In starker Sanftmut

Wenn ich mir vornehme,
ganz durch das Ego hindurchzukommen
und nie mehr aus dem Frieden zu fallen,
dann kann das aus dem scheinheiligen Ego kommen,
dass mit Druck sagt: „Es ist viel Arbeit nötig! Los jetzt! Du leidest!“
Oder es ist meine totale Breitwilligkeit und Hingabe
an eine geduldige und liebevolle Präsenz in mir,
alles durchlichtend anzuschauen
bis nur noch
LICHT IST

Es ein schmaler Grad,
den es aufmerksam zu beschreiten gilt.
Alles und total zu wollen
– ohne zu wollen.
Es geht um eine absolute Bereitschaft,
einfach nur vollkommen ANZUNEHMEN,
was IMMER IST.

11 Gedanken zu „In starker Sanftmut

  1. Hallo Katja,
    habe diesen Blog gefunden….:-) Danke!!
    Bin gerade mal wieder aus gerutscht, auf dem schmalen Grad( Pfad).
    Fühle mich momentan nicht sanftmütig und beobachte diesen inneren „Krieg“ der sich mir im Auesseren mal wieder anschaulich darstellt. Das geschieht in den unterschiedlichsten Situationen und ich fühle und spüre die „Abwesenheit“ von mir….
    Dabei dachte ich doch, dass ich bereits ….
    Diese alten Verhaltensweisen führen mich wieder in alt- vertraute Denkweisen, von denen ich mich doch eigentlich(!) verabschiedet hatte. Es fühlt sich so an, dass mir mein Gleichgewicht abhanden gekommen ist und ich sehr schwanke….auf dem schmalen Pfad.

    Es ist gut, hier schreiben zu dürfen. DANKE.
    Gerlinde

    1. Herzlich Willkommen in unserer Runde, liebe Gerlinde. Ich kann dich soooo gut verstehen. Der Text ist bei mir genau aus so einem millionsten Mal Ausgerutschtsein, Beobachten und wieder Aufstehen entstanden. 😏
      Es ist soooo normal, dass wir schwanken. Und wir lernen dabei. Unterstützen wir einander bei jeder dieser Stationen, wir kennen sie alle so gut. Schön, dass du bei uns bist.
      Herzlichst, Katja 🙂

  2. Das finde ich wunderbar ausgedrückt, Katja!
    Du sagst ja auch öfter mal: „Man ist entweder zu hundert Prozent im Ego oder zu hundert Prozent im HG“. Mit deinen Zeilen von heute geht mir glaub ich auf, was du damit meinst. Ich lese es so:

    Die Denksysteme von Ego und HG sind jeweils total, sie lassen keine Überschneidungen zu und schließen sich zu hundert Prozent gegenseitig aus.
    Wenn ich bewusst meine Wahl treffe, mich der Führung des HG anzuvertrauen, dann bringe ich eine „kleine Bereitwilligkeit‘ auf, mich etwas anzuvertrauen, das meinen Ego-Glauben in keinem Punkt unterstützt.

    Und ich glaube, es ist die Entlastung von dem „Druck“, von dem du sprichst, wenn man sich klar macht, dass man mit seiner derzeitigen Bereitschaft die anliegende Lektion lernen darf und dabei SEINER HUNDERTPROZENTIGKEIT folgt und nicht der eigenen Vorstellung davon.

    Wäre das in deinem Sinne?

    Herzlich, Michael

    1. Lieber Michael, sogar zu 150 Prozent 😉 in meinem Sinne, die ich dies von Kenneth Wapnick habe. Es hat mich schier überzeugt und ich erfahre es so. Es sind für mich wie zwei Welten in einer, das heißt, diese Welt stellt sich mir in meiner Reaktion auf sie komplett anders dar im Ego oder im Heiligen Geist.
      Du hast es sehr schön in deine Worte gefasst. Vor allem gingen mir diese Formulierungen sehr ein: „… das meinen Ego-Glauben in keinem Punkt unterstützt.“ und „… nicht meiner eigenen Vorstellung“ folgen.

