Ist es Gnade?

In meiner alltäglichen Kurs-Praxis ist das Beobachten meiner Gedanken und Gefühle mein Beitrag, um den Geisteswandel wirklich erfahren zu können, mich dafür bereit zu machen und zu öffnen. Denn nur, wenn mir bewusst wird, wovon ich gerade gesteuert werde, kann ich auch bewusst eine Wahl zwischen dem Ego und dem Heiligen Geist in mir treffen. Ich beobachte mich also sehr viel und bin achtsam auf mein Inneres. Aber oft genug eben auch nicht und dann läuft meistens einfach das Egoprogramm ab.
Und nun interessiert mich dieser winzige Punkt:
Wie kommt es, dass ich dann wieder achtsam werde?
Bisher muss ich sagen: Ich weiß es nicht!

Es ist wie ein plötzlicher Einfall – ja, im Sinne einer Idee aber auch, als falle es einfach in mich ein. Dieser Punkt scheint wie außerhalb meiner Kontrolle und meines Bewusstseins zu liegen, als könne ich nichts dafür tun, es passiert einfach.
Zack!
Ganz plötzlich, mit einem Mal ist das Bewusstsein dafür wieder da zu beobachten. Es ist wie ein Auftauchen aus der Vergessenheit des Präsentseins, wo ich im Geist stehe, ein Auftauchen aus dem geistigen Verlorensein und Verstricktsein in die Welt. Schon eine Weile versuche ich mich diesem Umkehrpunkt bewusster von beiden Seiten zu nähern: sowohl wann und wie ich wieder ins Vergessen falle als auch wann und wie ich wieder auftauche.

Wenn ich nach dem Auftauchen zurückschaue, wann genau ich das bewusste Beobachten wieder verlassen habe, ist es manchmal sehr klar an einem Gedanken oder Gefühl erkennbar, dem ich dann unhinterfragt und somit unachtsam weiter folgte. Da war also die Unachtsamkeit aufgetaucht.
Doch woher und warum sie kam …???

Meistens ist der Übergang in meiner Rückschau aber nicht so genau festzumachen. Es ist sehr schwammig und schummerig, wie ein allmähliches Einschlafen abends im Bett. Wann genau der Zeitpunkt eintritt, an dem ich tatsächlich schlafe, an den erinnere ich mich nicht mehr. Es ist wie ein Hinübergleiten vom Wachen zu Schlafen, vom bewusst Sein zum unbewusst Sein. Ein Einschleichen, bei dem das Bewusstsein nicht mehr mit aller Konsequenz aufrecht erhalten wird, die Bereitschaft dafür nachlässt, der Geist sich ablenken lässt vom Wesentlichen. Und dann, zack, eingeschlafen! Dem Ego hingegeben.

Beide Beobachtungen zum Eintauchen ins Ego helfen mir, insgesamt immer wachsamer zu werden, weil ich immer mehr weiß, worauf zu achten ist. Und zum Glück geschieht früher oder später immer wieder das Aufwachen aus dem Egoschlummerzustand.
Zack! Augen auf! Plötzlich kann ich wieder bewusst und schon mit etwas Abstand auf das Ego schauen, während es mich noch umtreibt. Es ist wie wenn ich morgens mit einem Mal wieder wach bin. Aber was hat mich geweckt? Ich bin einfach plötzlich wach geworden. Derzeit scheint mir das Auftauchen aus dem unbewussten Egotaumel einfach Gnade zu sein – eine unwiderrufbare ständige Gabe Gottes. Es geschieht wohl, weil wir nicht wirklich für immer einschlafen können, niemals komplett den Kontakt zu Gott verlieren können. Da ist ein Wecker in uns, denn wir zwar immer wieder auch überhören können, aber niemals für immer.

Was mir auffällt: Wenn ich sehr stark in meinem Entschluss bin und mir oft wiederhole, das ich mir dieses Umkehrpunktes sowohl in die eine als auch in die andere Richtung so oft und schnell wie möglich bewusst werden möchte, dann geschieht die Aufeinanderfolge des Auftauchens immer häufiger! Ich sage oder denke dann in diesen Momenten zusätzlich oft, um mir klar zu machen, das es mir gerade wieder geschehen ist: „Pling!“ So wie ein Benachrichtigungston für eine SMS. Nachricht: Dies ist ein Weckruf! Absender: Gnade

Ohne diesen Weckruf kann das Beobachten nicht beginnen. Er ist bereits der Start des Geisteswandels, denn ich dann jedoch noch boykottieren kann, indem ich lieber weiter oder bald wieder dem Ego folge, aber der Weckruf wird immer wieder erfolgen. Und er scheint häufiger zu werden, je entschlossener und bereiter ich dafür grundsätzlich bin, ohne dass ich selbst diesen Weckruf initiieren kann.

Wie ist es bei dir?

38 Gedanken zu „Ist es Gnade?

  1. Gnade.
    Wofür brauche ich eigentlich Gnade? Dafür, dass ich mich abgewendet habe von IHM und so zu leben versuche, als sei ER nicht. Jetzt ist da der Kurs in Wundern. Und ich wende mich IHM wieder zu. Aber mit was? Meine Gedanken sind allesamt aus der Trennung geboren, an die ich zutiefst glaube, meine Bewegungen gehen alle von IHM weg, treu meiner von mir vollkommen unerinnerten Entscheidung, getrennt von IHM leben zu wollen. Ich höre: „kleine Bereitwilligkeit“. Okay, ich versuche, sie aufzubringen. Mit was? Ich habe nur Mittel in der Hand, die alle Kinder des Trennungsgedankens sind.

    Ich will ins Beobachten kommen. Folge ich dem HG oder dem Ego? Wie soll ich das tun? Und falls ich das überhaupt kann, mich für den HG zu entscheiden, wie wieder aufwachen, wenn das Ego mich dann doch wieder eingeschläfert hat? Was heißt überhaupt Aufwachen? Ist nicht alles Ego, was ich tue? Weil ich es tue?

