsche eine Halstablette und schaue mir liebevoll lächelnd dabei zu. Oder ich tue gar nichts Aktives für den Hals und schaue mir liebevoll lächelnd dabei zu. Es ergibt sich einfach aus meinem inneren Zurücktreten und Beobachten aus mir heraus, was ich tue oder nicht tue und nichts ist besser oder schlechter. Entscheidend ist, dass ich schließlich befreit von Angst in allen Umständen lächeln kann. Das IST die Heilung.

Genau so nutze ich alles hier in der Welt, die selbst Magie ist und in der wir ständig magisch unterwegs sind, um zum wahren Heilsein zu erwachen.

4 Gedanken zu „War es der Apfel oder der Geist?

  1. Du hast das wunderbar erklärt, liebe Katja! Sehr schön und wichtig auch dein Hinweis, dass nicht die Äpfel an sich die Magie darstellen, sondern unser Glaube an deren Wirkung. Also die Bedeutung, die wir selbst dem geben.
    Allerdings kam mir auch der Gedanke, was würde dazu z.B. ein Arzt sagen, der in Afrika schwer kranken Menschen Medikamente gegen Malaria oder Cholera gibt, damit Menschenleben rettet, der aber mit ansehen muss, dass die Medikamente ausgehen, weil sie zu teuer sind oder zu schwer zu beschaffen sind. Es geht mir weniger um den Arzt, sondern eher darum, dass möglicherweise jeder, der nicht felsenfest im Kurs verankert ist, sich solch eine oder ähnliche Frage stellt. Bei grünen Äpfeln mag es einleuchten, was aber ist mit Medikamenten gegen Malaria oder Cholera oder mit Betäubungsmitteln, um eine OP durchzuführen? Magst du dazu noch etwas schreiben, Katja?

    1. Lieber Tom, gerne mache ich mir mit dir Gedanken dazu. Ich denke, wir sollten uns verschiedene Punkte klar machen:

      1. Jeder auf dieser Welt folgt seinem Glauben, seiner Überzeugung, seiner momentanen Geisteshaltung der Angst oder Liebe, ob Kursschüler oder nicht, und handelt für sich und andere entsprechend. Wir tun alle von dort aus, wo wir gerade innerlich stehen unsere weltlichen Schritte.

      2. Grüne Äpfel, Tees, Medikamente, scheinbar leichtere oder schwere Krankheiten … das Ego suggeriert uns, dass die Unterschiede der Welt entscheidend seien und dass nicht für alles letztlich das Gleiche gilt. Jede Krankheit kann unter unglücklichen Umständen zum körperlichen Tod führen. Keine einzige weltliche Maßnahme hilft immer und auf jeden Fall. Es gibt immer die Wahl zwischen Angst und Liebe.

      3. Für mich geht es mit dem Kurswissen und -anwenden überhaupt nicht darum, Schul- und Alternativmedizin zu vermeiden, abzuschaffen oder als nutzlose Magie abzutun, denn wie im Beitrag beschrieben und auch in deinem Beispiel deutlich zu sehen, ist es hier in der Welt nicht zu vermeiden und oft zumindest hilfreich für die Angstminderung. Und es geht auch nicht um ein Verändern der Welt, sondern um den Geisteswandel zur Liebe, die sich dann auch in Handlungen ausdrückt.

      4. Der Arzt und die Menschen, die für sich noch nicht bewusst die sehr befreiende Möglichkeit der inneren Wahl von Angst zum Frieden unabhängig von den weltlichen Umständen entdeckt haben, werden alles Weltliche tun, um eine Behandlung sicher zu stellen. Und das ist menschlich, richtig und gut, da es das Liebevollste ist, was sie im dieser Situation tun können.
      Und sie werden wohl verzweifeln und an den Umständen leiden, wenn diese Maßnahmen nicht möglich sind. Auch das ist menschlich und normal.
      Und wir wissen nie, was sie und was wir aus dieser Situation auch Gutes lernen und geben werden.

      5. Selbst wenn der Arzt Kursschüler wäre, würde er nichts anderes tun. Er würde ebenso die Medikamente verabreichen, wissend, wie hilfreich ihre Magie im Rahmen dieser Welt für andere sein kann. Und er wird sich ebenso wie jeder andere mit seinem eigenen Leidempfinden auseinandersetzen müssen, wenn die Medikamente ausgehen und er Menschen elendig wird sterben sehen. Er wird selbstverständlich ebenso alles weltliche dafür tun, die Medikamente zu beschaffen, während er, durch seine eigene innere Kursarbeit weiter in Liebe für die Menschen da ist wie auch in der Zeit, als er noch zusätzlich Medikamente ausgeben konnte.

      Für mich ist das Fazit:
      Das allerhilfreichste, was jeder von uns, ob Kursschüler oder nicht, zu geben hat, egal, was er dabei handelnd tut oder aufgrund irgendwelcher Umstände nicht tun kann, ist Liebe!
      Während Wut, Verurteilung und Angst nur unser aller Erleben noch verschlimmern.
      Und letztlich muss immer ich mich selbst anschauen, muss ich zuallererst meine Reaktion betrachten, während ich auf die verschiedenen Szenarien der Welt schaue.

      Was meinst du dazu? Habe ich dir eine Antwort geben können, Tom?

  2. Meine Reaktion auf die Welt, ist meine Reaktion auf mich. Mich, so wie ich mich glaube. Wenn ich glaube, dass meine Halsschmerzen mich schmerzen, nehme ich mich als menschlicher Körper wahr. Dem menschlichen Körper, also mir, helfen dann Äpfel, Medikamente usw. Zur Ersten-Hilfe-Maßnahme kommt dann die geistige Komponente dazu. Wer bin ich? Ein geistiges Wesen, welches sich zwischen gut und böse entscheiden muß? Praktisch zwischen Liebe oder Angst. Kann ich in einem Bewußtsein von gut und böse gefangen, mich überhaupt richtig entscheiden?
    Da ist der Punkt in der Formel: XY + B – E
    Ich schenke dem plus/minus-Beobachten keinen Glauben, das urteilsfreie Beobachten=Wegfall des Egowillens, ein leerer Raum ermöglicht das Eintreten des HG und transformiert = erkennen des Frieden Gottes. Vater dein Wille ist mein Wille.
    Ich erkenne meinen Willen als Sohnschaft, als mein wahres Sein, vereint mit meinem Vater.
    Die Situation XY, die Dauer der wahrgenommenen Zeit bis zum Zurücktreten des Egowillens ist nicht von Belang. Liebe ist die einzige Realität.

    XY-Situationen gibt es täglich in meinem Umfeld, in meinem wahrgenommenen Lebensraum. Ich möchte folgendes mit euch teilen:

    Der heilsame Schock
    Oft braucht es einen Schock, damit eingefrorene Liebe auftaut und gelebt werden kann. Ein Schock hält nicht ewig an und dann kommt die Liebe wahrnehmbarer als je zuvor, durch!
    Lieben, was ist, nichts ist umsonst, alles ist, was es ist, ein Meilenstein auf dem Weg zur Liebe. Ich (falsche Vorstellungen von mir) werde von der freiwerdenden Liebe weggespült, ich bin ohne Bewußtsein (ohne Bewertung) und erwache zu meinem wahren SEIN. Ich bin ein großes Danke, mit allen aus der XY-Situation und mit euch, liebe Katja und lieber Tom verbunden, in sich ausdehnender Liebe.

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