Von der Abneigung zur Liebe

Ich merke immer wieder,
dass ich Menschen mit einer rauen, vorlauten Art
und ihr sich in den Mittelpunkt stellen nicht mag.
Na ja, ehrlich gesagt ist „nicht mögen“ noch nett ausgedrückt.
Zu allem haben sie etwas zu sagen
und sie gängeln und bedrängen andere ohne jegliches Einfühlen.
Es bringt mich innerlich auf die Palme und zu heftigsten Verurteilungen.
Manchmal gifte ich gar auch los.

Wenn ich aber meinen Fokus von ihnen abziehen
und nur diese meine Abneigung beobachten kann,
weiß ich plötzlich,
dass sie selbst viel Mist erlebt haben müssen,
der sie gerade bestimmt,
sie auch einen herzensguten Kern haben
und im Moment einfach das ihnen Mögliche geben
um zurecht zu kommen.

Und nun sehe ich meinen Spiegel in ihnen:
meine Trennung von ihnen wie auch sie sich von anderen trennen,
meinen eigenen Glauben an all das hier,
meine eigene Besserwisserei,
meine Aggression im Tonfall oft genug,
meine Sehnsucht, gesehen und geliebt zu werden.

Und ich begreife mal wieder,
es ist, was es ist,
bei jedem von uns:
Ein Ruf nach Liebe!

(Notiert am 15.03.2007)

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