    Meine Antwort ist dieselbe, die du gibst, Katja: Es ist SEINE Gnade, die die Brücke schlägt, eine „unwiderrufbare ständige Gabe GOTTES“ – das kann man ja nicht schöner sagen!!
    Und diese Gnade ist immer DA, aus allen Dingen, aus all unseren Beziehungen ruft uns der GEIST zu SICH SELBST zurück.

    Das „Einschlafen“ und der „Schlaf“ sind meine „ganz normale“ Aktivität des Mich-Abwendens von GOTT. Das tue ich mit allem hier, mit jedem Wort, jeder Geste, jeder noch so guten Absicht, auch mit meinen kleinen und großen „Bereitwilligkeiten“ … es sei denn: Ich halte die GNADE, die mir STÄNDIG angeboten wird, für möglich, ich gebe ihr eine kleine Chance. Im selben Moment wache ich auf, nicht gleich zur Erkenntnis, aber zum Bewusstsein, tatsächlich wählen zu können zwischen HG und Ego. Das braucht die GNADE. Dieser „winzige Punkt“: das „Wie“ des Erwachens meiner„Achtsamkeit“, wie du sagst, ist schon Teil des Wunders der Berichtigung des Geistes.

    Wann geschieht das? frag‘ ich mich. Wenn ich bereit dafür bin. Wann bin ich bereit? Wenn ER das so SIEHT. Wann sieht ER das so? Wenn ich endlich mit dem Fragen aufhöre. 🙂

    Es bleibt ein Wunder. Und ich find‘ das eigentlich wunderbar!!!
    Dann kann ich diese Frage nämlich wirklich loslassen: was muss ich tun, um „aufzuwachen“ zu meinem Beobachten meiner Geistesrichtung und dem Neu-Wählen-Können? Nichts. Ich muss es nur für möglich halten. Und das, wie du sagst, Katja, das kann ja nie so ganz einschlafen, weil es der zwar blasse, aber unauslöschliche Ort in uns ist, an dem wir GOTT nicht aus unserer Erinnerung haben vertreiben können. Übertönen ja, das geht. Wie wir alle wissen! Mehr aber nicht.

    Jetzt wird mein „Tun“ plötzlich zum Hilfsmittel, mein Nachdenken, mein Fragenstellen, mein Differenzieren und Genauerwerden, meine Bemühungen, dem Beobachten den Weg zu bahnen und zu schauen, wie ich zunehmend achtsamer werde und die vielen Gelegenheiten zur Neuwahl seltener auslasse, meine Seminarbesuche bei Katja (liegen noch in der nichtexistenten Zukunft :-), mein Studieren des KiW: das alles wird plötzlich sinnvoll, ist gar nicht mehr automatisch und unausweichlich nur ein die Trennung bestätigendes In-der Welt-Sein. Indem ich das Wunder der Gnade für möglich halte, kann ALLES zur erwartungsvollen, willkommenheißenden Vorbereitung werden. Und schließlich: zum offenen Fenster für SEIN LICHT und damit Teil des Wunders der Berichtigung meines Geistes. ER macht den eigentlichen Schritt dabei und ist die Brücke zum SEIN: Du bist nach wie vor, wie GOTT dich schuf. Die Trennung hat nicht stattgefunden.

    Tun und SEIN, wie schön das in SEINER SICHT zusammengeht! Da brauch‘ ich absolut keine Erleuchtung, die aus meiner gnaden-losen Sicht das scheinbare Dilemma zwischen Form und INHALT des Wunders meines Erwachens einfach überspringen soll! Ich brauch‘ nur meine kleine Bereitwilligkeit, die GNADE für möglich zu halten. Und meine uralte Sehnsucht, wirklich und wahrhaft lieben zu dürfen, die brauch‘ ich auch.

    Ein herzliches „Pling!“ an alle!
    Michael

      1. Mir kommt gerade noch folgende weitere Betrachtung:
        Unser aktiver Part beim Wunder, wenn das überhaupt als „aktiv“ zu bezeichnen ist, ist nur, bewusst Zuschauer zu sein. Wir bringen unsere Bereitwiligkeit, unsere Bereitschaft für das Wunder (den Geisteswandel) auf. Das Aufwachen aus der Unbewusstheit geschieht uns durch Gnade und das ermöglicht uns, nun auf das Geschehen in uns und um uns her bewusst und mit Abstand zu schauen. Ebenso plötzlich sind dann die andere Sicht, eine andere Interpretation des gleichen weltlichen Geschehens und Gottes Frieden erfahrbar – sozusagen die Vollendung des Wunders, die ebenso nicht von uns zu kommen scheint. Wir sind dort, wo wir zu sein scheinen, einfach nur Zuschauer dieses Geisteswandels, für den wir uns bereit erklären.
        Und zugleich sind wir es doch, denn es ist unser heiler Geist.

        1. Mensch, wie schön! Ich staune immer, wie durch so „ein bisschen“ Hin und Her im Gespräch, wenn es bereit ist, sich aufrichtig UNSERER WAHRHEIT zu nähern, so viel in mir bewegt wird. Ich bin jetzt, Hand aufs Herz, anders in diese paar Zeilen von dir reingegangen als ich rausgekommen bin!

          So schön ist das gesagt! Das ist das „Wunder“, so erlebe ich es auch. Es ist in jeder Phase und in jedem Aspekt ein „Himmelsgeschenk“, wir sind nur Zuschauer, wie es an uns „vollbracht“ wird.

          Das macht ja überhaupt den Begriff „Wunder“ für uns nötig und sinnvoll: In der Welt der Wahrnehmung, in der wir uns erfahren, erleben wir die Veränderung unserer Sicht in Richtung „Schau“ als „nicht von dieser Welt“ verursacht und nicht an unsere Gesetze der Zeit gebunden. Und dazu, zu diesem ganz spezifischen Erleben, sagen wir „Wunder“.

