Meine Verantwortung

Beim Einschlafen als Geist
wollte ich für die Traumfigur,
die ich nun zu sein scheine,
alles in diesem Welten-Traum so haben,
wie es mir jetzt erscheint,
um vor einer eingebildeten Schuld zu flüchten,
an der ich leide.

Nun nutze ich meine Verantwortung,
um mein Leiden anzusehen
und mir selbst vergebend
auf das Traum-Geschehen zu schauen,
mich von der Traumfigur zu lösen
und um im Geist wieder zu erwachen.

Nichts wird mir angetan
ohne meine Zustimmung.

Nichts befreit mich,
ohne meine Zustimmung.

Ich gebe allem die Bedeutung,
die es jetzt für mich hat.

Mein Geist hat alle Macht.

12 Gedanken zu „Meine Verantwortung

  1. In der Welt werden Verantwortung und Schuld oft in einem Atemzug genannt. Dabei besteht zwischen ihnen in Wirklichkeit ein „himmelweiter“ Unterschied :-). Du beschreibst hier sehr schön unsere Verantwortung, Katja!

  2. Danke Katja!
    Aber wenn mich in der Welt scheinbar viele richtig scheiße behandeln,über mich bestimmen wollen und sich in mein Leben einmischen-wie komme ich da wieder raus?
    Die machen das nämlich auch,wenn ich,zumindest bewusst,nicht zustimme.
    Das schnalle ich deswegen irgendwie nicht 😀
    Lg

    1. Liebe Verena,
      ooooh, ich kenne dein Dilemma selbst auch sehr gut. Genau daraus ist dieser Beitrag entstanden. Aus der Perspektive der Traumfigur Verena oder Katja scheinen wir allem in der Welt ausgeliefert, denn alles andere scheint von uns getrennt und ein Eigenleben zu haben. Wie kommen wir da raus? Das Tolle ist, genau auf dieser Position holt uns der Kurs ab und zeigt uns, dass wir nun auf alles hier entweder weiter mit dem Ego (Angst, Angriff, Verteidigung, Schuldverschiebung) reagieren oder mit dem Heiligen Geist in unserer Liebe und in unserm inneren Frieden davon ungestört bleiben. Wählen wir letzteres, bedeutet es nicht unbedingt, dass andere Menschen sich ändern, weil jeder individuelle Geist die gleiche Wahl hat und durchaus weiter am Ego festhalten kann, selbst wenn du oder ich es gerade mal nicht mehr tun.
      Wenn wir aber im Heiligen Geist ruhen, können wir sehr klar, liebe- und friedvoll mit allem hier umgehen und stellt sich vieles für uns plötzlich in unserer Interpretation ganz anders dar. Das ist die Lösung, unsere Erlösung von unserem Leidempfinden! Wir werden in unserem Geistesfrieden unabhängig! Da wird ein Angriff plötzlich nicht mehr als Angriff erlebt, sondern als ein Ruf nach Liebe, den ich mit Liebe beantworte, oder er wird einfach nur als eine Äußerung einer anderen Meinung erkannt, die ich verständnisvoll stehen lassen kann.

      Und ja, wie du sagst, auf dieser individuellen Ebene ist uns normalerweise nicht bewusst, dass wir all dem Weltengeschehen zustimmten. Doch hinter allem steckt eigentlich nur EIN Träumer dieser ganzen Traum-Welt, der sich alles hier ganz genau so erträumte, alle Traumfiguren und alle Szenen. Und dieser EINE Träumer ist das, was wir wirklich sind. Wir sind der eingeschlafene Sohn Gottes. Das ist uns normalerweise überhaupt nicht bewusst und es ist das Ziel des Kurses, uns zu dieser Verantwortung zurück zu bringen. Davon handelt mein Beitrag. Dass es so tief unbewusst ist, ist genau der Trick des Ego, damit wir uns mit den Traumfiguren gleichsetzen statt mit den Träumer. Wenn wir aber als scheinbare Traumfiguren erfahren, dass wir tatsächlich eine Wahl haben zwischen dem Ego und dem Heiligen Geist in unserem Geist, kehren wir allmählich zu diesem Bewusstsein zurück, dass es nicht nur unsere Verantwortung ist, mit welcher Haltung und Reaktion wir hier sind, sondern dass wir als der EINE Geist hinter JEDER Traumfigur und JEDER Szene mit unserer Verantwortung stehen.

