Abwarten und Liebe trinken

Zack – das Ego spricht in uns immer zuerst!
Und der Heilige Geist ist die Antwort
auf das Ego.
Gut zu wissen,
dass wir mit dem Ego
nichts wissen.
Warten wir also einen kleinen Moment lang ab.
Lassen wir damit alle Ideen,
Erwartungen, Wünsche und Hoffnungen los,
sagen uns „Ich weiß nichts“
und gehen ganz frei und leer
in jeden Tag,
in jede Nacht
und jede Begegnung.
Dann trägt die Wahrheit uns
durch alles hindurch,
über alles hinaus.

13 Gedanken zu „Abwarten und Liebe trinken

  1. Wie ein Frühlingswind, deine Gedanken, liebe Katja, vielen Dank! Während ich sie noch einathmete, grätschte mein Ego störend zwischen mich und die klare Luft und stellte mir die heimtückische Frage, was denn diese „Leere“ sei, ich solle sie mal mit Informationen zu ihr füllen, damit es in diesem Punkt klar sehe. Hab‘ ich natürlich nicht gemacht, aber bin dann ohne das Ego der Frage nachgegangen, wie du es vorgeschlagen hast: ohne die Idee, irgend etwas dazu wissen zu können.

    Wir haben’s doch gut als Kursler: Es wird uns genau gesagt, wie wir sie hinkriegen, diese „Leere“ der Erwartungs-, Wunsch-, Hoffnungs- und Absichtslosigkeit: Geh‘ mit leeren Händen in den Tag, komm‘ mit leeren Händen zu deinem GOTT, vergiss‘ alles, auch den Kurs. Ich möchte kein Buddhist sein, dem auf ähnliche Weise die Tür gezeigt wird, aber nicht der Schlüssel. Okay, er kann natürlich selbst drauf kommen …

    Aber so ist es gemütlicher: Vergebung ist der Schlüssel. Ich kann ohne Vergebung nicht „leer“ werden, weil sie es ist, die meine Hände leert, damit sie Kanal werden können für SEINE LIEBE. Das Gefäß, das unser Körper samt seines Denkens ist, ist aus dem Trennungs=Schuldgedanken entstanden, wie sollten meine Hände anders „leer“ werden?

    Wenn ich also „wahrnehmend“ in den Tag gehe, blicke ich auf Schuld. Und alles, was mir begegnet, wird zu meiner Lektion, konkret auf es zu schauen, den Freund, den Feind, den Baum, das Kind, die Krankheit, die Gesundheit, das freundliche, das informative, das heimtückische Wort, den „Bruder“ … und dann eben nicht „speziell“ zu vergeben, sondern total, in jedem Einzelfall.

    Im Kurs gibt es eine Stelle, die mich damals beim ersten Lesen umgehauen hat, ich kann sie leider nicht mehr finden, vielleicht weiß einer von euch, wo sie steht: sinngemäß: „Kleines Kind, kannst du die Vergebung schon von IHM her kommen lassen? Nein, mein Kind, noch nicht, noch nicht!“ Wir versuchen immer noch, selbst die Korrektur vorzunehmen, und Jesus weiß, wie schwer das ganz zu überwinden ist. ER IST die reine SÜHNE, die totale Aufgabe des Schuldgedankens, in DER keine Angst mehr untergemischt ist.

    Er IST unsere leere HAND, an DER wir uns wirklich anfassen können, zuinnerst berühren: ich vergebe Dir.

    Fühl‘ mich so leer grade … 🙂

    1. Lieber Michael, das ist so zum Schmunzeln, nicht wahr? Auch zum Leer-Werden will das Ego gleich wieder als Erstes etwas sagen! Wunderbar, dass du abgewartet hast und uns dadurch einen so schönen Text schenktest.
      Ich sage gern: „Ich gehe in die Leere, um mich von der Lehre des Heiligen Geistes füllen zu lassen.“ Und lasse auch offen, was diese Lehre genau ist, die mir die wahre Liebe bringt.