          Mit deinem letzten Satz geht für mich dann wirklich die Tür auf! „Nicht von dieser Welt“, das muss nicht befremdlich sein, abgehoben, spinnert, wenn ich es MIT IHM lese, dann höre ich SEINE DEFINITION: Das Wunder ist nicht von dieser Welt, weil es aus DEINER WAHRHEIT KOMMT.

          Und ich darf zuschauen, das Wunder stört „meine Welt“ nicht, es würdigt alle ihre Elemente als Fenster, durch das es zu uns kommen kann. Wer kann sowas „hinkriegen“ außer DIE LIEBE SELBST?

          1. Ja, lieber Michael, mir geht es ebenso mit den Gesprächen hier. Es ist wie ein immer tiefer und umfassender durchdrungen werden von der Essenz durch die verschiedenen Ansätze und Ausdrucksweisen aller hier. So bleibe ich nicht starr in meiner Denkweise und Wortauswahl, sondern öffne mich immer wieder noch weiter und finde in allen und allem die Essenz jenseits der Worte wieder.
            Am Wunder erleben wir:
            Die Liebe führt uns liebevoll zu sich selbst zurück.

  2. Immer mal wieder in die Egofalle zu tappen ist wohl nur menschlich.
    Ich finde, der entscheidene Punkt ist das Erkennen der Unachtsamkeit.
    Denn nur das was ich erkenne, vermag ich auch zu ändern.
    Ich hatte diesbezüglich mal ein „Schlüßelerlebnis“:
    Ich war einer Person gegenüber sehr aufgeregt und bebte am ganzen Körper vor Wut,
    ob der Ungerechtigkeit die mir zu wiederfahren schien.
    Ich konnte und wollte diese Reaktion nicht abstellen.
    Da geschah etwas Wundervolles.
    Ich stand im wahrsten Sinne des Wortes neben mir und beobachtete mich die ganze Zeit selbst, wie ich da am rumticken war.
    Seit diesem Zeitpunkt erkenne ich sofort, wenn ich beginne unachtsam zu sein.
    Auch wenn ich manchmal noch wirren Gedanken über eine Person oder Dingen oder Situationen nachhänge, erkenne ich dieses und muss oft auch laut loslachen, wenn ich mir bewusst werde, in welchen Gedankenmustern ich mich wieder verstrickt habe.
    Und dann sge ich zu mir: „Freund, wähle nocheinmal !“
    LG Ralf

    1. Lieber Ralf, das hast du schön anschaulich beschrieben und ist sehr hilfreich. Mit ist, als stünde ich mit dir neben dir und lache mit. 😄 Ja, es ist total normal immer wieder in die Egofalle zu tappen. Ich empfinde es wie du als einen Prozess, bei dem wir lernen, uns genau dafür nicht mehr schuldig zu sprechen (denn genau so begann es ja, wir fühlten uns schuldig für das Ego) und bei dem die Achtsamkeit immer mehr zunimmt. Ich erkenne das Egowirken in mir noch oft nicht immer SOFORT (außer bei starken negativen Gefühlen oder eben großer Achtsamkeit). Und ich bemerke dabei auch, dass das Ego sich immer subtiler verhält, v.a. bei vordergründig angenehme Egogefühlen, z. B. bei Liebe, die nicht alles einschließt und Unterschiede macht oder Freude, die aber eben doch von etwas Weltlichen abhängt. Sehr spannend finde ich es, z. B. diese Freude ganz bewusst zu erleben und zu beobachten und mich nicht damit zu identifizieren. Dann macht sie einer noch viel tieferen und wirklich erfüllten Freude Platz.
      Ralf, mich interessiert sehr, wie du den winzigen Moment beschreiben würdest, durch den dir wieder bewusst wird, dass du gerade wieder unachtsam warst, durch den du wieder auftauchst – dieser Moment, der es dir ermöglichst, wieder achtsam zu sein. Wo kommt er her? Wie entsteht er? Empfindest du diesen auch als Gnade, als Geschenk, als etwas, was dir einfach passiert, was zu dir kommt?

    2. Lieber Ralf, ich habe noch deiner Aussage nachgesonnen, dass du deinen Körper vor Wut beben spürtest und bemerktest, dass du die Reaktion nicht abstellen KONNTEST und WOLLTEST. Ja, ganz genau, mit dem Ego können und wollen wir es nicht! Wir wollen daran festhalten! Für mich drückt sich in deiner Beschreibung dein ganz neutrales und sehr ehrliche Hinschauen aus, das ich auch als soooo entscheidend dafür erlebe, dass der Wechsel uns geschieht. Plötzlich standest du neben dir… Ja, wenn wir einfach nur sehen, wie das Ego ist, ohne daran herumzumanipulieren, ohne es schön zu reden oder zu rechtfertigen, ohne etwas anderes erreichen zu wollen, ohne uns weiter hineinzusteigern oder uns dagegen zu wehren – also wirklich schlicht ohne Angst und Absicht schauen, entziehen wir ihm gerade dadurch alle Macht! Denn wir können so nur schauen, wenn wir quasi mit einen Fuß schon beim Heiligen Geist stehen – und dann nehmen wir auch den zweiten Fuß zu ihm. 🙂

  3. Genau! Ich habe erst letzte Woche wieder Mal im Büro ganz genau gemerkt, dass ich meinen Widerstand nicht aufgeben WOLLTE. Mein Groll wuchs und wuchs und wirkte sich auf meine Arbeit aus. Nichts ging mir mehr leicht von der Hand, ich war nur am Meckern und total unzufrieden. Ich habe meinen Widerstand und die negative Energie daraus ganz deutlich gespürt und wie sie mich körperlich schwächte. Alles in mir verspannte sich, ich war müde und antriebslos. Ich sagte mir einfach, hab Geduld und beobachte dich weiter ganz genau, mehr kannst du in diesem Moment nicht tun. Und eines Abends las ich endlich die letzten Seiten im Buch „Jetzt“, das ich zwischenzeitlich verliehen hatte, und fand genau die Hilfe, die ich in meiner Situation brauchte. Es war das Kapitel Hingabe und insbesondere ab Seite 220. Als ich das las, war ich noch am selben Abend in Frieden mit mir und am nächsten Tag in Frieden mit meiner Kollegin. Aller Groll war verflogen, die Arbeit machte Spaß und sogar schwierige Aufgaben konnte ich leicht bewältigen, war kein bisschen mehr müde, alle Verspannung war weg und ich war voller positiver Energie. Da habe ich erstmals so richtig verstanden, dass alles auch unsere körperlichen Probleme vom Geist kommen. Im Grunde könnte man sich wirklich auf die nächste Egoattacke und die Gelegenheit zum Lernen freuen. Manchmal habe ich allerdings ganz klein wenig Bedenken, dass die richtig große Lektion für mich noch kommt und ob ich sie wohl meistern kann. Fragt ihr euch das auch gelegentlich?

