Nichts bleibt, nur Gott

Ich schaue mir mein Ziel zunehmend ehrlicher an:
Ich will nicht mehr grundlos glücklich sein,
um in der Welt besser klar zu kommen
und mich hier gemütlicher einzurichten,
sondern um ganz aus dem Traum der Welt
auszusteigen und aufzuwachen.

Genug Zeit verschwendet
von der Zeit,
die es nicht gibt,
um in der Welt Glück zu finden
oder glücklich zu sein.

Ich bin bereit,
über alles hinauszugehen
zu mir zurück,
zu dem, was ich wirklich bin in Gott.

6 Gedanken zu „Nichts bleibt, nur Gott

  1. Paradoxerweise fühlt es sich an , wie ein Schmerz der Befreiung , all die Werte , die ich der Welt gegeben habe , aufzugeben.
    Dem Wertlosen -wie Gesundheit , Vertrauen , Ehrlichkeit , Sicherheit , Verbindung zwischen Körpern – all dem , was ich in der Welt gesucht habe , keinen Wert mehr zu geben.
    Ja , über all das hinauszugehen , ist für mich ein Prozess durch ein befreiendes Tränental.

    1. Liebe Beatrix, ja, solange wir noch schwanken, also dem Wertlosen doch immer wieder noch Wert geben, fühlt es sich auch immer wieder schmerzhaft oder wie ein Opfer an. Mit dem Ego empfinden wir es so. Beobachten wir es einfach, seien wir geduldig und liebevoll mit uns. Dann bemerke ich immer mal wieder plötzlich, dass etwas einfach weggefallen ist, ohne dass es schmerzt oder vermisst wird. Unser heiler Geist nimmt uns nichts, an dem wir noch hängen. Das wäre nicht liebevoll. Wir werden einfach zunehmend bereit, es selbst loszulassem, je deutlicher wir sehen und erfahren, dass das Festhalten nur Schmerz bringt und das Loslassen uns total befreit. Bleiben wir dran, es lohnt sich.

  2. Will ich aus dem Traum der Welt aussteigen? Nein, wenn ich ehrlich bin, will ich das nicht. Noch nicht. Sicherlich erhoffe ich mir immer noch dieses oder jenes Schöne und Wertvolle in der Welt. Und immer noch lerne ich, dass es nicht den wahren Frieden und das wahre Glück bringt. Aber wie ich den Kurs bislang verstehe, ist sein Ziel der glückliche Traum oder die wirkliche Welt. Der letzte Schritt – aus dem Traum aussteigen und aufwachen – liegt bei Gott. Und insofern mache ich mir über das Aussteigen und Aufwachen gar keine Gedanken. Ich kann es nicht willentlich herbeiführen, ich weiß ja nicht mal, wie das aussieht und was das ist ist – Aufwachen. Ich will einzig und allein an meinem inneren Frieden arbeiten, hier in dieser Traumwelt. Davon habe ich zumindest eine vage Ahnung, alles andere lasse ich einfach offen…..

    1. Lieber Tom, oh ja, es ist so entscheidend wichtig, zu sehen, dass wir zumeist nicht aussteigen wollen und sehr stark am Ego, der Welt und unserem individuellen Sein festhalten und alles daran setzen, um dadurch doch noch glücklich zu werden oder wenigsten Glücksmomente zu erhaschen. Ich beobachte das immer wieder bei mir, eigentlich so gut wie ständig. Und aus einigen dieser Beobachtungen ist der obige Text entstanden: nämlich dass mein Ego auch sehr subtil das Ziel der wirklichen Welt, zu der uns der Kurs als entscheidenden Zwischenschritt oder Übergang zum Erwachen hinführt, dazu verwendet, um mich wieder an die Welt zu binden, so nach dem Motto: wenn du endlich da innerlich bist, unabhängig von der Welt glücklich zu sein, dann kannst du ja ganz gut in der Welt bleiben und musst nicht noch weiter gehen oder dein individuelles Sein aufgeben. Das ist in meinem Erleben ein seeehr verführerischer Trick des Egos, sich mit dieser Einflüsterung doch noch ein letztes Türchen offen zu halten. Dadurch verliere ich aus den Augen, worum es in letzter Konsequenz wirklich geht, nämlich ganz aus der Welt zu erwachen. Worauf mein Blogbeitrag abzielt war für mich die Erkenntnis, bei der Ausrichtung der Kursarbeit nicht da stehenzubleiben, dass es mir als scheinbar noch IN der Welt innerlich besser geht, sondern dass mir bewusst sein sollte, dass es um den totalen Ausstieg aus dem gesamten Traum geht.

      Die Formulierung im Kurs, dass Gott den letzten Schritt tut, ist in meinem Verständnis dabei nicht wortwörtlich zu verstehen, denn Gott tut gar nichts, muss nirgends hinkommen, einen Schritt machen oder sich uns zuwenden. Er ist immer da! Ich denke, diese Formulierung soll uns einfach klar machen, dass es von uns nichts mehr innerlich zu tun gibt, wenn wir auch die allerletzte Barriere vor Gott in unserem Geist losgelassen haben. Das ist allerdings unser Job hier, das kann niemand anderes für uns tun, auch Gott nicht. Doch dann erfahren wir unsere (Wieder-)Vereinigung mit Gott, als käme sie zu uns, weil wir dann nichts mehr tun, nichts mehr aus dem Weg räumen müssen und deshalb erscheint es so, als teile sich uns Gott ganz mit, als käme er auf uns zu. Doch in Wirklichkeit haben wir uns wieder vollkommen ihm zugewendet, der immer da war und sich nie (fort)bewegte oder veränderte.

      Was meinst du zu diesen Gedankengängen?

  3. Liebe Katja, was du zu Gott und dem „letzten Schritt“ sehe ich haargenau so. Der Punkt ist, dass wir den letzten Schritt (wie immer der nun aussehen mag) nicht selbst tun können. Und eben deshalb macht es für mich nicht so viel Sinn, genau daraufhin zu arbeiten. Ich will mich nur auf den „Zwischenschritt“, auf die wirkliche Welt, konzentrieren. Dass sich das Ego dessen bemächtigen kann, um doch wieder ganz subtil an der Welt festzuhalten, ist bestimmt wahr. Aber der Wunsch, aus der Welt auszusteigen und zu erwachen, kann auch vom Ego inspiriert sein – nämlich um die Welt und damit den Schmerz, dessen Ursache man weiterhin in der Welt vermutet, loszuwerden. Dahinter steckt wahrscheinlich auch der weiterhin manifeste Glaube an den Tod. Irgendwie würde ich für mich gern einen Zustand erreichen, in dem ich weder an der Welt festhalte, noch sie loswerden will. Es geht allein um meinen inneren Geistesfrieden. Ob sich dann die Welt auflöst, wird sich zeigen. 🙂

    1. Lieber Tom, halten wir also fest, alles kann vom Ego und alles kann vom Heiligen Geist verwendet werden. Unsere Aufgabe ist es, jeweils bei sich selbst ganz individuell und immer wieder neu hinzuschauen, mit welchem Geistesinhalt verwenden wir gerade jetzt bestimmte Ansätze, Ziele, Umstände und Gedankengänge.
      Super, dass wir hier nun verschiedenen Möglichkeiten aufgezeigt haben, um uns weiter zu sensibilisieren.

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