  2. Muss auch gerade schmunzeln, da ich wieder einmal zum Thema (hier die Leere) die passende Lektion heute lerne (189, Abs. 7) ☺

    Michael, meinst du, buddhistische Schüler müssen wirklich selbst den Schlüssel finden? Im Buddhismus geht es ja viel um Leerheit von allem und dass nichts eine eigenständige Existenz hat. Ich frage mich, worauf diese Schüler Vertrauen aufbauen können und wer oder was sie beim täglichen Üben stützt. Ich bin seit einigen Wochen in der Facebook-Gruppe „Buddhismus Interessierte“ (um mich mit einem buddhistischen Freund besser austauschen zu können) und stelle fest, dass sich dort viel mit den Dingen an sich beschäftigt und nicht so sehr hinter die Dinge geschaut wird. Aber ich habe dort auch schon viele interessante Auszüge aus Schriften und Buddha-Zitate gelesen, die ich absolut klar und verständlich fand dank meines bisherigen Kursverständnisses und die mit anderen Worten als der Kurs letztendlich immer auf die Wahrheit weisen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass das dort niemand wirklich versteht. Zum Beispiel bei diesem Buddha-Zitat „Ich kam auf traumgleiche Weise zu traumgleichen Wesen und lehrte ein traumgleiches Dharma. Aber in Wirklichkeit bin ich nie gekommen und habe nie gelehrt.“ konnte mir niemand eine Antwort geben, als ich nach der Bedeutung fragte.

    Ob Buddha die Welt genauso sah, wie Jesus und seine Lehre nur sanfter übermittelt?

    1. Liebe Katrin, ja, diese Textstelle im Übungsbuch passt hervorragend zu dem hier Besprochenen – sie berührt mich auch immer sehr!
      Ich finde es toll, dass du dich, um andere besser zu verstehen, mit Buddhismus beschäftigst, während dein Weg der Kurs ist. Es ist so gut, offen zu bleiben und in allen Wegen den Kern zu entdecken, der zum Gleichen führt. Ich weiß zu wenig über Buddhismus, zumal es da ja noch so viele Varianten gibt, die mich immer sehr verwirrten, als dass ich dir kompetent antworten könnte, wie dort genau vorgegangen wird. Aber mein Gefühl sagt mir von dem, was ich über Buddha weiß, dass er ganz sicher in der Liebe und in dem Frieden ruhte, den auch Jesus verkörperte.
      Und wow, das Zitat von Buddha ist ja mal 100 % kurskonform!
      Ich weiß nicht genau, was du mit „sanfter“ meinst, magst du das nochmals ausführen?
      Ich denke, dass jeder Weg bestimmte Menschen anspricht und so für alle ein Weg möglich ist. Der eine findet diesen Weg verständlicher, der andere jenen anziehender. Wie tröstlich sind die Worte des Kurses, dass der Ausgang für uns alle gewiss ist, auf welchen Wegen wir auch wandeln, wir werden aus dem Leiden aussteigen und zu Gott, zu unserem wahren Sein zurückfinden.
      Hey, Katrin und Michael und alle, die diese Zeilen lesen: Lasst uns darauf mit einer Tasse voll wohltuend wärmender Liebe anstoßen … und abwarten … während wir weiter miteinander gehen, reden und aneinander denken. So schön, dass ihr da/hier seid. 🙂

    2. Hallo Katrin,
      na ja, eigentlich glaub‘ ich ehrlich gesagt trotz meiner Bemerkung zum „Schlüssel“: jeder von uns muss LETZTZLICH den Schlüssel selbst finden. Wir sind, was wir SIND, das zu wissen, ist nichts, das zu erkennen alles, und welche Hilfestellungen wir brauchen, um in dieses Erkennen zu kommen, ist sicherlich höchst individuell.
      Wenn man ein spirituelles Hilfesystem benutzen will, kann man sich denke ich am besten davon leiten lassen, dass man sich fragt, ob man sich von dem speziellen Weg angesprochen fühlt oder nicht.
      Hat Buddha die Welt so gesehen wie Jesus? Das, was ich von ihm weiß, spricht mich so an, ja, ich würde sagen, das hat er.
      Den Glauben, getrennt zu sein von dem, was wir GOTT oder Nirvana oder SELBST nennen oder unbenannt lassen können, um damit die WAHRHEIT zu meinen, müssen wir alle überwinden, wenn wir zu UNS kommen wollen. Für mich liegt die Stärke des Kurses gerade darin, die Schwierigkeiten in allen Einzelheiten zu besprechen, die diese Rückkehr bereitet und sie mit dem Konzept der Vergebung als innerste Hilfestellung zu begleiten.
      Dass wir das wunderschöne Wort von Buddha, das du zitierst, als Kursler mühelos verstehen, spricht jedenfalls nicht dagegen, dass wir mit unserem Kurs auf einem guten Weg sind und ich empfinde diesen Weg auch als sehr sanft. Vielleicht empfindest du die Sanftheit direkt in Buddhas Wort? Das geht mir jedenfalls so. Ich denke, das ist die Sanftheit Buddhas, die sich uns da vermittelt. Ob der buddhistische Weg für uns sanfter wäre zu gehen … kann ich nicht sagen, für mich glaube ich das definitiv nicht. Ich gehe den Weg der Wunder, der ein allmähliches Hingeben des Schuldgedankens an die Liebe ist, einfach gern und überzeugt von seiner Wirksamkeit.
      Aber an dem Umtrunk, den Katja vorschlägt, würde Buddha und jeder aufrichtige Buddhist mit Sicherheit gerne teilnehmen und in diesem Sinne:
      Cheers, auf die WAHRHEIT in uns allen!