    1. Liebe Katrin, wow, vielen Dank für deinen Bericht zum Miterleben. Toll, deine Haltung „Ich beobachte einfach geduldig…“, auch und gerade den Widerstand gegen den Geisteswandel. Das ist aus meiner Sicht echt der Knackpunkt! Und von irgendwoher komnt dann ein Lichtlein her…! 😇
      Ich frage mich nicht, ob da noch eine große Lektion im Sinne von ganz furchtbar heftig auf mich wartet. Es klingt für mich, als sei es ebenfalls ein Egogedanke, der Angst schürt und den es zu beobachten gilt. 😉 Oder wie ist es für dich?
      Ich habe schon so schwierige und schmerzhafte Situationen und Erfahrungen (nach Egomeinung) dank dem Kurs besser als je für möglich gehalten überstanden und immer wieder in den Frieden gefunden, dass mein Vertrauen und meine Gewissheit einfach jedes Mal wachsen. Es ist tatsächlich möglich, die Welt mit all ihrem Schmerz zu überwinden. Wie massiv der Widerstand und die Angst davor sind, ahnen wir nur und damit es uns nicht überwältigt, gehen wir in dem Tempo, wie es uns möglich ist und mit aller Geduld und liebevoller Führung vor. Uns kann nichts passieren, selbst wenn es sich manchmal so heftig anfühlt, wir nutzen alles nur zum Aufwachen. Liebe Katrin, wir schaffen das, weil wir nie allein sind und uns immer geholfen wird. ❤️

    2. Ja klar, liebe Katrin, das kenn‘ ich auf jeden Fall auch: was kommt denn als nächstes? … Will ich überhaupt so richtig? … Kann ich friedlich bleiben, wenn …
      das ist Teil des Schlafs. So träumen wir eben.
      Katja hat anfangs diese spannende Frage gestellt: wie kommt es, dass ich wieder aufwache?
      Eben hattest du noch gesagt: „ALLER GROLL war verflogen“ und dann denkst du: ja, das war ja nur in dieser Situation, die nächste wird härter und dann … eingenickt.
      Aller Groll ist verflogen, du hast schon „gewusst“, dass das möglich ist, dass es sogar dein „natürlicher Zustand“ ist. Sekunden später glaubst du es dir möglicherweise nicht mehr.

      Was weckt uns immer wieder auf, wenn wir uns erstmal entschieden haben, den Weg der Vergebung zu gehen? „Gnade“, war Katjas Antwort, und ich sehe das auch so. Das „Auslöschen des Erfolgs“ ist ein Egotrick. Wenn du merkst, dass die GNADE dir den Erfolg absolut garantiert, wozu auch gehört, dass jeder deiner Schritte auf die LIEBE zu IN IHR unvergesslich bleibt, auch wenn du diese Schritte wieder zu vergessen scheinst, dann haben die Drohungen und Ersatzlösungen des Ego für dich keinen Reiz mehr. Statt dessen wächst ein Vertrauen.

      Ich weiß nicht, was kommt, nein, wirklich nicht, wie sollte ich? Werde ich verlassen, bleibe ich gesund, muss ich noch Krieg erleben, verliere ich meine Arbeit, wie wird das Sterben werden? GNADE ist denke ich die Antwort, die braucht nicht in der Zukunft zu kommen, die ist in der GEGENWART schon DA.

      herzliche Grüße
      und auf das „Pling“, das uns da immer wieder rausholt!
      Michael

      1. Poah, Michael, danke, danke, danke, ich fühle mich gerade zutiefst angeschlossen mithilfe deiner Worte an deine unserer Liebe. Und wie gut sich klar zu machen, dass in einen Wunder immer tatsächlich aller Groll verflogen ist, aller – der je gewesene, der momentane und der zukünftige in Bezug auf alles! Wir sind da! Und wir kehren immer wieder zurück nach jedem Vergessen! Es ist keine Steigerung, es ist immer total! Oh, danke, dass mir das gerade wieder bewusst wurde! 😘 Das Ego ist immer 100%, aber der Heilige Geist auch! Und wir können nur einem von beiden hingegeben sein.

  4. Groll gegeüber einer vermeintlich anderen Person zu hegen ist,
    als wenn man Gift schluckt und dabei hofft, das der Andere tot umfällt 😉

    1. Das stimmt, Ralf, sehr bildlich gesprochen und kann ich aus eigener Erfahrung auch gefühlsmäßig voll bestätigen! 😡😉😄
      Hier noch ein Bild: Die Schuld, die ich anderen zuspreche, erleichtert mich nur kurz, weil sie fort von mir zu sein scheint, aber sie kehrt wie ein Bumerang immer wieder zu mir zurück. 😳 😂

  5. Laut dem Kurs in Wundern gibt es keinen Unterschied zwischen einem kleinen Seufzer oder einem großen Wutausbruch – wenn der Kontrast größer ist, kann ich vielleicht schneller die Erleichterung und den tiefen Frieden spüren, wenn ich den Groll mit dem Heiligen Geist aufgelöst habe.
    Seit ich den Kurs in Wundern praktiziere, bin ich manchmal richtig erschrocken, wieviel Groll und Wut ich eigentlich hatte und wieviel jetzt noch manchmal da ist und das Streben nach Anerkennung – Vergebung ist meine einzige Funktion – ständig – und der Frieden und die tiefe Geborgenheit die dann eintritt ist das Schönste was es gibt – dann bekommen wir eine Ahnung davon: Wir sind ZU HAUSE.