      Liebe Verena, geben dir meine Ausführungen eine Idee? Frage gern weiter, wenn dir noch etwas unklar ist.
      Herzlich, Katja

    1. Liebe Verena, wir alle haben unsere Mühe damit, den Kurs umzusetzen, sehr sogar. Es bedeutet, sein Leben lang dran zu bleiben, wobei sich dennoch immer mehr in uns nach und nach verändert. Wenn du magst, erzähl mal, woran ganz konkret du gerade hängst in der Umsetzung. Wir haben da alle ähnliche Probleme und können gemeinsam lösend hinschauen.

  3. Hallo Katja!
    Irgendwie funktioniert bei mir fast gar nix…
    Es ist so,dass ich ständig abgestempelt werde.Auf mich treffen aber auch viele Dinge hier zu,die für die Gesellschaft eher „unnormal“ sind.Alleinerziehend,depressiv,zur Zeit berentet usw…
    In den letzten Jahren ist bei mir alles viel schlimmer geworden (oder ich merke meine Probleme jetzt nur mehr als vorher,ich weiß es nicht),weswegen ich fast gar nichts mehr von dem schaffe,was für andere Menschen ganz normal ist.Ich mache halt immer das,was ich kann,aber das scheint nie gut genug zu sein.
    Wenn andere hören,in welcher Situation ich bin,kommen ganz schnell zig Urteile,obwohl diejenigen mich meistens gar nicht kennen.
    Ich werde dann ganz oft als erbärmlicher,schlechter Versager beschimpft,der eigentlich nur eine Last ist oder sogar eine Gefahr für andere.
    Das ist ja im Prinzip das,was wir alle irgendwie über uns denken…Und die anderen beziehen das,wenn sie sowas über mich sagen,ja eigentlich auch nur auf die Bilder,die sie von mir im Kopf haben.Trotzdem kann ich in solchen Momenten,wenn andere mich so darstellen,überhaupt nichts dagegen sagen und lasse mir das einfach gefallen.
    Ich fühle mich dann auch angegriffen und habe Angst,dass sie über mich bestimmen,mir einen reinwürgen etc. und ich überhaupt nichts dagegen tun kann.Theoretisch weiß ich,dass das nicht real ist,aber ich komme da nicht raus.
    In meiner Situation ist es aber auch gar nicht so unwahrscheinlich,dass andere mich rumschubsen und über mich bestimmen,weil ich ja,wie gesagt,zig Stempel habe und auch von verschiedenen Institutionen abhängig bin.
    Das sieht für mich dann immer total aussichtslos aus…
    Es ist ja oft so,dass man sich irgendwelche Angstszenarien im Kopf ausmalt,die dann aber vielleicht gar nicht eintreffen.Bei mir ist es aber meistens so,dass ich das dann aber schon auch in der Welt erlebe…Und das macht es irgendwie total schwierig für mich,da rauszukommen.Ich schaffe es nicht,die Welt nicht als Bedrohung wahrzunehmen und bin oft total blockiert oder sogar apathisch.Ich fühle mich einfach nur noch unter Druck gesetzt und mir ist alles zu viel.
    Ich hoffe,Du kannst damit was anfangen 😀
    Viele Grüße

    1. Liebe Verena,
      ich bin sehr berührt und dankbar für deine so ehrliche Öffnung, durch die wir alle mit dir lernen können.

      Es ist tatsächlich so, wie du es bemerkst, dass uns unsere Probleme und unser Leiden immer deutlicher und bewusster werden, wenn wir anfangen, ehrlich hinzuschauen. Zuvor litten wir auch schon daran, aber wir überspielten oder überdeckten es. Dadurch, dass es uns nun bewusster wird, wird auch unsere Bereitschaft mehr, die wirkliche Veränderung anzugehen. Und zwar nicht in der Welt, sondern in unserem eigenen Geist! Denn wir haben ja nun schon oft genug erlebt, dass es in der Welt nie anhaltend so sein wird, wie wir es möchten. Und genau, es ist nie genug, immer bleibt ein Mangel, eine Unzufriedenheit. Die Welt wird von uns allen letztlich als Bedrohung erlebt, ich finde, das siehst du sehr klar.

