Inhalt

Eine kurze Inhaltsangabe, die Ein Kurs in Wundern* und demjenigen, der den Kurs noch nicht kennt, wirklich gerecht wird, erscheint mir schier unmöglich. Es handelt sich schließlich um etwa 1250 Seiten und weil es um grundloses Glück geht um eine ziemlich andersartige Herangehensweise. So möchte ich hier nach meinem Verständnis nur einige Kernaussagen des Kurses aufzeigen. Gut ergänzt werden sie durch den Menüpunkt „Meine Erfahrungen.“

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Zuerst ist es wichtig zu wissen, dass sich der Kurs auf zwei Ebenen bewegt. Dies gilt es bei seiner Lektüre und Anwendung immer wieder zu berücksichtigen, sonst kommt es zu Missverständnissen. Die erste Ebene ist eine sehr abstrakte, die für uns dort, wo wir uns als Menschen erleben, nicht wirklich fassbar ist. Erst am Ende des Weges werden wir sie tatsächlich als Wahrheit erkennen. Sie bildet aber den nötigen Rahmen für die zweite Ebene, auf die die außergewöhnlich hilfreiche alltägliche Praxis des Kurses ausgerichtet ist. Die Anwendung der Prinzipien des Kurses auf dieser zweiten Ebene bietet uns unmittelbare, nachvollziehbare und befreiende Erfahrungen.

Die erste Ebene ist die Ebene Gottes. Gott steht im Kurs für vollkommene Liebe und formlose Einheit und das Einzige, was ist. Und wir sind von und in ihm – unterschiedslos, ohne Form und Individualität – und ebenso pure Liebe. Es gibt also eigentlich kein Wir. Es gibt nur Nondualität. Das ist die Wahrheit.
Aber wir als ein Geist in Gott glauben, uns von Gott getrennt und somit eine Eigenständigkeit angenommen zu haben. Dadurch scheinen wir Dualität und eine andere Identität gemacht zu haben. Der Glaube Gott also etwas entrissen zu haben, führt im Geist, der daran glaubt, zu einem enormen Schuldempfinden und einer riesigen Angst vor der Strafe Gottes. Um dieser Schuld und Strafe zu entgehen, träumt dieser scheinbar abgespaltene Geist das gesamte Universum und all die Formen und Körper. So kann er sich nun darin in unendlich viele Fragmente aufgeteilt vor Gott verstecken und identifiziert sich mit diesen. Zudem wird seine scheinbare Eigenständigkeit und Individualität aufrecht erhalten, die sich nun unter anderem als jeweils scheinbarer Mensch äußert. Und nun wird Schuld und Angst vor Strafe eben hier in zig Spielarten auf andere projiziert (Menschen und weltliche Umstände, manchmal aber auch noch immer auf einen Gott). Wenn wir genau hinschauen, erkennen wir, wie wir als vermeintliche Menschen Schuld und Angst ständig sehr konkret ausagieren und daher unglücklich sind.
Doch diese Trennung, Dualität, Angst und Schuld sowie das gesamte Universum, die Welt und wir als Menschen existieren nicht wirklich, sondern all dies ist nur der Traum und die Illusion unseres Geistes, der glaubt, sich vom wahren Sein in Gott trennen zu können.
Das ist also die übergeordnete und abstrakte Ebene: Es gibt nur Gott und sonst nichts. Alles andere – ein von Gott getrennter Geist, ein Universum mit Menschen und ein strafender Gott – ist eine Illusion und existiert nicht wirklich. Es gibt also nichts zu tun, nichts ist geschehen, wir ruhen noch immer als eins und ein Geist in Gott – alles ist nach wie vor gut und vollkommen und pure erfüllte Liebe. Grundlose Glückseligkeit.

Doch wir erleben uns als Menschen in diesem Traum und haben im Geist verleugnet und vergessen, wie es dazu kam. Daher setzt die Praxis des Kurses genau an dieser Erfahrung des Menschseins an. Sie bezieht sich ausschließlich auf die Illusion, denn um aus ihr wieder in der Wahrheit (in Gott und unserem wahren Sein) zu erwachen, muss die Illusion zunächst anders gesehen werden. Erst, wenn die Sicht darauf beständig friedvoll ist, ist die Bedingung erfüllt, um wieder ganz aus dem Traum des Unfriedens in Gott zu erwachen, der ebenso beständiger Frieden ist. Und diese andere Sicht ist nicht eine mit den Augen des Körpers, sondern eine geistige Sicht, eine Geistes-Haltung. Im scheinbar getrennten und träumenden Geist haben wir die Wahl zwischen zwei Haltungen – die der Angst und die der Liebe.

Der Geisteszustand der Angst ist aus dem Glauben an die Trennung entstanden und wird im Kurs als das Ego bezeichnet. Darin ist auch die Liebe enthalten, die an Bedingungen geknüpft ist und sich nicht allen gleichermaßen gibt.
Da jedoch eine Trennung von einer Einheit nicht möglich ist, ist in den Träumer-Geist auch die Erinnerung und Verbindung zur Einheit mitgekommen, für die im Kurs der Heilige Geist, Jesus und die bedingungslose allumfassende Liebe stehen.
Und so haben wir stets die Wahl, auf alles Geschehen in der illusionären Welt im Geist entweder mit Angst (Ego, Falschgesinntheit) oder Liebe (Heiliger Geist, Jesus, Rechtgesinntheit) zu schauen. Das ist die zweite Ebene des Kurses, die Ebene der Wahl, wie wir auf die Illusion der Welt reagieren wollen – und nur hier haben wir etwas im Geist zu tun. Denn diese immense Macht der Wahl im Geist liegt allein bei jedem Einzelnen. Und je nach dem, für welche Seite ich mich entscheide, werde ich die gleichen weltlichen Situationen vollkommen unterschiedlich interpretieren. Somit werde ich auch jeweils als scheinbarer Mensch in ihnen anders agieren und in meinem Innern etwas anderes erfahren.