    1. Liebe Bettina, ich stimme dir in allem vollkommen zu. Ich staune auch immer wieder, wie grausam mein Ego ist und zugleich, wie tief „auf der anderen Seite“ die Liebe ist. 🙂

  6. Ja, diese tiefe Geborgenheit macht alles leichter und man fühlt sich nicht einsam, wenn man mal alleine ist.
    Und ja, liebe Katja, der Gedanke nach der nächsten großen Lektion ist aus dem Ego. Aber wie Michael schon sagt, so träumen wir eben. Solange es nur ein flüchtiger Gedanke ist, den wir erkennen, und keine Geschichten dazu spinnen, ist das doch schon ganz gut.
    Ich wollte auch nochmal sagen, dass ich es sehr schön finde, sich ab und zu mal hier mit euch Lieben austauschen und überhaupt all eure sehr liebevollen Beiträge lesen zu können. Ich fühle mich hier sehr zu Hause.

    1. Liebe Katrin, dein erster Satz … wunderschön!
      Und das freut mich, dass du diesen Gedanken des Ego so entspannt siehst. Und ja, wie du sagst, er muss gesehen werden und nicht verdrängt. 🙂
      Dass du dich hier zu Hause fühlst … wow, dafür hab ich keine Worte … nur vielleicht: DANKE an UNS alle!

  7. Ich will auch mal versuchen, meine Gedanken dazu aufzuschreiben. „Ist es Gnade?“ fragst du, Katja. Ich würde sagen: jein. Ich glaube, es kommt drauf an, wie wir dieses Wort verstehen und verwenden. Es kann uns hilfreich sein, es kann uns aber auch weiter in die Irre führen. Es kann hilfreich sein, wenn wir dadurch einsehen, dass es (also der Moment, wo wir wieder in Frieden kommen bzw. wieder herausfallen) nicht unserer Kontrolle untersteht. Es kann uns aber ebenso weiter in die Irre führen, wenn wir dadurch glauben, es wäre nicht unsere eigene Entscheidung! Als wäre die Gnade also etwas, das uns gewährt wird – von Gott, Jesus oder dem Heiligen Geist. So wird das Wort „Gnade“ ja auch üblicherweise verstanden: eine höhere Instanz, weltlicher oder überweltlicher Art, gewährt uns kleinen Sündern die Gnade. Diese Assoziation haben wir wohl alle mehr oder weniger tief in uns verankert. Ich glaube aber, wenn uns Gnade geschenkt wird, dann schenken wir sie uns selbst.

    Ich selbst bin der Entscheider, das sollte ich nicht vergessen. Ich entscheide mich zwischen Ego oder Heiligem Geist. Nicht der Heilige Geist entscheidet das. Natürlich ist der Heilige Geist nichts außerhalb von mir selbst, er ist quasi meine „bessere Hälfte“. Oder die einzig wahre Hälfte :-). Wenn man also sagt, ER entscheidet das, dann könnte … muss nicht, aber könnte man doch wieder dem eigenen Ego auf den Leim gehen, denn man würde gewissermaßen die Entscheidung zwischen Angst oder Liebe, zwischen Zorn oder Frieden, wieder mal nach außen projizieren. Und das ist das, was der gespaltene Geist (also wir) ständig machen. Wir projizieren Vergangenheit und Zukunft nach außen, wir projizieren Schuld nach außen, wir projizieren eine ganze Welt, von der wir glauben, sie sei getrennt und außerhalb von uns. Im Kurs geht es – so weit ich z.B. Ken Wapnick verstehe – immer wieder darum, dem Geist seine Ursächlichkeit zurückzugeben bzw. sie zu erkennen. Ich selbst als Geist bin die Ursache. Und eben der Entscheider. Und wenn ich mich für den Heiligen Geist bzw. die Liebe entscheide, dann sind die sofort auf meiner Seite, sie verschmelzen mit mir, dann bin ich sie.

    Katjas Frage lautete: „Wie kommt es, dass ich dann wieder achtsam werde? Bisher muss ich sagen: Ich weiß es nicht! Es ist wie ein plötzlicher Einfall – ja, im Sinne einer Idee aber auch, als falle es einfach in mich ein. Dieser Punkt scheint wie außerhalb meiner Kontrolle und meines Bewusstseins zu liegen, als könne ich nichts dafür tun, es passiert einfach. Zack!“

    Genau. Ich weiß es auch nicht. Und da sind wir wieder mal bei einem herrlichen Paradoxon. Wir selbst bestimmen den Punkt der Umkehr und wissen doch nicht, wie wir das machen! Wie sollten wir auch? Wie du richtig sagst, Katja: dieser Punkt scheint außerhalb unserer Kontrolle und unseres Bewusstseins zu liegen. Klar, denn der so genannte Entscheider ist zwar in unserem Geist, nicht aber in dieser Welt und nicht im Bewusstsein. Er ist jenseits davon und deshalb ist uns der Impuls, der zum Punkt der Umkehr führt, nicht bewusst. Und er liegt jenseits unserer Kontrolle, und das ist etwas, was wir gar nicht gerne hören, denn wir wollen doch am liebsten immer über alles die Kontrolle behalten….

    Verflixt, was mache ich jetzt mit so einer Einsicht? Der Punkt der Umkehr wird von mir selbst verursacht und ist mir doch nicht bewusst und nicht unter meiner Kontrolle. Na toll! Ich habe bislang auch immer gern von „Gnade“ gesprochen, aber jetzt merke ich, dass sich immer mehr ein anderes Wort herausschält, das für mich in diesem Zusammenhang entscheidend ist: Vertrauen! Wir sollten uns zurücklehnen und einfach vertrauen. Wir scheinen immer wieder in den Frieden zu kommen und wieder in die Angst zu fallen, und doch ist dieses Wechselspiel Teil der Illusion. In Wahrheit kann uns nichts geschehen und ist auch nichts geschehen. Alle Dinge kommen zu einem guten Ende, ja, sie sind bereits zu Ende. Wir sind in Frieden in Gott zu Hause, aber träumen von der Verbannung, wie es im Kurs heißt (genaue Zitatangabe kann ich leider nicht geben).