      Und ja, ganz genau, durch eine Situation wie die deine werden andere Menschen wahrscheinlich auch in ihrer Angst berührt und so reagieren sie mit Angst, Abwehr und Urteilen. Das ist natürlich im ersten Moment nicht hilfreich, aber vielleicht können wir genau dies verwenden, um zu entdecken, was in uns selbst angesichts dieser Situation vorgeht. Entscheidend ist, was wir selbst über uns, unsere Situation und über andere denken und fühlen. Dies uns anzuschauen, dies mit Jesus an unserer Seite immer und immer wieder still, liebe- und verständnisvoll zu beobachten, also ganz bei uns zu bleiben statt auf die anderen zu schauen, was sie machen und ändern sollten, verhilft uns in unseren Frieden.

      Zum Beispiel so: (bitte so konkret wie möglich in Bezug auf dein individuelles inneres Erleben ergänzen, lass alles in dir hochkommen)
      Ich will in Frieden auf meine Angst schauen, dass andere mich umherschubsen können.
      Ich will in Frieden auf meine abhängige Situation schauen.
      Ich will in Frieden darauf schauen, dass ich mich angegriffen fühle.
      Ich will in Frieden auf die Urteile der andere Menschen über mich schauen, die da wären…
      Ich will in Frieden auf meine Urteile über mich schauen, die da wären…
      Ich will in Frieden darauf schauen, dass ich nicht im Frieden bin.
      Ich will in Frieden darauf schauen, dass ich mich so gelähmt und ausgeliefert fühle.
      Ich will in Frieden darauf schauen, dass ich im Geist aber nie ausgeliefert bin, weil ich stets die Wahl habe, wie ich mit allem innerlich umgehe.

      Täglich, stündlich, sekündlich, so oft wir nur können, sollten wir uns auf diese oder ähnliche Weise nach innen richten, um unser Ego ans Licht zu holen, das uns gerade bestimmt, und so dann in uns selbst den Geisteswandel möglich zu machen und zu erfahren.
      Du bist an einem sehr guten Punkt, finde ich, Verena, denn du siehst ganz genau, wie der Ego-Kreislauf läuft und keinen Sinn macht. Es bedarf nun immer wieder des Schrittes hinaus, indem du dich dem Heiligen Geist in dir immer öfter anvertraust und ein neues Denken und Erleben in dir selbst zulässt.
      Wir alle haben in unserem Geist ganz genau das gleiche Problem wie du. Wir folgen dem uns niedermachenden Ego in uns. Und alle sind wir in der Umkehr begriffen. Wir schaffen das!

  4. Vielen Dank für Deine Antwort!Das hat mir sehr geholfen!Ich danke Dir auch für Deine Ehrlichkeit…
    Ich bin ein bißchen überrascht darüber,dass Du schreibst,ich bin an einem guten Punkt… 😀 Ich sehe das ja immer nur negativ.Aber eigentlich ist es schon so,dass es jetzt bei mir besser ist als vorher.
    Es ist so,dass es auf der einen Seite irgendwie schon befreiend wirkt,wenn man sich nichts mehr vormacht…Auf der anderen Seite ist es für mich aber auch teilweise unerträglich.
    Vor allem auch,weil ich anderen Unrecht getan hab und andere auch ausgenutzt hab.Außerdem sind meine Gedanken schon oft grausam…
    Ich dachte ja immer,ich wäre doch gar nicht so… 😀
    Aber es ist so,wie es eben auch im Kurs steht…Man kommt da nicht raus,wenn man so tut,als wäre überhaupt nichts.Deswegen merke ich das im Moment schon,dass ich schon weiter bin als vorher.Aber das Loslassen fällt mir trotzdem noch sehr schwer,obwohl ich eigentlich weiß,dass mir das nicht gut tut,wenn ich am Ego festhalte.Ich merke auch immer mehr,wieviel Energie mich das hier kostet…
    Naja,es tut auf jeden Fall gut zu wissen,dass man damit nicht alleine ist…
    Liebe Grüße