      Michael

  3. Ich hätte gern Yogi-Tee Himalaya, mit kanadischem Ahorn-Sirup und einem Schuss heiße Milch. Lässt sich das einrichten?

    1. Natürlich, lieber Tom, lässt sich das einrichten – bei so konkreten Vorgaben … 😄 😉
      Und danach genehmigen wir uns noch eine ganz leere Tasse und probieren, wie es schmeckt, wenn sie sich mit wohltuend wärmender Liebe füllt – einverstanden? 😊

  4. Herzlichen Dank für eure ausführlichen Antworten, die mich stets auch immer berühren, weil darin neben euren Erklärungen auch immer so viel Liebe mitschwingt, die ich anderswo nie so erlebe.
    Ich empfinde unseren Weg auch als sehr sanft, trotz der radikalen Aussagen, dass es keine Welt, keine Körper, kein Universum gibt. Wir sind jetzt dafür bereit, das so anzunehmen, sonst hätte der Kurs uns ja auch nicht gefunden. Im Buddhismus gibt es solche radikalen Aussagen nicht, sondern es wird als traumgleich beschrieben oder die Vorstellungen von einem Ich sind illusionär usw. – daher mein Eindruck der sanfteren Belehrung, um vielleicht schneller mehr Menschen zu erreichen.
    Aber wer weiß das schon genau. Ich bleibe doch lieber mit voller Hingabe bei Jesus und beim Kurs, mit dem ich bis jetzt sehr gut zurecht komme und mit dem das Lernen und Üben viel Freude bringt 😊

    1. Das stimmt, liebe Katrin, die Grundaussagen des Kurses sind äußerst radikal und konsequent. Das kann zunächst er- und abschrecken. Und Jesus geht so unendlich geduldig und liebevoll dabei mit uns um, erklärt, zeigt auf und bietet an, schaut mit uns hin, bis wir bereit sind, neue Schritte zu tun. Er ist immer da, bleibt immer bei uns, wo auch wir uns äußerlich und innerlich befinden. Er hat so unendliches Verständnis für uns. Er ist so unendlich sanft und behutsam mit uns in all seiner Klarheit und Konsequenz, dass es mich beim Lesen im Kurs oft schier den Atem anhalten lässt und diese bedingungslose Liebe mich tief durchrieselt. ❤ Ich kann nichts wirklich falsch machen, ich kann mich ihm vertrauensvoll hingeben. Ich bin so dankbar für dieses Kurs-Buch, diese Weg, diese Liebe.

  5. Also, ich darf mal Hui-Neng, einen Vertreter des Chan-Buddhismus im 7.Jahrhundert, zitieren: „Von Anfang an hat nicht ein Sandkorn je existiert“. Wenn das nicht auch radikal ist! Und ganz zu schweigen von den Ausführungen von Nagarjuna über die Leere. Da zieht es einem die Schuhe aus. Und wenn der Buddhist bei der Meditation versinkt und verschmilzt mit der Welt, dann ist das auch Vergebung. Auch wenn er vielleicht das Wort nicht dafür benutzt. 🙂

    1. „Isso“, sagte der im 12 Jhdt. nichtexistierende gleichnamige japanische Aphoristiker, nachdem er sich von einem leichten Schwindelgefühl erholt hatte, das ihm die Lektüre des Kommentars eines im 21. Jhdt. scheinexistierenden Zeitlosigkeitsgenossen namens „Tom“ bereitet hatte und lud alle zufällig in der Leere des Seins anwesenden Sandkörner konfessionsübergreifend zu seiner Geburtstagsparty ein: luftzumathmen.wordpress.com
      (Aus dem Buch der Überlieferungen, Tao-Verlag)

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