    Und wenn ich morgen wieder in Angst und Ärger und Unfrieden falle, dann erinnert mich bitte daran, was ich heute geschrieben habe!

    1. Ui, liebe Tom, das ist ja toll und berührt mich sehr tief, wie du den Beobachter und Entscheider mit der Gnade wieder zusammengebracht hast und zugleich in meinem Empfinden auch all die vorherigen Aussagen darin sind. Ich kann alles sehr gut nachvollziehen, was du geschrieben hast und es klingt in mir total als so unendlich liebevolle Wahrheit an. Wunderbar: Ja, vertrauen wir uns SELBST und erinnern wir uns gegenseitig! Ich danke dir von Herzen. ❤️

    2. Hallo ihr Lieben, sehr schön diese Unterhaltung über das Wort „Gnade“. Für mich immer schon ein Wort mit ?????. Was heißt Gnade? Oder, welche Deutung gebe ich dem Wort „Gnade“? Was macht diese Wort mit mir?
      Wenn es heißt die Gnade Gottes, da kann passieren, dass da ein Beigeschmack mitschwingt, sowie Tom schon sagt, eine höhere Instanz währt uns kleinen Sündern seine Gnade, kann sein muss nicht. Aber bei mir war es schon seid ich denken kann so und ich bin damit nie klar gekommen. Toms Worte dazu , sind so wundervoll, ( die Worte von euch allen sind so liebevoll und wundervoll) , Toms Worte haben mich berührt und mir Klarheit gebracht , Danke Tom .
      Herzliche Grüße, Elke

      1. Hallo Elke,
        der Gebrauch der Wörter in KiW ist etwas, das mich sehr beschäftigt hat, meine Gedanken zu „Gnade“:

        „kann sein, muss nicht“: das ist „unsere“ Gnade, das ist „Vergeben-zum-Zerstören“, wie das der KiW in den „Ergänzungen“ nennt.

        Ich beispielsweise bin katholisch erzogen, und das heißt „natürlich“, dass ich mich, als mein Verstand einigermaßen funktionsfähig war, von einer kirchlichen Auffassung des „Christ-Seins“ und seiner Begriffe abgewendet habe, das die Widersprüche einfach unaufgelöst stehenlässt, die sich z.B. in dem elitären Gedanken einer „besseren Lehre“, in der Auffassung von „Sünde“ gegenüber einem doch angeblich alles vergebenden Gott und auch eben in einer „Gnade“ stecken, die nur manchmal gewährt wird unter fragwürdigen Bedingungen.

        Mit dem Kurs habe ich gelernt, ALLES erst mal stehenzulassen, so wie es im Moment ist und nur NEU darauf zu schauen. Das betrifft auch alle Wörter und Begriffe unseres Sprachgebrauchs.
        In dieser Welt steht ALLES auf dem Kopf. Der Kurs dreht ALLES für uns um.

        „Gnade“ KANN ein machtvolles Wort werden, wenn ich es aus der LIEBE kommend höre. Dann ist es die Hand, die zu mir „herunterreicht“ genau an dem Punkt, an dem ich mich verurteilt habe zum Schulddenken, und mir sagt, dass ich nicht verurteilt BIN. GNADE verzeiht keine Schuld, die sie vorher als möglich bestätigt, sondern vollbringt das Wunder der Aufhebung des Schuldgedankens in mir.

        Diese GNADE ist keine Lotteriespiel mehr wie unsere, die wir einander „gewähren“, sondern eine absolute GARANTIE unserer Unschuld. Und sich dieser „Version“ von „Gnade“ offnen zu können, braucht es das VERTRAUEN, von dem Tom gesprochen hat: es vertraut auf die die LIEBE als der QUELLE aller Bedeutung.

        herzlichen Gruß,
        Michael

  8. Ganz ähnlich ist es auch mit dem Begriff „Demut“. Damit verbinden wir heutzutage Unterwürfigkeit, falsche Bescheidenheit, Angst. Jemanden zu „demütigen“ ist etwas ganz Schlimmes. Dabei kann man Demut auch als richtige Bescheidenheit verstehen, als Eingeständnis, nichts wirklich sicher zu wissen. Einfach nur das positive Gegenteil von Hochmut.

    1. Oh ja, Tom, Demut hat mit dem Kurs für mich auch eine ganz neue Bedeutung bekommen: vollkommen vetrauenvolles weiches getragenes Hingeben an das Nichtwissen und zugleich an Gott in mir.

  9. Guten Morgen, ich muss gerade schmunzeln, denn passend zu unserem Thema Gnade trägt mich das Wunder zu meiner heutigen Lektion 169 „Durch Gnade lebe ich. Durch Gnade werde ich befreit.“ Nun verstehe ich das mit der Gnade besser. Solche kleinen Hilfen zugetragen durch die Liebe bemerke ich immer öfter und bin sehr dankbar dafür.