Bin ich in Angst – also mit dem Ego im Geist verbunden-, werde ich mich angegriffen fühlen, andere angreifen, mich abgrenzen, Veränderung wollen, mich in meinem Glück und Unglück abhängig und als Spielball von Menschen und Umständen erleben und sie ständig für mein Vorteil zu manipulieren suchen – und immer wieder früher oder später in Angst und Schmerz landen.
Bin ich aber in wahrer Liebe – mit dem Heiligen Geist im Geist verbunden und über ihn mit meinem wahren Sein in Gott, dem eine Illusion nichts anhaben kann – dann ruhe ich in einem Geistes-Frieden, ganz gleich, was auf Erden und mit meinem Körper vor sich geht. Dabei stelle ich mich als Mensch nicht über andere, belächle ihr Leid und tue alles als bloße Illusion ab – was vom Ego käme. Vielmehr bin ich dann in einer Präsenz der Liebe da, die Verständnis und Annahme für jeden ausdrückt. Und jederzeit werde ich dann ohne Zweifel und Grübelei das Beste für alle in der Situation anbieten – nämlich Liebe und Frieden. In welcher Form sich diese ausdrücken, ergibt sich von selbst. Durchaus kann dabei zu Handlungen anderer auch „Nein“ gesagt werden. Dieses „Nein“ ist dann aber ohne Verurteilung und Abgrenzung dem anderen gegenüber. Der Fokus liegt vielmehr auf unserer geistigen Gleichheit sowohl im Ego als auch in Gott.

Boot2

Wir sitzen alle im selben Boot und suchen „nur“ nach Liebe, Glück und Frieden. Und dabei gehen wir alle halt immer wieder fehl, weil wir am falschen Ort suchen – außen in der Welt, statt im Innern in unserem Geist.

Das Ego und der Heiliger Geist sind zwei verschiedene Geistes-Haltungen, zwei verschiedene Denksysteme. Sie werden im Kurs nur personifiziert dargestellt, weil wir es zunächst so erleben, als seien wir durch sie von Mächten außerhalb von uns gesteuert. Doch sie sind nichts Äußeres, sondern nur verschiedene Gedanken in unserem Geist, die wir jeweils selbst wählen. Und je nach dem, für welche Seite wir uns entscheiden, erfahren wir diametral Entgegengesetztes in unserem geistigen Erleben.

So ist die alltägliche Praxis des Kurses die, dass ich so oft ich kann inne halte und beobachte, in welcher Geistes-Haltung ich gerade bin. Und einer von beiden Seiten des Geistes diene ich immer, meistens unbewusst. Ich treffe diese Entscheidung also eh jederzeit und nun geht es darum, mir ihrer bewusster zu werden. Das bedeutet, mir meiner immensen Macht des Beobachters und Entscheiders in meinem Geist bewusst zu werden.
Immer wieder werde ich mich dabei im Ego vorfinden, obwohl ich es doch schon so oft abwählte. Je öfter ich mich aber im Ego ertappe und

das Ego ohne Angst und Schuld betrachte,

desto häufiger entlarve und durchschaue ich so seine niemals wirklich Glück bringenden Machenschaften nach und nach. Somit entscheide ich mich immer öfter für die wahre Liebe und werde umso friedvoller, liebevoller und glücklicher im Geist sein. Dabei ist der Grund dafür kein weltbezogener, sondern

der Grund für Glück ist unser wahres Sein in Gott,

in dem es kein Grund für Glück gibt,

weil Gott Glück ist.

So einfach die Praxis klingt, ist es jedoch zumeist in unserer Erfahrung nicht. Wir sind eben sehr mit der Angst, Schuld, Individualität und dem Menschsein identifiziert und fürchten daher die wahre Liebe und formlose Einheit enorm. Dies ist uns zum größten Teil nicht bewusst. Es muss also alles behutsam und nach und nach aufgedeckt werden. Dann entscheiden wir uns irgendwann ganz sicher wieder für immer und vollkommen für Gott und gehen wieder in ihm auf, den wir in Wirklichkeit nie verließen.

So viel für einen ersten Einblick, der sehr komprimiert und lange nicht erschöpfend ist. Ausführliche Erörterungen des Inhaltes und Weges des Kurses, die mir sehr geholfen haben, um in mehr Verständnis und vor allem in die Erfahrung zu kommen, findest du in der Sekundärliteratur. Und sie sind das Anliegen meines Buches, meiner Seminare und Coachings sowie meines Blogs.

*Die hier vorgestellten Gedanken sind die persönliche Meinung und Interpretation und das persönliche Verständnis von Katja Bode und nicht die der Rechteinhaber von Ein Kurs in Wundern (Greuthof Verlag).