    1. Liebe Verena,
      es freut mich sehr, was du berichtest. Wie gut, die ganze Palette zu sehen! 🙂 So erlebe ich es auch. Ich spüre, dass ich auf immer tragenderer Basis stehe, obwohl so manches Haarsträubende in mir hochkommt. Ja, es kostet so viel Kraft und führt nur zu mehr Last, alles unten zu halten – und vor allem: es bestimmt uns dabei doch!
      Ich war mal zutiefst geschockt, als ich in der Straßenbahn saß und mich plötzlich aus dem Nichts ein abgrundtiefer Hass auf Menschen mir gegenüber erfasste, die ich gar nicht kannte und die mich nicht mal ansahen oder mir irgendeinen anderen Anlass gaben. Ich habe nie zuvor geahnt, dass das in mir ist. Doch dann begriff ich, dass ich dem Ego-Urschleim immer näher komme und bemerkte, dass ich durch dieses Aufdecken auch immer mehr genau das Gegenteil erfuhr: eine bedingungslose Liebe zu mir ebenfalls völlig fremden und mich nicht beachtenden Menschen, die zufällig auf der Straße an mir vorbei gingen. Wow!

      Daran, dass wir wider besseren Wissens und auch schon so guten Erfahrungen dennoch immer wieder dem Ego folgen, sehen wir, wie tief unsere Angst und Schuld ist und zum größten Teil noch unbewusst. Es wird mir immer klarer, dass es so sein muss. Und so machen wir Schritt um Schritt, mit viel Geduld ( die mir oft genug auch ausgeht 😉) und immer wieder Hingabe. Du Liebe, es unterstützt mich ebenso so sehr, mich mit euch hier auszutauschen.
      Sei ganz herzlich umarmt. 🤗

  5. Hallo Katja!
    Ja,das merke ich auch immer öfter,wie heftig unsere Schuld und unsere Angst ist…Und auch unser Wunsch,weiter „getrennt“ zu sein.
    Es gab bei mir mal einen Moment,wo ich wieder in der Einheit war.Die Welt war komplett weg…Das kann man gar nicht beschreiben,wie heftig das war.Selbst die schönsten Erfahrungen in der Welt sind nichts dagegen.
    Danach bin ich wieder zurückgefallen und alles war noch schlimmer als vorher.Eigentlich war das wie eine Wiederholung,denke ich.
    Wenn man wieder erlebt,wie alles wirklich ist,ist es schon irgendwie verrückt,noch weiter scheinbar irgendwas anderes zu wollen…Und nur das kann der Grund dafür sein,dass wir weiterhin glauben,hier in der Welt zu leben.
    Ich habe es ja gemerkt,dass wir gar nicht von Gott getrennt sein können und dass Gott eben deswegen auch kein Tyrann ist,der uns irgendwie für unsere Sünde bestrafen will 😀 und trotzdem glaube ich immer noch an die Welt.Daran sieht man,dass wir das wirklich selbst so wollen…Und dass wir uns die ganze Schuld nur einreden,damit alles schön so weiter geht…
    Irgendwie bin ich mir deswegen gar nicht so sicher,ob ich wirklich aufwachen will,sonst wäre es ja schon längst so 😉
    Naja,ich hoffe,dass ich irgendwann wirklich die Schnauze voll davon hab…
    Liebe Grüße

    1. Liebe Verena, das ist eine sehr starke Erfahrung, von der du da erzählst. Du bestätigst damit, was der Kurs verspricht: dass es in Gott so schön ist, dass es mit den Maßstäben dieser Welt nicht beschreibbar ist.
      Es gibt einige Menschen, die von Ähnlichem wie du berichten. Wie gut, denn das hilft uns allen.
      Scheinbar ist es so, dass es manchmal einem ein solcher Einblick einfach passiert (der Kurs nennt es wohl Offenbarung, Textbuch S.7) und dann aber die bewusste Rückkehr noch nötig ist. Oder kannst du sagen, wie oder warum es dir passierte? In welcher inneren Haltung du warst, damit es geschehen konnte?
      Auf jeden Fall lass´ es dein Leitstern sein, du weißt es nicht nur theoretisch, sondern jenseits aller Worte und Theorie. Ich danke dir so sehr für das Teilen.

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