Verrückt und abgerückt

Es war echt verrückt,
was da neulich in mir abging.
Ich musste weinen wegen eines mir völlig unbekannten Menschen,
der um sein körperliches Leben rang und um meine Freundin,
die in enger Beziehung zu diesem stand.
Mein Gesicht war tränennaß,
ich wusste gar nicht,
wie mir geschah, während es
GLEICHZEITIG
vor Schmetterlingen in meinem Bauch nur so kribbelte
für meinen neuen Partner.
Ich sah, wie es die zwei Extremen des Ego waren.
Ich erlebte tatsächlich beide Seiten des Ego auf einmal,
oben im Gesicht totale Traurigkeit,
im Bauch Himmelhochjauchzendes.

Ich hatte für alle Reaktionen schlichtes Verständnis,
denn aus einer dritten stillen Position
beobachtete ich all dies.
Puuuuhhh!

Was übrig blieb,
jenseits von Verliebtheit und Traurigkeit:
eine stille, tragende LIEBE für uns alle.

4 Gedanken zu „Verrückt und abgerückt

  1. ….ich kenne das Gefühl wenn durch das was mir passiert etwas in mir zutiefst berührt wird und Emotionen frei werden.
    Wenn auch meist nicht so gegensätzlich wie bei dir.

    Ich finde Trauer und Freude sind in dieser Welt eng verwandt. Und manchmal kann mann kaum noch zwischen Tränen des Glücks oder der Traurigkeit unterscheiden. Beide Gefühle verschmelzen miteinander. Und beide sind wie du sagst letztendlich Ausdrucksformen des Egos.

    Aber dennoch finde ich diese tiefen Emotionen ehrlich und bewegend. Und hilfreich.
    Denn es verbindet beide Seiten ob Trauer oder Verliebtheit auch wenn sie durch das Ego eingefärbt sind ein Mitgefühl für den Nächsten und man erhebt sich aus einem eher dumpfen, passiven Egodasein.

    Entscheidend ist das wir schliesslich durch das, was wir geübt haben die „stille Position“ (schön!) wie du sagst finden.
    Am idealsten noch im Geschehen selbst.

    Und von da aus diese Empfindungen wahrhaft veredeln.

    Das hast du können!

    Bildlich gesprochen glaube ich ist es gut die „wilden Pferde“ des Egos anzunehmen und das wir, obwohl wir manchmal ziemlich durchgeschüttelt werden keine Angst haben müssen von ihnen mitgerissen zu werden solange wir in der „stillen Position“ unseres Kutschbocks die Zügel in der Hand halten, unterstützt von einem Führer der sich nicht irren kann…

    1. Lieber Jens, sehr berührend, deine Worte und wunderbar anschaulichen Bilder. Aus ganzem Herzen stimme ich dir in allem zu. Ich danke dir sehr. Herzlich, Katja

  2. Life is just a bittersweet symphony 🙂

    Ich finde auch, dass Freude und Trauer oft sehr eng beisammen liegen. Und manchmal fällt mir das gerade auf, wenn ich Musik höre, die mir so gefällt, dass mir die Tränen kommen. Sind das Tränen der Freude oder der Trauer? Keine Ahnung….. irgendwie beides.

    1. Lieber Tom, danke für deine Gedanken und Erfahrungen. Was es wirklich ist und für dich bedeutet, kannst natürlich nur du für dich herausfinden.
      Wenn mich Musik zu Tränen rührt, entdecke ich immer, dass es aus einer Assoziation dazu in mir entsteht, die die Gefühle weckt oder ich bestärke die bereits vorhanden Emotion mit der Musik, mal bewusst, mal unbewusst ausgewählt.
      Ich kenne es auch, dass sich Gefühle so scheinbar übergangslos Vermischen wie von dir beschrieben. Was beim oben geschilderten Erleben für mich so anders war und ich bisher noch nie erlebt hatte, war die totale Getrenntheit und dennoch Gleichzeitigkeit beider Ego-Gefühle mit keinerlei Vermengung. Kennst du das auch?

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