Blindgänger

Fremdgehen und Unehrlichkeit zwischen Menschen
sind nur ein Gleichnis des Urirrtums
und ein Abbild dessen,
was in unser aller Geist ständig geschieht:

Ich wende mich von der einzigen Liebe ab,
die es wirklich gibt
und die wir sind
und suchen sie,
wo sie nicht zu finden ist.

Immer, wenn ich im Ego bin,
bin ich unehrlich.
Meine Gedanken und Gefühle
sprechen dann nicht von der Wahrheit.
Ich gehe mit dem Ego fremd
und betrüge mich einzig selbst,
während ich auch alle anderen zugleich betrüge.

Doch Gott, der mich niemals fortgehen ließ,
wartet ohne Schuldzuweisung
freudig auf meine Heimkehr.

Und mit mir
kehren alle gemeinsam zurück.
Denn nur mit ihnen allen im Sinn
ist meine Rückkehr möglich.

4 Gedanken zu „Blindgänger

  1. Was für ein starker Text, Katja!

    Ich hatte noch eine Menge mehr geschrieben, aber dann alles wieder gelöscht, das hier ist mehr als genug: was für ein starker Text!

    herzlich, Michael

    1. Danke, Michael, das Thema Ehrlichkeit beschäftigt mich schon eine Weile und ich versuche diesbezüglich brutal ehrlich mit mir zu sein. Das Wort „brutal“ lässt mich in diesem Zusammenhang fast erschrecken, doch es ist mir zugleich genau das richtige Wort und ganz frei von der Gewalt, die darin anklingen mag.
      Ich habe mich schon in zwei weiteren Beiträgen mit dem Thema beschäftigt und wenn dir – oder / und anderen Lesern – dazu weitere Gedanken kommen, bin ich sehr dankbar über jede Anregung. Hier die anderen Beiträge:
      „Lug oder Betrug oder Ruf nach Liebe“ vom 3.9.2016 in der Kategorie „Beziehungen“, zu dem es auch schon sehr hilfreiche Kommentare für mich gab
      http://grundlosglücklich.de/lug-und-betrug-oder-ruf-nach-liebe/
      und
      „Der Weg mit Ein Kurs in Wundern führt durch das Ego“ vom 28.08.2014 in der Kategorie „Das Ego und die Angst“
      http://grundlosglücklich.de/der-weg-fuehrt-durch-das-ego/

  2. „Brutal“ i.S. von konsequent. Ich habe jetzt deine beiden anderen Beiträge zur „Ehrlichkeit“ gelesen. Anneke hat ja auch wunderschön kommentiert! Seit meine leibliche Schwester gestorben ist, empfinde ich immer eine so helle Freude, wenn „sie“ wieder auftaucht wie in einem solchen Kommentar, der von einer wahren SCHWESTER geschrieben ist.

    Liebe Katja, du hast alles gesagt in deinem „Blindgänger“-Text. Ich bin ganz still geworden daran.

    Die ANTWORT ist uns gegeben. Wir erzählen uns mit allen unseren Beziehungen hier in dieser Welt von unserer Beziehung zu GOTT. Die Welt ist nichts anderes als diese Erzählung. Was „tut“ der Terrorist? Er erzählt von seiner Untreue und seiner Unehrlichkeit GOTT gegenüber. Und in der Regel hört ihm niemand zu, weil alle anderen in die Erzählungen ihrer eigenen Untreue verwickelt sind.
    Wir haben uns neulich, nach dem Anschlag in Berlin, im Gespräch vorgewagt bist zu dem „Täter“, und „brutal“ ist nur die letzte Konsequenz: Das sind wir selbst, die wir uns von der LIEBE abgewendet haben und jetzt, so oder so, davon erzählen MÜSSEN.
    Wir KÖNNEN hier gar nicht treu und ehrlich sein, denn dann könnten wir nicht mehr von unserer UNTREUE erzählen. Unsere Beziehung zu GOTT ist unauslöschlich in unserem Geist und bestimmt unser Leben.

    „Brutal“. So kann sich das anfühlen. Aber du sagst auch: dieses „brutal“ sei frei von Gewalt. Es ist nur: der Beginn wahrer Ehrlichkeit, der Beginn unseres bewussten Weges zurück. Wenn ich aufrichtig bin, an dieser tiefsten Stelle meines Hierseins, schimmert immer gleichzeitig die Erlösung durch das Fenster, das ich nie habe ganz verschließen können: ER IST MIR TREU, und ER IST EWIG EHRLICH MIT MIR! Das eine gibt es nicht ohne das andere, und nur das macht unseren Vergebungsweg möglich.
    Jetzt kann ich auf DIE LIEBE zugehen, dem HG folgend, der mich führt, und jetzt fängt meine „Treue“ hier in den Beziehungen dieser Welt und auch meine Ehrlichkeit fängt an, eine Widerspiegleung SEINER TREUE zu UNS zu sein. Und dann ist sie echt. Und hält.

    Ich glaube zum Beispiel, dass ich großes Glück hatte, erst sehr spät geheiratet zu haben. Als ich in einer kleinen Kapelle auf der Schwäbischen Alb vor Pfarrer Achilles Motumbo aus Nigeria meiner Frau das „Ja“-Wort gegeben habe, war es im Kern schon ein „JA“ zu GOTT. Und das setzt uns nie unter moralischen Druck, sondern macht uns frei für unsere TREUE, die sich im Verhalten zu dem, dem wir unser Wort gegeben haben, endlich wieder spiegeln kann, weil die Erzählung unserer Untreue erhört worden und mit Güte und Vergebung beantwortet worden ist.

    Und das macht uns frei, für alle zu sehen und einander zu sagen, dass wir uns lieben und nie etwas anderes wollten als das. Dann haben wir uns angehört und verstanden, erst dann.

    Noch mal ein herzliches Danke für deine Zeilen, wie immer spürt man, dass du lebst, von was du sprichst, du gehst den Kursweg wirklich, und das ist für uns alle hier so eine große Hilfe!

    herzlich, Michael

    1. Lieber Michael, ich habe jetzt täglich erneut deinen Kommentar gelesen und ich blieb mit Unverständnis an manchen Worten hängen. Doch heute ist beim Lesen der Inhalt deines Textes ohne Widerstand in mich eingedrungen. Ich danke dir sehr und still …

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