  3. Liebe Katja, ich denke, wenn wir uns etwas vornehmen, dann kommt es immer aus dem Ego heraus. Denn sich etwas vornehmen heißt eine vermeintliche Zukunft zu projizieren. Und Zukunft ist laut Kurs zwangsläufig mit Angst verknüpft.

    1. Lieber Tom, ja, das Ego-Vornehmen bringt gar nichts, es ist Krampf, Kampf und Angst. Aber es gibt für mich auch ein Vornehmen, dem Ego in der Gegenwart nicht mehr ausweichen zu wollen, ihm jetzt und jetzt bis in den letzten Winkel sich stellen wollen und nicht nur an der Oberfläche schauend. Das braucht in meiner Erleben eine große Entschlossenheit, denn mein Ego ist äußerst trickreich darin, mich ja davon abzuhalten. 😉
      Und bin ich in Frieden, dann ist keine Angst vor der scheinbaren Zukunft mehr da.

  4. Vielleicht sollten wir überhaupt das „wollen“ in dem Zusammenhang streichen. Eigentlich sollte Hinschauen und Annehmen – wie du ja auch schreibst – ausreichen, nicht wahr? 😉

    1. Vielen Dank für deine Gedanken, Tom. Sie regen mich an, es für mich noch weiter zu präzisieren. Vielleicht haben wir unterschiedliche Definitionen zum Wollen.
      Für mich gibt es zwei Arten des Wollens. Ich erlebe für mich, das Wollen nicht immer mit der Zukunft, Druck und Angst zu tun hat. Aus dem Ego ja, aber ich kann auch ganz präsent im Augenblick sein und für diesen hier und jetzt etwas anderes wollen, als mich gerade beherrscht. Ich entschließe mich zum Beobachten und zum Geisteswandel. Dafür braucht es meine Bereitschaft, meine innere Bewegung dorthin, mein Wollen dahin.
      Mein Wollen hat mich in diesem scheinbaren Welten-Schlamasel gebracht und nur mein Wollen führt mich da wieder hinaus. Es ist mein Beitrag, der erste und entscheidende Schritt. Der Heilige Geist kommt nicht einfach über mich, er zwingt sich mir niemals auf, weil das nicht Liebe wäre und ich eben gerade nicht erfahren würde, was mein jeweiliger Wille und meine Verantwortung ist. Ich muss den Heiligen Geist einladen, ihn wollen und darin auch gleich wieder zurücktreten und den „Rest“ geschehen lassen. Die Wahl (und somit mein Wille) ist in der Illusion meine einzige Freiheit laut Kurs. Folge ich weiter dem Ego-Wollen oder will ich dem WILLEN GOTTES für mich wieder annehmen?

      Lieber Tom, ist dir so meine Sicht deutlicher geworden und was denkst du dazu?

  5. Ja, liebe Katja, das kann ich genauso sehen. Natürlich liegt auch unserer Entscheidung für das Ego oder für den Heiligen Geist ein Wollen zugrunde, sonst würden wir uns gar nicht entscheiden. „Zwei Seelen wohnen ach! in meiner Brust“ – um Goethe zu zitieren :-). Wir sehnen uns nach dem Ego und dann doch wieder nach dem Heiligen Geist in uns. Und doch kann auch das Sehnen und Wollen des Heiligen Geistes überlagert werden vom Ego-Wollen, dann nämlich wenn wir friedlich und glücklich sein wollen. Das Wollen des Ego ist ein Wollen, um etwas zu erreichen, zeitnah gewissermaßen. Und das Wollen des HG ist eher ein Sehnen danach, was wirklich ist und was wir wirklich sind. Manchmal fällt es gar nicht so leicht, das zu unterscheiden.

    1. Wunderbar, Tom, ich hab das Gefühl, wir sprechen vom Gleichen. 😊 Wir streben mit dem Ego vordergründig nach Frieden und Glück, aber auf die falsche Weise, durch die Suche danach in der Welt und durch die Manipulation der Welt. Dies lässt uns in Wahrheit im Leidens- und Trennungskreislauf bleiben. Mit dem Kurs begreifen wir, dass wir Frieden und Glück nur in uns selbst wiederfinden können, indem wir nach unserem wahren Sein streben. Dann ist die Motivation nach Frieden und Glück richtig ausgerichtet und erfüllt sich.

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