    1. Die Lektion hab ich auch vorgestern gelesen, liebe Katrin, und noch gedacht: Soll ich sie euch nennen? Aber dann dachte ich, es gibt so viele schöne Stellen zur Gnade im Kurs und ließ es bleiben. Jetzt bin ich doch froh, dass du sie nennst, denn in dieser Lektion fand ich nun alles wieder, was wir hier besprachen. Und dazu noch eine meiner 1000 und 1 Lieblingsstellen: „Gott ist … und dann hören wir auf zu sprechen.“ Das sagt mir jedes Mal wieder, wir können es mit Worten umkreisen und sollten es auch, um uns heranzutasten, aber wirklich in Worte zu fassen ist es nicht und doch spüren, erfahren wir dann etwas… Wie schön, dass wir uns hier dabei so sehr unterstützen. 😇

  10. Liebe Katja, danke für Deine Bechreibung, wie Du den Geisteswandel erfährst. Das hat mich zum Nachdenken angeregt, wie es bei mir ist und was ich diesbezüglich besser machen kann. Es ist ja schon so viel Schönes von Allen dazu geschrieben worden. Danke auch dafür. Ich erkenne noch eher selten, wenn der Geisteswandel passiert. Aber dann ist es tatsächlich so ein Gefühl der Erleichterung, als wenn der ganze Balast von einem abfällt. Ich habe einmal gegrübelt und gegrübelt und irgendwann war mir das einfach zu viel und ich wollte das nicht mehr. An diesem Punkt kam der Geistewandel einfach so, ich habe halt losgelassen. Ich habe mich gefragt, was passiert da gerade, will ich das wirklich, mich so zermartern mit der Grübelei? Aber es gab auch eine Erfahrung, wo ganz plötzlich im größten Egogetobe einer anderen Person ein tiefes Mitgefühl und unendliche Liebe mich einfach durchströmte. Da weiß ich bis heute nicht, wie das kam. Vermutlich habe ich auch unbewusst losgelassen. Bei mir ist es so, dass ich, sobald ich auf Arbeit bin, den Kurs komplett vergesse. Manchmal erinnert mich dann irgend ein Wort was ich lese oder ein Gespräch wieder an den Kurs. Was ich gern noch sagen wollte ist, dass mir das Wort Vertrauen ganz viel bringt, wie es Tom geschrieben hat. Und davor die Einsicht, dass es noch etwas anderes gibt, außer dem Ego. Selten traue ich mich, Jesus um Hilfe zu bitten, aber wenn ich es mal tue, dann bekomme ich auch diese Sicherheit, dass alles gut ist und einfach nur die Antwort „Ich weiß“ oder „Ja, liebe Jana“ oder „Komm zu mir, ich halte Dich.“

    1. Liebe Jana, echt schön, dass du Anregungen bekommen hast. Du „machst“ es wunderbar. Irgendwann kommt immer der Punkt des Loslassens, das hast du gut beobachtet. Ich erlebe es auch als gut, meine Erwartungen zu beobachten, doch den Kurs öfter anwenden zu sollen oder jetzt endlichen in Frieden sein zu müssen und wie das genau auszusehen hat. Jedes winzige Mal, an dem der Kurs dir auf der Arbeit oder wo auch immer einfällt, ist immer ein vollkommener Schritt. Und es wird mehr werden, vertraue dir. Und warum wagst du es nicht öfter, Jesus in dir einzuladen? Sei gewiss er ist für jeden immer in allen da. Herzlich, Katja

  11. Es ist schon eure Dialoge hier zu lesen 🙂
    Für mich ist Gnade ein Geschenk welches mir angeboten wird und es ist ein Segen, wenn ich die Bereitschaft habe dieses Geschenk anzunehmen.
    Gnade und Segen sind für mich eng miteinander verbunden.
    Mir persönlich fällt es leichter wieder aufzuwachen, wenn ich ein Gegenüber habe. Besonders Menschen, die mir als Spiegel dienen, bringen mich auf den Weg.
    Sei es, dass ich bei der Lektion 5 lande, (ich rege mich nie aus dem Grund auf, den ich meine) oder dieses wunderbare Bild anwende, über die Egomaske des Anderen hinweg zu seinem Licht zu sehen und dadurch auch mit meinem eigenen Licht in Kontakt komme und unser beider Licht sich ausdehnt.
    Mit mir alleine konfrontiert, ist das schon viel schwieriger.
    Da stehe ich auf diesem Beobachterposten und staune welche Kapriolen mein Ego schlägt. Bildlich gesehen auch oftmals mit offenen Mund anlässlich der Handlungen die in dieser Verbindung geschehen.
    Da findet dann GNADENLOS alles an Groll, Mangel, Verurteilung, Schuld usw. auf mich selber statt.
    Ich empfinde das als einen Zustand der Bewegungs- und Handlungsunfähigkeit, aus dem heraus es mir oftmals nicht gelingt eine Verbindung zum HG einzugehen, geschweige denn zum eigenen Licht.
    Dieses Verharren im Beobachten ohne eine Entscheidung zu treffen zeugt für mich von Wahnsinn.
    Wenn da mal nicht das Ego das Ego beobachtet 😉 was meint ihr?

    Habe ich dann wieder ein Gegenüber/einen Bruder in der Nähe, kommt die Bewegung wieder, hin zu dem gemeinsamen Licht und mein Herz öffnet sich….nicht immer, aber immer öfter.
    (Und der Herr sprach es werde Licht – 😉 sorry, komme aus einem Elektrikerhaushalt )

    Oder ich schlage dieses gnadenvolle blaue Buch auf und lese den Satz.
    “ Der HEILIGE GEIST hat die Macht, das ganze Fundament der Welt, die du siehst, in etwas anderes zu verwandeln: in eine Basis die nicht wahnsinnig ist,…….(Kap. 25,VII,5)

    Und da ist sie dann wieder – die Gnade des Erkennens 🙂

    Und schwupp…….genauso schnell kann es wieder zurück gehen….

    Irgendwo las ich diesen Satz: „ich bin ein Meister der übt“ ;-), also auf geht’s 🙂

    Schön das es diesen Austausch hier gibt.

    1. Liebe Bianca, oh ja, wenn ich die Schuld nicht auf jemand anderes verschiebe, sondern in der Selbstbeschuldigung bin, empfinde ich es auch als viel viel vernichtender …
      Wenn es dir hilft, ein Gegenüber zu haben, um dich zu erinnern, wie wäre es, wenn du dir dann Jesus dir gegenüber vorstellst mit seinem Licht, das auf dich strahlt?
      Wie schön, dass du immer öfter erlebst, dass sich dein Herz öffnet!

      Zu deiner Frage: Hmmm, ich glaube, wirklich ohne Absicht und Urteil kann das Ego sich nicht selbst beobachten, aber wenn dabei Analysieren , damit etwas machen wollen und Hineinwühlen eine Rolle spielen, ist das Ego mit im Boot. Ich erlebe das auch immer wieder, dass ich genau weiß, ich stecke gerade im Ego, beobachte dies, aber wie Ralf und Katrin auch beschrieben haben, ich will es nicht loslassen. Ich hab dann das Gefühl, dass ich etwas opfere, eine Meinung und Haltung einnehmen müsste, die hier einfach nicht sein darf und kann, ich gedemütigt würde. Auch das beobachte ich dann schlicht, bis es vorrüber ist. 😉

  12. Hallo Jana und Bianca und guten Morgen an alle!
    ich bin gerade mal wieder mit dem „Handbuch für Lehrer“ unterwegs und da wird die Frage, wer denn ein „Lehrer GOTTES“ sei, mit der lapidaren Bemerkung vollständig beantwortet: jeder, der sich dafür entscheidet, einer zu sein.

    Gleich anschließend wird uns gesagt, was für eien Art „Entscheidung“ das im Inneren ist: die Entscheidung, die LIEBE GOTTES und nicht weiter die Ersatzlösungen des Ego lehren zu wollen, fällt in dem Moment, wenn ich einmal eine „bewusste Wahl“ getroffen habe, „bei der ich meine Interessen nicht als von denen eines anderen getrennt sah“ (H-1.1:1-2).

    Ihr habt beide davon erzählt, Jana von dem Moment, als das „Egogetobe“ eines anderen nur Mitgefühl und Liebe ausgelöst hat, und Bianca hat von den Momenten gesprochen, wenn „die Bewegung wiederkommt, hin zum gemeinsamen Licht“.

    Wenn Katja von „Beobachten“ spricht, ist das für mein Empfinden immer genau diese „Bewegung“, also eben kein egokontrollierendes Beobachten, sondern ein HG-einladendes.

    Diese „Wahl“ ist etwas anderes als unser Entscheiden“ zwischen zwei Alternativen: es ist die Wahl einer alternativlosen WAHRHEIT, ein bloßes Erinnern.

    Mir ging das beim Lesen der ersten Frage des Handbuchs so unmittelbar auf, was für eine Gelegenheit das ist, mit euch in einem solchen Gespräch zu sein! Diese „Entscheidung“ erneuern zu können: hier ist es so leicht, meine Interessen „nicht von Euren als getrennt zu empfinden“! WIr haben nur dies eine Bedürfnis, die Trennung zwischen uns als Illusion zu übersehen.

    Meinen ganz tief erfahrenen Dank für all eure Äußerungen hier, das hilft so sehr, die „Wahl“ immer wieder zu bekräftigen, was für ein Glück!

    herzlich, Michael

  13. Jana, das kenne ich auch sehr gut – dass ich den ganzen Tag über, auf Arbeit, den Kurs und seine Aussagen vollkommen vergessen habe. Anfangs hat es mich ein wenig geärgert, aber langsam verstand ich immer besser, dass dieses „Vergessen“ im Grunde eine Art Verdrängen ist. Unbewusst wollte ich mich gar nicht erinnern, denn dann hätte ich mich nicht auf Arbeit so schön ärgern können und so viel urteilen über andere und anderes. Das Ego gönnt sich dann ein Vollbad :-). Aber das ist eigentlich eher witzig zu nehmen, keinesfalls braucht man sich dafür verurteilen oder grämen. Andererseits kann es aber auch sein, dass man einen wunderbar friedlichen Tag verbracht und nicht an den Kurs gedacht hat. Wozu auch? Wenn man den Kurs im Herzen lebt, muss man ihn nicht auf der Zunge führen und wie ein Mönch ständig vor sich hinmurmeln.

    Bianca, ich denke auch nicht, dass sich das Ego selbst beobachtet. Es kann eigentlich nicht beobachten, es kann nur bewerten und be- oder verurteilen. Und dieser Teil unseres Geistes (das Ego) mag dieses stille, urteilsfreie Beobachten gar nicht, es fühlt sich regelrecht bedroht dadurch, und zwar zu Recht. Und eben diese Gedanken und Gefühle der Angst spüren wir dann in solchen Momenten ganz deutlich.

    1. Lieber Tom, was du beschrieben hast, kommt bei mir als ein sehr ehrlicher und liebevoller Umgang mit dir, dem Kurs und dem Vergessen an.
      Und danke für den großen Lacher :-)))) zu „Das Ego gönnt sich ein Vollbad!“ Ich sehe zu so etwas gleich immer innere Bilder: Da plantscht das Ego ausgelassen in der Badewanne und schüttet immer wieder juchzend Badeschaum nach bis alles schäumend überläuft … doch unser eins zieht dann einfach irgendwann den Stöpsel und das Wasser, was es zum Baden und Schaum schlagen braucht, läuft einfach ab. Und ZACK – sitzt es nackig auf dem Trockenen! Und wir sehen nun, dass all sein Schaumschlagen nur eine Ablenkung war von … nichts, was uns Angst machen muss. Na gut, manchmal läuft das Wasser halt nicht so schnell ab, weil wir auch mal wieder den Stöpsel reintun und das Ego sogar noch Wasser nachfüllen lassen, aber irgendwann ist jedes Bad mal vorbei. 🙂

  14. Herzlichen Dank für eure Antworten :-), sie haben mir sehr geholfen.
    Und das Bild mit dem Ego in der Badewanne ist köstlich 🙂

  15. Heute sah ich ein Video von Anssi, in dem er auf die Frage, ob wir einen freien Willen haben oder ob alles Schicksal ist, antwortet: „Weder noch! Unser freier Wille ist in unserem Schicksal enthalten“. Fand ich ziemlich gut und irgendwie erinnerte es mich an das, was ich oben als Paradoxon bezeichnete: alles ist unsere Entscheidung, und doch haben wir keine bewusste Kontrolle darüber. Aus Kurs-Sicht macht das ja besonders Sinn, denn die Zeit und damit alles Geschehen ist längst vorüber und vorbei. 🙂

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